Huawei Mate 10 Pro Test

Huawei Mate 10 Pro Header

Huawei präsentierte vor ein paar Tagen das Mate 10 Pro. Wir haben uns das neue Spitzenmodell mal etwas genauer angeschaut und im Alltag getestet.

Die Mate-Serie hat sich bei Huawei in den letzten Jahren einen guten Namen gemacht und ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, dass sie mittlerweile mehr Aufmerksamkeit als die P-Serie bekommt, die für gewöhnlich im Frühjahr auf dem Mobile World Congress gezeigt wird. Umso spannender war für mich die Ankündigung des Huawei Mate 10 Pro.

Huawei Mate Logo Header

Das Modell konnte mich schon auf dem Preview-Event in London überzeugen, ich habe aber auch direkt ein paar Schwachstellen erkannt. Der Markt für Android-Modelle mit einer guten Ausstattung ist mittlerweile hart umkämpft und pünktlich zum Weihnachtsgeschäft 2017 gibt es eine bessere Auswahl den je.

Das Huawei Mate 10 Pro tritt gegen Modelle wie das Samsung Galaxy Note 8, das LG V30, das Google Pixel 2 XL und demnächst das HTC U11 Plus an. Während die Konkurrenz mittlerweile aber bei einer UVP von 900+ Euro angekommen ist, möchte Huawei mit einem Preis von 799 Euro locken.

Es ist das günstigste Android-Spitzenmodell im Weihnachtsgeschäft 2017, wenn wir mal die (reduzierten) Highend-Modelle der ersten Jahreshälfte ignorieren.

Huawei Mate 10 Pro: Fazit als Video

Ich habe mich im Video etwas kürzer als im Text gefasst und konzentriere mich dort eher auf das Fazit zum Gerät. Im Video gibt es keine neuen Details, falls es euch nicht interessiert geht es nach dem Video mit dem Test weiter. Falls euch das Video gefällt würde ich mich aber über einen Daumen hoch freuen.

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Huawei Mate 10 Pro Spezifikationen im Überblick

  • Hersteller: Huawei
  • Modellbezeichnung: Mate 10 Pro
  • Preis: 799 Euro
  • Verfügbar: Ab Ende November
  • Größe: 154,2 x 74,5 x 7,9 Millimeter
  • Gewicht inklusive Akku: 178 Gramm
  • Betriebssystem: Android 8.0 Oreo mit EMUI 8
  • Akku: 4000 mAh
  • Display: 6 Zoll mit 2160 x 1080 Pixel
  • Kameras: 12 und 20 Megapixel (beide f1.6)
  • Frontkamera: 8 Megapixel (f2.0)
  • Speicher: 128 GB
  • CPU: Kirin 970
  • RAM: 6 GB

Das sind nicht alle Spezifikationen des Huawei Mate 10 Pro, weitere Informationen zum Gerät gibt es wie immer auf der offiziellen Produktseite des Herstellers.

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Huawei Mate 10 Pro: Neues Design gefällt

Beim Design hat Huawei meiner Meinung nach vieles richtig gemacht. Das Mate 10 setzt im Vergleich zum Vorgänger nicht mehr auf ein Unibody-Gehäuse aus Aluminium, sondern nur noch einen Aluminiumrahmen mit Glas auf der Front- und Rückseite. Das macht das Gerät etwas weniger rutschig, aber dafür natürlich auch voll für Fingerabdrücke anfällig.

Es ist eine rein subjektive Entscheidung was einem besser gefällt. Ich finde das neue Design etwas angenehmer und auch die Auswahl der Farben ist nicht schlecht. Wobei man kritisieren kann, dass Pink nicht nach Deutschland kommt und Braun nur bei Vodafone erhältlich ist. Das macht dann am Ende nur noch zwei Farben im freien Handel. Von denen gefällt mit das dunkle Modell (unser Testmodell) am besten, gefolgt vom blauen und dann erst vom braunen Modell.

