Huawei Mate 10 Pro ausprobiert: Das beste Android-Flaggschiff 2017?

Huawei Mate 10 Pro Header

Huawei hat heute die Mate 10-Reihe in München vorgestellt und wir konnten uns das für Deutschland interessante Pro-Modell vorab bereits anschauen.

Huawei beendet das Flaggschiff-Jahr 2017 wieder mit einem neuen Mate-Modell. Nach der Mate 10-Reihe dürfte es das für das Weihnachtsgeschäft gewesen sein. Für Deutschland wird vor allem das Huawei Mate 10 Pro im Fokus stehen. Wir wurden vorab von Huawei für ein kurzes Hands-On-Event eingeladen.

Huawei Mate 10 Pro: Erster Eindruck im Video

Es würde mich freuen, wenn ihr dem Video bei YouTube einen Daumen hoch gebt und bei Interesse unseren Kanal abonniert. Natürlich nur, wenn euch das Video gefallen hat. Über Feedback freue ich mich immer gerne.

Huawei Mate 10 Pro: Display mit 18:9-Format

Ich bin ehrlich gesagt froh, dass wir dieses Jahr das „bessere“ Mate-Modell bei uns in Deutschland sehen werden, beim Mate 9 gab es die beste Version nur als viel zu teure Porsche-Version in Deutschland. Das Huawei Mate 9 Pro hat es nie zu uns in den Einzelhandel geschafft. Beim Mate 10 Pro wird sich das ändern.

Huawei Mate 10 Pro Bild5

Das Huawei Mate 10 Pro kommt mit einem 6 Zoll großen Amoled-Display daher, welches mit FHD+ auflöst. An dem kleinen Plus erkennt ihr schon: Es ist ein 18:9-Format. Doch warum nur FHD und nicht QHD wie beim „kleinen“ Modell? Das hat mehrere Gründe, einer ist laut Huawei die Akkulaufzeit und dann hat man mir vor Ort deutlich gemacht, dass man QHD eigentlich nicht benötigt. Am Ende ist QHD eine Angabe, die vor allem auf dem Datenblatt und nicht im Alltag zählt.

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Dem kann ich nur zustimmen, wobei es mich wundert, dass man im normalen Mate 10 zu einer QHD-Auflösung greift. Am Ende ist Huawei da auch immer von den Displayherstellern abhängig. Man muss am Ende das nehmen was da ist.

Das Display hat vor Ort jedenfalls einen guten Eindruck gemacht, wobei wir in einem dunklen Raum waren und das Display auf voller Helligkeit war. Für ein Amoled-Display eine vorteilhafte Situation. Im Tageslicht habe ich es noch nicht gesehen.

Huawei Mate 10 Pro: Fokus auf künstliche Intelligenz

Unter der Haube werkelt hier ein Kirin 970, dem 6 GB Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Der Prozessor wurde bereits vorgestellt und ist soweit bekannt. Huawei hat beim Event sehr deutlich betont, dass man nicht unbedingt auf die bessere und effizientere Performance, sondern die zusätzliche NPU stolz ist.

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Für Huawei spielt die künstliche Intelligenz eine immer größere Rolle und der Kirin 970 ist ein erster Schritt in diese Richtung. Er soll dem Mate 10 Pro zur Seite stehen und bei vielen AI-Aufgaben unterstützen. Das volle Potential wird der SoC aber wohl erst in den kommenden Monaten ausnutzen, wenn Apps und Dienste kommen. Ab 2018 will man zum Beispiel die App-Entwickler mit ins Boot holen.

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Huawei geht davon aus, dass dieser Bereich in den nächsten Jahren massiv wachsen wird und man kann davon ausgehen, dass alle zukünftigen Huawei-Smartphones mit einer zusätzlichen NPU kommen werden. Eingeführt wird der Chip mit dem Mate 10 Pro und das Besondere ist, dass er auch lokal Prozesse verarbeiten kann. Nicht alle AI-Aufgaben, aber einige. Und er wird mit der Zeit besser.

In Zeiten, in denen die reine Power von SoCs keinen mehr so richtig begeistert kann ist dieser Ansatz durchaus spannend und eine NPU ist für mich wichtiger als noch mal 20 Prozent mehr Power (die das Mate 10 im Vergleich zum Mate 9 hat).

Huawei Mate 10 Pro: Qi fehlt trotz Glasrückseite

Intern gibt es beim Pro-Modell 128 GB Speicher und der 4000 mAh starke Akku kann mit SuperCharger sehr flott aufgeladen werden. Dazu wird ein USB Typ C (USB 3.1) Kabel benötigt. Kabelloses Laden über Qi ist trotz der neuen Glasrückseite nicht mit dem Huawei Mate 10 Pro möglich. Warum? Darauf habe ich vor Ort die folgende Antwort bekommen: Die Technologie würde das Gerät dicker machen.

