Huawei MateBook im Test

Vor ein paar Tagen erhielt ich auf einem PR-Event die Möglichkeit ein brandneues Huawei MateBook nebst umfangreichem Zubehör-Paket für einen Test zu erhalten. Auf dem Event wurden die üblichen Huldigungen für das jeweils aktuelle Flaggschiff ausgesprochen und so ging ich auch voller Begeisterung an das neue Windows Tablet mit Tastatur-Cover ran. Ob mich das Gerät überzeugen konnte, könnt ihr in den folgenden Zeilen lesen.

Lieferumfang des Huawei MateBook

Den Artikel zum Auspacken des Huawei MateBook mit vielen Fotos etc. findet ihr hier, ich werde aber dennoch der Vollständigkeit halber noch einmal den Lieferumfang und die technischen Details auch hier einfügen. Wir haben das MateBook mit einem umfangreichen Zubehörpaket erhalten. In unserem Fall war das also ein MateBook nebst MateDock, MatePen und dem MateBookportfolioKeyboard.

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Im Lieferumfang war in unserem Fall also das MateBook selbst, ein Netzteil mit USB Typ-C zu Typ-C Kabel, ein Adapterstecker von MicroUSB zu USB, ein sehr kurzes Typ-C zu MicroUSB Kabel, eine magnetische Schlaufe zur Anbringung des Stiftes, der Stift mit 2 Tasten für Präsentationen etc. und integriertem Laserpointer nebst MicroUSB-Anschluss zum Laden des Stift-Akkus dabei. Dazu kommt noch der MateDock, welcher einen Anschluss für Typ-C in/out besitzt, ein Netzwerkanschluss, ein HDMI-, einen VGA-Anschluss und zwei normale USB-Anschlüsse besitzt.

Die wichtigsten technischen Details zum Huawei MateBook

  • Display: 30,48 cm (12″), IPS TFT LCD Auflösung: 2160 x 1440 px
  • Prozessor: Intel® Core™ M Prozessor der 6. Generation, Dual-Core bis zu 2,7 GHz
  • Betriebssystem: Windows® 10 Home 64-bit
  • Speicher: Intern 4 GB (Elite-Version), 8 GB (Business-Version) SSD-Speicher: 128 GB (Elite-Version), 256 GB (Business-Version)
  • Kamera: Frontkamera: 5 MP
  • Akku: 4430 mAh
  • Audio: 2 Lautsprecher, Dolby Premium Audio-Technologie
  • Sensoren: Umgebungslichtsensor, Fingerabdrucksensor, Beschleunigungssensor, Gyroskop, Hall-Sensor
  • Verbindungen: WiFi: 802.11 a/b/g/n/AC, 2,4 G & 5 G, MIMO Bluetooth®: 4.1 mit BLE
  • Anschlüsse: Kopfhörer USB-Anschluss: USB Type-C™ Tastatur-Magnetdock-Anschluss
  • Netzteil 12V/2A USB-C-Netzteil, USB-C Power Port
  • Gewicht ca. 640 g
  • Software Office 365 vorinstalliert (30-Tage-Testversion)

Zum Rechner/Tablet selbst

Das MateBook zeigt in Sachen Verarbeitung sehr schön, dass Huawei mittlerweile weit oben angekommen ist. Die verwendeten Materialien und auch die Qualität des MateBooks sprechen hier für sich. Trotz der hochwertigen Materialien ist das Matebook dabei aber nur 640g schwer bzw. leicht.

In Deutschland bietet Huawei zwei Modellvarianten an. Sie hören auf den Namen „Elite“ und „Business“ und unterscheiden sich im verbauten Prozessor, Arbeitsspeicher und der SSD. Das Modell „Elite“ kommt mit einem Intel Core M3 (6Y30), mit 4 GB RAM und einer 128 GB SSD zu 899 EUR auf den Markt. Das Modell „Business“ dagegen besitzt einen Core M5 (6Y54), 8 GB RAM und eine 256 GB SSD. Im Business für 1.199 Euro stecken ein Intel Core m5-6Y54, 8 GByte RAM und eine 256 GByte große SSD für insgesamt 1199 EUR. Optional sind der Stylus mit integriertem Laserpointer für 69 Euro und das MateDock für 99 Euro erhältlich.