Huawei setzt übrigens bei allen Modellen auf eine Front in der Farbe der Rückseite. Bei Grau, was meiner Meinung nach sehr angenehm und dunkel ist, gibt es eine fast einheitlich dunkle Front. Bei Braun ist es ähnlich, aber Blau und Pink wären mir bei Tageslicht zu hell. Auch hier ist das eine Frage der ganz persönlichen Vorliebe und immerhin hebt sich Huawei damit etwas von der Konkurrenz ab, die in der Regel immer auf eine schwarze oder weiße Front setzt.

Huawei Mate 10 Pro

Was ich auch in diesem Jahr schade finde: Die für mich beste Farbe gibt es nur mit der überteuerten Porsche-Version. Diese gefällt mir mal wieder am besten und ich würde mir den Schwarzton auch für das normale Mate 10 Pro wünschen.

Kritikpunkt beim Design: Das Logo auf der Frontseite. Das hat mich schon beim ersten Eindruck gestört und das ist auch im Alltag so. Es stört das minimalistische Design des Mate 10 Pro, da es auch noch ein Huawei-Logo auf der Rückseite gibt.

Huawei hätte den Schriftzug entweder dezent in der Farbe des Gerätes einbauen, oder lieber gleich weglassen sollen. Kein K.O.-Kriterium, aber dennoch so ein Detail, welches einem auch nach mehreren Tagen mit dem Gerät noch auffällt.

Noch schlimmer wird das bei der Porsche-Version, die durch das fette PORSCHE DESIGN eine meiner Meinung nach hässliche Frontseite bekommt. Aber wer 600 Euro Aufpreis bezahlt, der möchte wohl auch, dass sein Umfeld das sieht.

Bei der Verarbeitung gibt es für mich nichts zu meckern, da wackelt und knarzt nichts, die Tasten haben gute Druckpunkte und das gesamte Gerät fühlt sich hochwertig an. Wichtig: Es gibt keine scharfen Kanten beim Übergang von Glas zu Aluminium. Das kann man in dieser Preisklasse erwarten, aber es ist auch nicht selbstverständlich. Beim Design kommt das neue Mate positiv weg.

Huawei Mate 10 Pro: Gutes Display mit wenig Rand

Das Mate 10 Pro liegt, für ein Modell mit 6 Zoll, durchaus gut in der Hand. Ich bin mittlerweile ein Freund von 18:9-Displays mit knapp 6 Zoll und habe das als für mich gute Größe bei einem Smartphone eingeordnet.

Allerdings nur mit extrem dünnen Displayrändern und die sind beim Mate 10 Pro vollkommen in Ordnung. Etwas weniger Display würde mir allerdings auch ausreichen. Genau dieses Display mit 5,5 bis 5,7 Zoll zum Beispiel.

Das Display selbst ist nun erstmals bei einem Mate-Modell ein OLED-Display und das macht einen guten Eindruck. Es löst zwar „nur“ mit Full HD auf, aber auch hier habe ich festgestellt: Es ist vollkommen egal ob QHD oder FHD – sofern man keine VR-Brille nutzt. Doch da sich auf diesem Markt nicht wirklich etwas tut und aktuell eher AR im Trend ist, ist dieser Punkt zu vernachlässigen.

Huawei Mate 10 Pro Test7

Was aber nicht ganz passt: Das normale Mate 10, welches nicht nach Deutschland kommt, besitzt QHD. Huawei argumentiert jedoch, dass man FHD auf Grund der Akkulaufzeit gewählt hat. Irgendwie widerspricht man sich hier selbst.

Das Display kann bei der Helligkeit und Qualität nicht ganz mit Samsung mithalten, aber mir gefällt es trotzdem. Außerdem: Wer nutzt denn schon die volle Helligkeit beim Galaxy Note 8, am Ende werden viele ein ähnliche Helligkeit nutzen.

Ebenfalls bemerkenswert: Es gibt keine runden Kanten, keine abgerundeten Seiten und keine Nodge beim Display. Es ist einfach nur ein viereckiges Display mit sehr dünnen Displayrändern. Es ist das einzige Gerät mit so einem „gewöhnlichen“ Display, denn alle anderen haben eine Besonderheit.