Ich hatte den Eindruck, dass man von der Antwort selbst nicht überzeugt war.

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Das Mate 10 Pro ist nun IP67-zertifiziert, doch dafür verschwindet hier ebenfalls der 3,5 mm-Anschluss für Kopfhörer. Huawei folgt Apple und Google aber nicht beim normalen Mate 10, welches nicht wassergeschützt ist, dafür aber weiterhin den Anschluss für Kopfhörer besitzt. In Zukunft wird er aber verschwinden.

Huawei Mate 10 Pro: Kein Bluetooth 5

Viele werden also auf Bluetooth für den Musikgenuss setzen und auch hier habe ich eine kleine Schwäche vor Ort entdeckt: Huawei setzt leider noch nicht auf die neue Version 5. Das Huawei Mate 10 Pro kommt mit Bluetooth 4.2 daher.

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Natürlich setzt man auch hier wieder auf eine Dual-Kamera, dieses Mal übrigens mit einem „Design-Streifen“ auf der Rückseite, der diese in den Fokus rückt. Es gibt 20 und 12 Megapixel (f/1.6 bei beiden, Monochrom bei der zweiten Kamera).

Es handelt sich beim Mate 10 Pro um einen Aluminiumrahmen mit Glasrückseite und in Deutschland wird man das Modell in den Farben Schwarz, Blau und Braun anbieten. Das Gerät ist als Dual-SIM-Variante mit 6GB RAM und 128 GB ROM ab KW 47 zu einer UVP von EUR 799,- in Deutschland verfügbar.

Huawei Mate 10 Pro: Der erste Eindruck

Das Huawei Mate 10 Pro liegt durchaus gut in der Hand und ist meiner Meinung nach optisch ansprechend. Vor allem dank der größeren Auswahl an Farben. Es ist ein Flaggschiff-Modell wie ich es mir Ende 2017 vorstelle und Huawei hat einen guten Job gemacht. Doch es gibt zwei Dinge, die mich beim Mate 10 Pro stören.

Punkt 1: Kein Qi. Huawei ist ein Teil vom Wireless Power Consortium (Qi) und hat sich sogar für eine Glasrückseite beim neuen Mate entschieden. Als ich das erste Pressebild gesehen habe dachte ich: Das macht man sicher nur, damit man nun Qi anbieten kann. Leider nein. Es ist mein größer Kritikpunkt.

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Punkt 2: Kein Bluetooth 5. Ich gehe davon aus, dass das Mate 10 Pro recht teuer werden und auf einem Level mit dem Galaxy Note 8, iPhone X, LG V30 und Pixel 2 liegen wird. Aber: Alle neuen Spitzenmodelle haben Bluetooth 5. Das Mate 10 Pro nicht. Auch sowas erwarte ich eigentlich in dieser Preisklasse.

Abgesehen davon ist das Huawei Mate 10 ein wirklich gutes Gerät, welches mit der aktuellen Version von Android (Android 8.0 Oreo) daher kommt. Über die legt man übrigens wie immer die EMUI-Oberfläche, bei der man Version 6 und 7 überspringt und diese nun der Versionsnummer von Android selbst angepasst hat.

Huawei Mate 10 Pro: Das erste Fazit

Als ich die Präsentation vor Ort gesehen habe dachte ich erst: Ein Launcher drauf (ich bin kein Fan von EMUI) und es ist vielleicht das beste Android-Flaggschiff. Die Akkulaufzeit wird gut sein und die Kamera vielleicht nicht auf Pixel 2-Niveau, aber auch sehr gut. Wenn da nicht diese zwei Kritikpunkte dazu gekommen wären, welche den Gesamteindruck für ein so teures Modell leider recht stark trüben.

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Es wird aber sicher einige Nutzer geben, die andere Prioritäten haben. Und bei jedem Modell gibt es Vor- und Nachteile. Ich kann mir zum Beispiel gut vorstellen, dass das Huawei Mate 10 Pro bei der Akkulaufzeit eines der besten Flaggschiffe sein könnte, denn man hat schon beim Mate 9 gezeigt, dass man das gut kann.

Das Huawei Mate 10 Pro darf auf jeden Fall in einer Reihe mit dem Samsung Galaxy Note 8, dem LG V30 und Google Pixel 2 XL erwähnt werden und ist definitiv auch ein guter Kandidat für das Weihnachtsgeschäft 2017. Auf dem Markt der Androiden hätte es für mich das beste Gesamtpaket werden können, aber fehlendes Qi und Bluetooth 5 sorgen aktuell dafür, dass das nicht so ist.

Doch wer weiß, vielleicht wird der Test im Alltag meine Meinung noch ändern. Dies ist immerhin nur ein erster Eindruck und kein finales Fazit. Das wird in ein paar Tagen zusammen mit meinem Testbericht zum Huawei Mate 10 Pro kommen.

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