Apple iPhone 7 im Test: Das Fazit

Apple iPhone 7 in Schwarz

Das Apple iPhone 7 begleitet mich seit über einem Monat im Alltag. Es wird also Zeit für ein paar Worte und ein kurzes Fazit zur aktuellen Generation.

Das iPhone 6 war vor zwei Jahren ein großer Schritt bei der iPhone-Entwicklung. Das iPhone 6s war hingegen ein, selbst für eine S-Generation, kleiner Schritt. Ich habe beide Modelle zum Marktstart gekauft und mich in diesem Jahr auch wieder für das iPhone 7 entschieden. Auch wenn es mehr eine Art iPhone 6s(s) ist.

Das war zumindest mein Eindruck nach der Präsentation und dieser hat sich auch nach einem Monat im Alltag bestätigt. Das iPhone 7 ist kein großer Schritt. Es ist das Optimale iPhone 6. So hätte das iPhone 6s sein müssen. Ich glaube, dass Apple ein paar Funktionen beim 6s jedoch ganz bewusst zurückgehalten hat.

Zwei S-Generationen

2017 wird es ein großes Upgrade geben, da bin ich mir sicher. 2015 und 2016 hat man also das S-Upgrade auf zwei Jahre aufgeteilt. Extras, wie neue Farben, sollen dafür sorgen, dass die Verkaufszahlen beim 7er daher nicht komplett einbrechen. Der Markt ist gesättigt, das weiß man auch bei Apple.

Ich glaube, dass das Unternehmen die rückläufigen Verkaufszahlen beim iPhone ganz bewusst in Kauf genommen hat, um 2017 wieder angreifen zu können. Doch hat sich das Upgrade vom iPhone 6 auf das iPhone 6s gelohnt? Es geht so. Hat es sich vom iPhone 6s auf das iPhone 7 gelohnt? Ich würde sagen Ja.

Hardware und OS aus einer Hand

Als Fan von mattschwarzer Technik war alleine die neue Farbe ein Highlight. Apple hat bewusst Spacegrau immer heller werden lassen, um dann viele Kunden vom schwarzen iPhone 7 überzeugen zu können. Vermutlich. Von der Haptik fühlt sich auch das iPhone 7 wie ein iPhone 6 an, optisch sieht es aber besser aus.

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Bei der Performance merkt man den Unterschied am deutlichsten. Der Schritt vom iPhone 6 zum iPhone 6s war spürbar, doch die Performance des iPhone 7 (Plus) ist extrem gut. Das OS rennt und ist pfeilschnell. Eine Performance, die man auf dem Smartphone-Markt kaum findet. Und das trotz gleichwertiger Hardware.

Hier merkt man, dass Apple das OS und die Hardware gemeinsam entwickelt. In meinen Augen ist das ein extrem großer Vorteil. Das habe ich auch beim Pixel von Google gemerkt. Hier hat man Android 7.1 ebenfalls für genau diese Hardware optimiert. Für mich ein Pluspunkt, genauso wie schnelle Updates für alle Geräte.

Keine Dual-Kamera im kleinen iPhone

Doch diese Vorteile sind bekannt und nicht neu. Für mich ist das mittlerweile jedoch der Grund, warum ich entweder zu einem iPhone, oder einem Pixel greifen würde. Man muss allerdings auch bedenken, dass das seinen Preis hat. Mir ist es das aber wert. Es gibt kein Gerät, welches ich so oft im Alltag nutze, wie mein Smartphone.

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Das Performance-Upgrade und die neue Optik sind für mich schon Grund genug gewesen, dass ich den Schritt vom 6s zum 7 nicht bereut habe. Bei der Kamera bin ich etwas skeptischer. Das Upgrade ist spürbar, klar, aber es ärgert mich, dass das Plus-Modell so sehr bevorzugt wird und die Dual-Kamera bekommen hat.

Ich hätte mir die Dual-Kamera auch im kleinen iPhone gewünscht. Da ich jedoch nicht digital in Fotos zoome und der Porträt-Modus nicht ausgereift ist (hier kann man glaube ich noch eine iPhone-Generation abwarten), war es mir das nicht wert. Das iPhone 7 Plus ist nämlich definitiv zu groß für meinen Geschmack.

Schlechtes Display-Rahmen-Verhältnis

Das liegt aber nicht unbedingt am 5,5 Zoll großen Display, sondern am Display-Rahmen-Verhältnis. Das ist beim iPhone mittlerweile nicht mehr zeitgemäß. Müsste ich einen großen Kritikpunkt beim iPhone 7 nennen, dann diesen. 2017 muss der Rand um das Display beim iPhone definitiv kleiner werden.

Es gibt jedoch noch einen anderen Punkt, der kritisiert werden kann: Der Akku. Ja, das iPhone 7 besitzt eine bessere Laufzeit, als das 6s (merkt man kaum), aber es gibt immer noch keine Option zum schnellen Laden. Kabelloses Laden wäre ein netter Bonus, schnelles Laden ist in der heutigen Zeit aber eindeutig Pflicht.

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Das ist aber glaube ich wieder so eine Funktion, die Apple zurück hält. Diese wird 2017 kommen, da bin ich mir sicher. Ich glaube aber auch, dass das beim iPhone 7 schon möglich gewesen wäre. Ich bleibe auch dabei: Das iPhone dürfte ruhig ein kleines bisschen dicker sein und dafür einen stärkeren Akku haben.