Huawei hat übrigens einen Einhandmodus eingebaut. Wischt man über die Navi-Leiste unten, dann wird der Bildschirm kleiner und ist gut mit einer Hand zu bedienen. Finde ich bei diesem langen Display wichtig und ist gut umgesetzt.

PS: Ich spreche hier von QHD und FHD, genau genommen ist es aber QHD+ und FHD+, da wir bei beiden Mate 10-Modellen ein 18:9-Format haben.

Huawei Mate 10 Pro: Gute Performance

Huawei verspricht mit dem Kirin 970 einen der besten SoCs auf dem Markt. Benchmark-Ergebnisse bei Seite, wie schlägt er sich im Alltag? Hier habe ich dann doch den ein oder anderen Ruckler gemerkt. Das liegt aber glaube ich nicht an der reinen Performance des Prozessors, sondern an der EMUI-Oberfläche.

Nach ein paar Tagen gab es auch ein großes Update, welches die Performance deutlich optimierte und ohne dieses wäre das hier glaube ich ein Kritikpunkt geworden. Nach dem fast 3 GB großen Update lief es dann deutlich runder. Und Huawei hat auch noch einen Monat für weitere Optimierungen Zeit.

Huawei Mate 10 Pro Header

Man wird bei Spielen und Co sicher sehr lange Zeit keine Probleme haben und wir bewegen uns auch auf einem sehr (!) hohen Niveau, aber das reine System läuft nicht so butterweich wie beispielsweise Android 8.0 auf einem Pixel-Smartphone.

Huawei könnte hier für meinen Geschmack einen Gang zurück schalten und die Oberfläche wieder mehr nach dem ursprünglichen Android aussehen lassen.

Das ist nicht nur bei der Performance so, ich finde die EMUI-Oberfläche auch sonst nicht schön. Huawei besitzt die meiner Meinung nach hässlichste Android-Oberfläche (neben Sony) auf dem Markt. Und wenn das bedeutet, dass das die Performance vom Gerät beeinflusst, dann wird das von mir kritisiert.

Huawei Mate 10 Pro: EMUI ist furchtbar

Manchmal ist weniger mehr, dieser Gedanke wird hoffentlich irgendwann auch bei Huawei ankommen. Ja, man kann die Oberfläche bei Android sehr leicht anpassen und einfach einen Launcher mit Icon-Pack installieren. Das ist für mich beim Mate 10 Pro aber Pflicht und das sollte es nicht sein.

PS: Ich habe auch einige Launcher ausprobiert, mit Nova hatte ich einige Probleme und zu viele Abstürze. Sowas bin ich mittlerweile Leid, ich möchte einfach nur noch ein Smartphone aus der Verpackung nehmen und nutzen, ohne da ewig mit dem Launcher und irgendwelchen Icon-Packs beschäftigt zu sein.

Zur User Experience: Das Design ändert man nicht in den Einstellungen, sondern einer eigenen App, die man erst mal am Anfang sucht und auf dem zweiten Bildschirm findet. Oder das Always On-Display. Möchte man das aktivieren, dann ist das tief versteckt im Bereich „Sicherheit & Datenschutz“. Das dunkle Theme (Empfehlung) findet man im Bereich „Akku“. Das ist gar nicht so abwegig. Die Akkuladung in Prozent kann man in mehreren Bereichen ein- und ausschalten, wenigstens ist sie beim Punkt Akku zu finden. Beispiele wie diese gibt es viele.

Kurz: EMUI ist zu verschachtelt und folgt oft keinem logischen Aufbau. Es gibt auch eine Suche für die Einstellung, dann muss man aber genau wissen wie sie heißt.

Huawei Mate 10 Pro Test2

Immerhin liefert Huawei das Mate 10 Pro mit Android 8.0 aus (was ich Ende November erwarte) und bringt auch die ein oder andere zusätzliche Funktion mit. Der Split-Screen-Modus bei einer eingehenden Nachricht ist zum Beispiel eine sehr gute Idee. Das ist vermutlich die Situation, in der man diesen oft nutzt und hier kann man direkt beim Eingang der Nachricht zwei Apps gleichzeitig ausführen.