Die Ablesbarkeit des Displays auch aus ungewöhnlich schrägen Winkeln ist toll. Auch die Auflösung im Seitenverhältnis 3:2 mit 2160 x 1440 Pixeln ist super schick. Alles lässt sich prima ablesen. Die Helligkeit ist auch für eine direkte Sonnenbestrahlung noch in Ordnung, wobei hier selbstverständlich nicht mehr die beste Qualität rüberkommen kann.

Der Klang über die Stereo Speaker ist auch für die Stärke des Tablets nicht schlecht. Die Position auf der Oberseite ist gut gewählt und sorgt für die bestmögliche Beschallung, wenn das Tablet im Tastatur-Case benutzt wird.

Seitlich zwischen der Lautstärkewippe ist der Fingerabdrucksensor integriert worden, welcher sehr schnell reagiert und den gespeicherten Abdruck erkennt. Hiermit wird Windows 10 per Fingerabdruck zuverlässig und schnell entsperrt. Auf der Presseveranstaltung wurde angedeutet, dass es ein großes Ziel von Microsoft ist, komplett auf den Fingerabdrucksensor umzusteigen. Wenn möglich, sollen dadurch irgendwann komplett alle Passwörter ersetzt werden.

Auf der Rückseite finden wir keine Kamera, dafür auf der Frontseite. Mit ihren 5 Megapixeln ist diese für ihren Einsatzzweck (primär Videotelefonie und dergleichen) ebenso absolut ausreichend. An sonstigen Anschlüssen befindet sich am Tablet lediglich ein Klinkenstecker auf der linken Seite und ein USB Typ-C-Anschluss auf der unteren rechten Seite nebst dem Docking-Anschluss für das Tastatur-Case auf der Unterseite.

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Damit ergeben sich wie auch beim Macbook2015/16 die selben Probleme. Man muss sich entweder gezwungenermaßen über die Wochen/Monate/Jahre der Nutzung diverse Adapter kaufen, oder legt sich direkt zum MateBook gleich noch das MateDock zu.

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Damit ist ein großer Teil der Anschlüsse dann doch gegeben, die aus dem vorhandenen USB Typ-C-Anschluss per Adapter rausgeholt werden. Ansonsten fehlt von Werk aus beispielsweise ein HDMI-Ausgang, der alte USB-Anschluss oder auch nur ein Netzwerkanschluss. Alles Dinge, die über kurz oder lang mal an einem normalen Rechner benötigt werden.

Über HDMI konnte ich trotz größerer Auflösung des MateBooks lediglich mit 1920×1200 Pixeln eine Signalausgabe erreichen. Ob das nun an der Hardware des MateDock oder ein Treiberproblem war, kann ich nicht sagen. Eventuell wird hier noch per Firmware- oder Treiberupdate nachgeholfen.

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Leider fehlt auch dem MateDock ein nicht zu verachtender Anschluss. Gerade als Blogger oder jemand, der gern mal fotografiert ist ein SD-Karten-Port zwingend notwendig. Hierfür muss dann wohl oder übel noch ein extra Adapter erworben werden. Das Grundprinzip des MateDock ist aber hervorragend gelöst.

So kann in dem Täschchen direkt auch der Laserpointer/Touchstift und auch das USB-Typ-C/MicroUSB-Kabel aufbewahrt und transportiert werden. Ebenfalls toll ist der Typ-C in/out Anschluss. Damit kann also das MateBook geladen werden, während es beispielsweise via HDMI am TV hängt.

Zum Thema Akku muss ich dieses mal ein wenig ausholen. Auf der Presseveranstaltung wurde uns vorgeschwärmt, dass man mit dem MateBook gern mal einen Tag über die Runden kommt. Der liebe Kollege hat aber so wie es aussieht doch minimal *hust* übertrieben.

Selbst wenn ich Energiesparen aktiviere und die Display-Helligkeit auf 50 Prozent einstelle, sagt das Gerät schon vom Start an, dass es „nur“ für ca. 4-5 Stunden Energie auf der Pfanne hätte. Nach ein bisschen Arbeiten sieht das dann wie folgt aus. Wobei ich zugegebenermaßen hier den Stromsparmodus nicht aktiviert, dafür aber die Helligkeit auf 50 % eingestellt hatte.