Ebenfalls wünschenswert: USB Typ C. Ich bevorzuge zwar den Lightning-Anschluss, aber spätestens seit den neuen MacBook Pros wird klar: USB Typ C ist die Zukunft von Apple und wir benötigen einen einheitlichen Standard. Wenn Apple diesen Schritt schon geht, dann bitte richtig. Aktuell ist das alles irgendwie halbherzig.

Sehr gutes Display

Was mir aber mittlerweile sehr gut gefällt ist der neue Home-Button. Hier war ich anfangs sehr kritisch. Mittlerweile finde ich ihn besser, als den mechanischen. Die IP67-Zertifizierung ist ebenfalls ein extrem großer Pluspunkt. Ich nutze das iPhone jetzt nicht aktiv im Wasser, aber was man hat, das hat man.

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Das Display des iPhone war schon immer eines der besten auf dem Markt und das ändert sich auch beim iPhone 7 nicht. Man sieht den Unterschied im Vergleich zum iPhone 6s minimal (das 7 stellt Farben besser dar), aber das ist nicht unbedingt ein Verkaufsargument. Ich bin gespannt, ob Apple hier in Zukunft zu OLED wechselt.

Die Displaytechnologie ist mir in der heutigen Zeit fast egal. Sowohl LC, als auch OLED sind sehr ausgereift. Es ist glaube ich eine persönliche Vorliebe, was man am Ende lieber mag. Mit einem dunklen iOS (wird Zeit) und OLED-Display könnte Apple aber noch mal ein paar Prozent bei der Akkuleistung herauskitzeln.

Beste App-Qualität

Wo wir gerade bei iOS sind: iOS 10 läuft bei mir rund. Das OS selbst wäre in der heutigen Zeit kein Kaufargument mehr. War es mal, doch Android 7.1 ist meiner Meinung nach ebenbürtig. Es sind die Apps. In meinem Fall bietet der App Store immer noch die bessere Qualität bei Apps von Drittanbietern.

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Ein großer Pluspunkt bei der Hardware sind für mich die Stereo-Lautsprecher. Finde ich sehr gut umgesetzt und ist bei meinem täglichen Gebrauch eine Verbesserung. Der doppelte interne Speicher ist ein positiver Schritt, meine 64 GB waren fast voll, doch das mit dem 5 GB iCloud-Speicher ist immer noch ein schlechter Witz.

Hier sieht man, dass der Fokus seit einigen Monaten nicht auf dem Nutzen der Kunden, sondern dem Umsatz liegt. Apple könnte, wie Google beim Pixel, locker ein kostenloses Foto-iCloud-Backup anbieten. Macht man aber bewusst nicht, da man den Umsatz und Gewinn des Unternehmens so steigern kann.

Konkurrenz hat Apple bei der Hardware überholt

Würde ich das Upgrade vom iPhone 6s zum iPhone 7 nach den ersten Wochen wieder machen? Definitiv. Würde ich es anderen empfehlen? Durchaus. Vor allem einem iPhone 6-Besitzer. Optisch vielleicht nicht der große Schritt, doch die Kombination aus 6s- (3D Touch) und 7-Funktionen lohnt sich.

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Ich bin auf das kommende iPhone gespannt. Viele Konkurrenten haben Apple bei der Hardware mittlerweile überholt. Apple benötigt ein besseres Display-Rahmen-Verhältnis und schnelles Laden beim Akku. Von mir aus auch gerne noch kabelloses Laden. Es gibt viele Bereiche, in denen das iPhone hinterher rennt.

Trotzdem ist es, für mich, das aktuell beste Smartphone. Warum? Es ist kompakt. Es ist pfeilschnell. Es besitzt eine sehr gute Kamera (endlich auch mit OIS). Es gibt viele gute Apps. Das Display ist immer noch großartig und in mattem Schwarz sieht es in meinen Augen sehr gut aus. Ich will es eigentlich gar nicht in eine Hülle packen.

Das „beste“ Smartphone

Entscheidend ist jedoch nicht immer iOS und das App-Ökosystem. Das trifft zwar auf meinen Fall zu, den meisten Nutzern ist mittlerweile aber vollkommen egal, welches OS sie nutzen. Für mich sind es die kleinen Details, die iOS-Apps besser machen. Bei der Hardware gibt es sehr viel Verbesserungspotential.

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Ich bereue das Upgrade nicht, iPhones kann man ja immerhin auch sehr gut als gebrauchtes Gerät verkaufen. Aber es wird Zeit, dass Apple aufholt. Das iPhone 6 war ein großer Schritt, das iPhone 6s und iPhone 7 nicht. Es sind für mich zwei S-Generationen. Man kann diese durchaus auch überspringen.

Anmerkung: Es gibt neben dem App-Ökosystem noch einen weiteren Grund, warum ich vorerst beim iPhone bleibe: Die Apple Watch. Für mich ist das aktuell die beste Smartwatch auf dem Markt. Aber wie gesagt, alle Argumente, die ihr in diesem Fazit gelesen habt, sind rein subjektiv. Das objektiv „beste Smartphone“ gibt es nicht.

Weitere Informationen zum iPhone 7 gibt es auf der Produktseite von Apple. Los geht es bei 780 Euro, eine Übersicht der aktuell besten Preise gibt es bei Idealo.

Wertung des Autors

Oliver Schwuchow bewertet Apple iPhone 7 mit 4.5 von 5 Punkten.

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