Huawei hat Ideen, auch viele gute. Doch irgendwie hat man das System in den letzten Jahren voll gepackt mit Funktionen und es wird immer unübersichtlicher. Wieso ist zum Beispiel das Design in eine App ausgelagert worden, wenn man es auch wunderbar in die Einstellungen hätte integrieren können? Und wieso kann ich es nicht ändern, wenn ich das Wallpaper direkt auf dem Homescreen (mit zwei Fingern zusammen wischen) ändern möchte?

Der Aufbau von EMUI 8.0 folgt keiner klaren Linie.

Ich weiß, ich wiederhole mich. Huawei hat gute Arbeit geleistet und liefert die aktuelle Version von Android mit ein paar sinnvollen Funktionen, die es nur auf dem Mate 10 Pro gibt, aus. Aber das System ist mittlerweile auch überladen und ich vermute, dass das an gewissen Stellen auch der Performance schadet. Ich bin ein Freund von einer reinen Android-Oberfläche und würde mir wünschen, dass Huawei hier in Zukunft lieber mal wieder einen Schritt zurück macht.

Huawei Mate 10 Pro: Gute Kamera

Kommen wir zu einem der wichtigsten Punkte in einem Smartphone, der Kamera. Die liefert gute bis sehr gute Ergebnisse. Es ist für mich jedoch nicht die „beste Kamera“ in einem Smartphone. Doch hier hat jeder andere Vorlieben.

Sie ist zwar sehr schnell, der Auto-Fokus ist aber bei mir nicht immer optimal. Bei Huawei hat man viel Werbung mit dem Kirin 970 und der NPU gemacht, da hatte ich wohl etwas höhere Erwartungen an das Gerät. Ohne einen manuellen Fokus (auf die Stelle am Display tippen) werden die Bilder oftmals nicht so gut.

Punkten kann das Mate 10 Pro im dunklen Licht, allerdings auch nur, wenn man sich etwas Zeit für das Foto nimmt. Spielt man kurz mit Fokus und anderen Werten, dann kann man sehr gute Fotos mit dem neuen Mate machen. Natürlich gibt es Grenzen, aber für eine Smartphone-Kamera ist das bereits sehr gut.

Huawei Mate 10 Pro Test3

Was mir gefällt: Das Mate 10 Pro erkennt spezielle Szenen. Zum Beispiel Schrift, wenn man ein Dokument oder einen Text von einem Monitor abfotografieren möchte, oder auch Katzen. Weitere Szenen sollen noch folgen.

Hier kommt laut Huawei die NPU zum Einsatz und ich habe festgestellt, dass diese die Szenen durchaus oft richtig einschätzen kann. Was ich aber auch sagen muss: Ich finde die Bilder sehen in so einem Modus jetzt nicht großartig anders als sonst aus. Es ist eine Spielerei, die nett, aber kein großer Mehrwert in meinen Augen ist. Doch vielleicht wird das mit der Zeit aber noch optimiert.

Ebenfalls Spielerei ist für mich der 3D-Modus. Hier kann man sich um einen Gegenstand mit der Kamera bewegen und dabei quasi ein kurzes Video von diesem machen. Die Foto-App macht dann eine Art 3D-Foto daraus.

Der Portrait-Modus besitzt hingegen noch Potential zum Ausbau, denn die Kanten sind öfter mal verschwommen (vor allem bei Haaren hat das Mate 10 Pro noch große Probleme). Das machen andere schon besser, doch die haben mit der Zeit auch dazu gelernt und diesen Modus nach und nach optimiert.

Außerdem setzen viele auf eine zweite Kamera für Portrait-Bilder.

Huawei Mate 10 Pro Test4

Huawei setzt bei der zweiten Kamera weiterhin auf einen Monochrom-Sensor. Mit diesem wird ein schärferes Bild in Schwarz/Weiß gemacht und kombiniert man das mit dem Bild vom normalen Sensor, dann soll das zu einem schärferen Bild führen. Ich finde aber nicht, dass die Bilder vom Huawei Mate 10 Pro nun deutlich besser bei der Auflösung und beim Bildrauschen sind.