Akku MateBook

Im Alltag scheint sich das auch zu bewahrheiten. Im normalen Office-Betrieb mit per Bluetooth gekoppelter Maus ist bei mir nach etwas mehr als 4 Stunden Dauerbetrieb Schluss mit Energie aus den 4430 mAh. Das mag sich ändern, wenn ich immer wieder mal Pausen einlegen und vielleicht noch einen Film anschauen würde – aber ich bin auch nach mehreren Ladezyklen nicht auf spürbar bessere Zeiten gekommen.

Privat nutze ich seit letzes Jahr das Macbook 2015 und damit verglichen ist das eher eine schlechte Zeit. Das MB 2015 mit seinem 5263 mAh Akku packt bei mir tatsächlich einen kompletten Arbeitstag mit 8-9 Stunden. Da ist aber nichts auf Energie sparen eingestellt und die Display-Helligkeit regelt sich automatisch und ist von Haus aus mit normalen Energie-Einstellungen auf jeden Fall heller.

Die Ladezeit ist übrigens interessanterweise bei beiden Geräten ungefähr gleich! Nach ca. 1 1/2 Stunden sind beide Geräte trotz 1000 mAh Unterschied wieder bei 100 % Akkustand angelangt.

Wie sieht es aus mit der Powaaaaaar?

Im normalen Alltagsbetrieb fällt mir im Grunde nichts ein, was entweder nicht funktioniert hätte oder mit enormer Wartezeit verbunden gewesen wäre. Ich habe darauf Videos geschaut, Berichte geschrieben und die Fotos dazu via Batch-Auftrag mit Wasserzeichen versehen und die Größe angepasst, Fotos und Screenshots bearbeitet, im Internet gesurft, mehrere Mails gecheckt, eine Bluetooth Maus angeschlossen und genutzt, uvm.

Mit dem MateDock ist ein tolles Zubehör auf dem Markt, welches die nötigen Anschlüsse nachreicht und bis auf den SD-Kartenslot bin ich vollstens zufrieden damit. Die von mir genutzte Maus soll übrigens nichts negatives zum Tastatur-Cover nebst Trackpad aussagen – es ist einfach für mich komfortabler mit der Maus diverse Dinge am Rechner zu erledigen. Ich habe sicher noch mehr mit dem MateBook erledigt und generell keine Einbußen erkennen können.

Da ich privat noch ein Macbook 2015 nutze und René gerade ein Acer Switch 12 im Test hat, habe ich euch der Ordnung halber auch noch ein paar Geekbench-Werte, wobei ich wie gesagt behaupte, dass normale Dinge aus dem Alltag alle mit allen Geräten zu bewerkstelligen sind. Alle drei Geräte sind aber natürlich keine Zocker-Maschinen. :)

Tastatur-Cover

In Leder gebettet erwarten den Anwender ein Case, welches zum einen das MateBook schützt, zum anderen eine vollwertige Tastatur, nebst größerem Touchpad und eingebauten Magneten, die das Display in zwei festgelegten Winkeln positionieren.

Wie an diesem Bild hier sehr schön zu sehen ist, klappt das Display mit dem Keyborad-Cover ein paar Zentimeter nach hinten und kann in einer weiteren Position noch ein bisschen schräger eingestellt werden. Es ist aber leider auch ebenso sehr schön zu sehen, dass unten an der Position, an der das Display mit der Tastatur verbunden ist, selbige ein paar Millimeter nach oben gezogen wird.

Das ist leider im Alltag sehr nervig. Drückt man die Tasten der oberen zwei Reihen der Tastatur gibt diese immer nach unten nach, weil sie eben nicht plan mit der Unterseite auf dem Tisch aufliegt.

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Die Tasten lassen sich in vier verschiedenen Helligkeiten beleuchten und sind angenehm tief drückbar. Auch der Abstand zwischen den Tasten ist angenehm und man gewöhnt sich sehr schnell daran auf der Tastatur zu tippen. Auch das Touchpad macht einen guten Eindruck. Mit fast 10x6cm ist es auch fast schon ungewöhnlich groß für ein Touchpad im Cover und reagiert angenehm schnell und akkurat auf meine Eingaben.

Die komplette Bauweise des Covers führt aber in meinen Augen dazu, dass ein Tippen auf den Schenkeln eher unergonomisch und wackelig wird. Ich muss wirklich sagen, dass ich hier lieber mit einem „richtigen“ Laptop arbeite, als mit einer dieser Tastaturcover-Tablet-Kombinationen. Das ist aber meine private Einstellung. Man gewöhnt sich an fast alles. :)

Ein paar Worte zum MatePen

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Der MatePen besitzt auf der einen Seite einen Laserpointer, welcher natürlich für Präsentationen ebenso, wie auch als das ultimative Katzenspielzeug genutzt werden kann. Im Inneren des Stiftes ist ein Akku angebracht, welcher sich mittels MicroUSB-Anschluss aufladen lässt.