Ich persönlich bevorzuge bei Dual-Kameras eher ein Teleobjektiv, doch das ist am Ende eine Frage der persönlichen Vorliebe. Was mir aber gut gefällt: Die reinen Monochrom-Aufnahmen (es gibt einen eigenen Modus dafür) sind erstaunlich gut, wenn man ein Bild in Schwarz/Weiß machen möchte. Vor allem auch bei sehr schlechtem Licht. Wer gerne S/W-Bilder macht, für den ist diese Kamera glaube ich die beste Smartphone-Kamera auf dem Markt.

Bilder sagen bei diesem Punkt bekanntlich mehr als Worte, daher habe ich euch wieder eine kleine Galerie mit Bildern bei Google+ erstellt. Im DxOMark kommt das neue Mate übrigens auf 97 Punkte. Am Ende auch nur eine subjektive Wertung.

Huawei Mate 10 Pro: Gute Akkulaufzeit

Ein ebenfalls wichtiger Punkt ist die Akkulaufzeit. Huawei hat dem Mate 10 Pro einen Akku mit stolzen 4000 mAh spendiert, womit man sämtliche Modelle der Konkurrenz übertrifft. Man verspricht zwei volle Tage Akkulaufzeit für Standard-Nutzer und einen vollen Tag für Heavy-Nutzer. Das ist eine mutige Aussage.

Das Thema Akku ist so eine Sache, die subjektiver kaum sein könnte.

Jeder nutzt sein Gerät anders, besitzt ein anderes Wallpaper, andere Apps, andere Hintergrunddienste und auch die stufenlos regulierbare Displayhelligkeit hat einen großen Einfluss. Kurz: Jeder Tester wird ein anderes Ergebnis haben.

Ich treffe hier nur ungern eine Aussage, stelle mir aber bei jedem Testmodell die Frage: Komme ich, und ich bezeichne mich als Heavy-User, durch den Tag?

Das schafft das Mate 10 Pro mit den von mir gewünschten Einstellungen nicht. Ich möchte so ein OLED-Display aber auch nicht mit einem schwarzen Wallpaper und auf niedriger Helligkeit nutzen. Ich habe beides getestet. Mit meinen gewöhnlichen Einstellungen und einem „intensiven“ Tag reicht es bei mir bis zum Nachmittag. Mit optimierten Einstellungen und an einem etwas weniger aktiven Tag reicht der Akku aber dann ganz locker bis zum Ende des Tages.

Huawei Mate 10 Pro Test6

Ich vermute, dass der „normale“ Nutzer hier aber keine Probleme haben wird über den Tag zu kommen. Zwei Tage sind sportlich, da muss man meiner Meinung nach schon etwas mehr optimieren und darf das Gerät am Ende auch nicht ausschöpfen (keine aufwändigen Spiele, keine Videos mit hoher Helligkeit, etc).

Am Ende des Tages ist das aber glaube ich auch schon fast egal, denn wir leben in einer Zeit, in der man das Smartphone bei Bedarf sehr schnell aufladen und für viele weitere Stunden fit machen kann. Huawei setzt aber leider auf einen eigenen Standard namens SuperCharge. Ich würde mir wünschen, dass man sich hier irgendwann für USB Power Delivery entscheidet, was in diesem Bereich meiner Meinung nach der beste Standard für die Zukunft ist.

Das Huawei Mate 10 Pro besitzt nun eine (leicht gebogene) Glasrückseite, jedoch kein Qi. Ich habe schon bei meinem ersten Eindruck erwähnt, dass ich das sehr schade finde. Für mich definitiv einer der größten Kritikpunkte. Nicht grundsätzlich, aber vor allem bei Modellen mit einer reinen Glasrückseite.

Ich habe in den letzten Tagen mit einigen Mitarbeitern von Huawei gesprochen und glaube das wird sich 2018 ändern. Immerhin ist Huawei auch im Wireless Power Konsortium, welches sich um den Qi-Standard kümmert.

Beim Huawei Mate 10 Pro muss man aber leider auf Qi verzichten.

Huawei Mate 10 Pro: Sonstiges

  • Das Huawei Mate 10 Pro besitzt solide Stereo-Lautsprecher und Huawei nutzt hier den gleichen Trick wie Apple, in dem sie die Hörmuschel als zweiten Lautsprecher verwenden. Das ist nicht so optimal wie bei zwei richtigen Lautsprechern (Pixel 2), aber es ist besser als ein einzelner Lautsprecher (Galaxy S8) auf der unteren Seite des Gerätes.
  • Das neue Mate ist nun auch IP67-Zertifiziert. Das ist für mich mittlerweile ein Standard bei Smartphones. Wirklich ernsthaft gebraucht habe ich das noch nie, aber ich will auch nicht in die Situation kommen, wo ich es brauche und dann nicht habe. Kurz: Ein Smartphone ohne diese Zertifizierung hätte schlechte Chancen mein Daily Driver zu werden.
  • Huawei hat sich nun auch vom 3,5 mm-Anschluss verabschiedet. Ich kann gar nicht oft genug erwähnen wie egal mir das Ende von diesem Standard ist. Ich habe seit vielen Jahren kein 3,5 mm-Kabel mehr genutzt und habe es auch nicht mehr vor. Zur Not hat man bei den Smartphones ja immer ein Headset mit dem Anschluss des Gerätes im Lieferumfang. Beim Mate 10 Pro ist das USB Typ C. Für mich eine vollkommen akzeptable Lösung.
  • Allerdings nur, weil ich auf Bluetooth setze und hier gibt es einen weiteren Kritikpunkt: So gut wie jedes aktuelle Spitzenmodell für das Weihnachtsgeschäft 2017 besitzt Bluetooth 5. Nur das Mate 10 Pro kommt noch mit Bluetooth 4.2 daher. Das ist aktuell kein Deal-Breaker, da es nicht wirklich Headsets mit Bluetooth 5 gibt, doch das wird sich 2018 ganz schnell ändern. Mir persönlich ist das extrem wichtig und daher ist das für mich ein ganz großer Kritikpunkt.
  • Huawei hat sich auf dem Event über die Position des Fingerabdrucksensors von Samsung lustig gemacht und dabei voll ins Schwarze getroffen. Man hat sich beim Mate 10 Pro für eine Position leicht über der Mitte und unter der Kamera entschieden. Der Sensor ist etwas in das Gehäuse eingelassen und leicht zu finden. Für mich die beste Position für einen Sensor auf der Rückseite. Der Sensor ist außerdem extrem schnell (Der Trick: Huawei nutzt keine Animation) und besitzt die Option für Gesten (runter wischen, um die Benachrichtigungen zu sehen). Kurz: Ein Sensor unter dem Display und auf der Front ist nicht möglich, also alles richtig gemacht.
  • Auf Wunsch kann man beim neuen Mate 10 Pro zwei SIM-Karten nutzen und bei beiden sogar eine LTE-Verbindung. Das ist nicht selbstverständlich. Huawei verzichtet dafür aber auf einen Slot für microSD-Karten. Das wird auf Kritik stoßen, doch ich finde mit 128 GB internem Speicher in der Standard-Version gleicht man das gut aus. Eine Option mit 256 GB, die es nur beim Porsche-Modell für 1400 Euro gibt, wäre aber ebenfalls wünschenswert.