Zusätzlich zur Taste für den Laserpointer gibt es noch zwei weitere Tasten, welche beispielsweise für Powerpoint genutzt werden können. Auf der anderen Seite ist der MatePen natürlich auch ein „ganz normaler“ Stylus mit schlappen 2048 Druckstufen.

MatePen

Im Lieferumfang befindet sich auch noch eine zusätzliche Spitze als Ersatz. Den Akku konnte ich noch nicht ausgiebig testen. Da ich aber davon ausgehe, dass er nicht unbedingt groß ist, dürfte eine kurze Ladezeit sicher genügen, um eine wichtige Präsentation oder dergleichen damit abhalten zu können. Laut Huawei soll eine durchschnittliche Laufzeit von 100 Tagen mit dem Stift möglich sein. Hierbei kommt es sicher sehr auf das jeweilige Nutzerverhalten an.

Und sonst noch?

  • Das MateBook ist und bleibt natürlich auch ein wunderhübsches Tablet. Mit seinen 12 Zoll ist es super schick geeignet mal eben auf der Terrasse ein paar Youtube-Clips anzusehen, oder es auf einer Präsentation im kleinen Kreis auch mal herumzureichen, etc. Hierfür benötigt man kein Tastatur-Cover und man glaubt gar nicht, wie toll ein 12 Zoll Tablet in diversen Gelegenheiten sein kann.
  • Mit Windows 10 lässt es sich toll auf dem Matebook arbeiten. Wird die Tastatur abgeclipst wird man gefragt, ob Windows auf den Tablet-Modus umschalten soll. Dadurch fallen diverse Handgriffe leichter, auch wenn kein Trackpad mehr genutzt werden kann. Auch sonst, lief alles in meinem Test ziemlich fluffig. Egal ob LibreOffice, oder Batch-Konvertierung diverser großer Fotos etc.
  • Die Rückseite wird bei starker Beanspruchung des Prozessors schon auch mal warm. Das ist aber in meinen Augen völlig in Ordnung, da wir hier ein lüfterloses System haben und damit die Wärme eben teilweise über das Gehäuse abgegeben wird. Das ist beispielsweise beim Macbook auch der Fall, wenn der Prozessor auf Hochtouren laufen muss.
  • Bedingt durch das Unibody-Design kann das MateBook nicht mal eben so erweitert werden. Das sollte beim Kauf schon klar sein. Besser direkt das größere Modell kaufen, wenn man eher mehr mit dem MateBook machen möchte.

Fazit zum Huawei MateBook

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Das Huawei MateBook ist ein wirklich toll verarbeitetes Windows 10 Tablet, welches je nach gekauftem Zubehör und Anwendungsgebiet kaum Wünsche übrig lässt. Durch die Maße lässt er sich überall bequem hin mitnehmen und mit dem 12 Zoll Formfaktor kann auch unterwegs prima damit gearbeitet werden.

Die Hello-Sicherheitsfeatures werden durch den Fingerabdrucksensor komfortabel abgedeckt und so lässt es sich schnell damit arbeiten, ohne zu lange Passwörter eingeben zu müssen. Der Akku dürfte ruhig etwas potenter sein, dafür ist er aber schnell wieder aufgeladen. Das Tastatur-Cover ist in vielen Punkten lobenswert, aber der wackelige Boden und die lediglich zwei vorhandenen Rasterpunkte für das Display sorgen hier für ein wenig Unmut.

Die Power des MateBook genügt für Office und Uni auf jeden Fall. Multimedia würde ich auch noch unterschreiben, aber zocken fällt damit dann doch aus. Das sollte aber klar sein. Für Huaweis erstes Modell in dieser Kategorie wurde vieles richtig gemacht, wenn auch hier und da Verbesserungen nötig sind.

Wir dürfen das Huawei MateBook noch ein paar Tage behalten. Dies gibt uns die Chance evtl. neue Features nach dem kommenden Windows Anniversary-Update ausprobieren zu können. Stay tuned!

Wertung des Autors
Michael Meidl bewertet Huawei MateBook mit 4.1 von 5 Punkten.

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