Huawei Mate 10 Pro Header

  • Huawei legt dem Mate 10 Pro eine Hülle bei. Allerdings eine eher billig anmutende Plastik-Hülle, die nicht besonders viel her macht. Aber: Besser als nichts und sie reicht auch erst mal für die ersten Tage, in denen man dann auf Wunsch eine bessere Hülle suchen kann.
  • Das Mate 10 Pro kommt, wie viele andere Huawei-Modelle, mit einer vorinstallierten Displayfolie daher. Ich bin wahrlich kein Freund von solchen Folien, vor allem da diese nicht bis zum Rand geht, aber sie ist perfekt angebracht und falls man sowas gerne nutzt, dann muss man sich nicht darum kümmern. Da man sie leicht entfernen und das Gerät ohne nutzen kann ist das ein Pluspunkt für viele.
  • Es bleibt dabei, auf die reine Telefonie-Funktion werde ich nicht eingehen, da ich das zu selten nutze. Was mir aber aufgefallen ist: Die WLAN-Reichweite ist nicht so gut wie bei anderen Modellen in meinem Fuhrpark. In meinem Büro habe ich mit iPhone, Pixel und Co ein gutes Signal, beim Mate 10 Pro sind es nur 2-3 Striche und ich hatte auch den ein oder anderen Abbruch. Gehe ich in die Nähe des Routers funktioniert es einwandfrei, es geht also wohl nur um die Entfernung.
  • Huawei hat dem Mate 10 Pro dank OLED-Display eine Always On-Funktion für das Display spendiert. Diese ist aber tief in den Einstellungen versteckt und steht auch noch ganz am Anfang. Man kann sich nur die Uhrzeit, das Datum und den Akkustand anzeigen lassen, Dinge wie WhatsApp-Nachrichten funktionieren noch nicht. Wird aber sicher kommen.
  • Das neue Mate kommt mit einer Art Desktop-Modus daher, der nicht (wie bei Samsung) über ein Dock, sondern ein USB-C-HDMI-Kabel ermöglicht wird. Ein solches Kabel befindet sich nicht im Lieferumfang und da ich sowas nicht besitze habe ich den Modus nicht getestet.

Huawei Mate 10 Pro: Das Fazit

Das Huawei Mate 10 Pro ist ein sehr gut ausgestattetes Gerät mit einem modernen Design und es liegt voll im Trend. Es fühlt sich sehr hochwertig an, ist gut verarbeitet und gefällt mir persönlich deutlich besser als das Mate 9.

Es sind jedoch die kleinen Kritikpunkte, die das Gesamtbild etwas trüben. Fehlendes Qi, kein Bluetooth 5 und die nicht ganz so perfomante (und hässliche) EMUI-Oberfläche zum Beispiel. Oder auch das Logo auf der Front. Betrachtet man die Punkte einzeln, dann könnte man sie vielleicht ignorieren, doch in der Summe (vor allem fehlendes Qi und kein BT 5) betrachtet ist das doch recht schade.

Man bekommt mit dem Huawei Mate 10 Pro ein tolles Spitzenmodell mit einem guten Display, einer guten Kamera, genug Power, einer guten Akkulaufzeit und vor allem zu einem Preis von 799 Euro. Damit unterbietet man die Konkurrenz bei Samsung, Google und Co um 100-200 Euro. Das kann entscheidend sein.

Huawei Mate 10 Pro Test5

Huawei hat nun allerdings ein Problem: Die Marke „Mate“ ist in Deutschland noch nicht bekannt und wenn der Kunde in einem Vodafone-Shop oder bei Media Markt steht, dann könnte er eher zu „Galaxy“ greifen. Das kennt man seit Jahren.

Es ist glaube ich gar nicht so entscheidend wie gut oder schlecht das Mate 10 Pro im Detail ist, wenn man mit dieser Serie in Zukunft mehr erreichen möchte, dann muss man mehr in Werbung investieren. Die Mate-Serie hätte glaube ich das Potential langfristig der Galaxy-Reihe gefährlich zu werden und das Mate 10 Pro ist für mich persönlich auch ein attraktiveres Modell als das Galaxy Note 8.

Falls euch die oben genannten Kritikpunkte nicht stören, dann darf das Huawei Mate 10 Pro durchaus auf eure Wunschliste wandern. Falls ihr Fragen zum Gerät habt, dann ab in die Kommentare damit. Das Testgerät wurde uns von Huawei für diesen Test zur Verfügung gestellt und es handelt sich um die finale Hardware.

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Wertung des Autors

Oliver Schwuchow bewertet Huawei Mate 10 Pro mit 4.0 von 5 Punkten.

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