Netflix: Offline-Modus ist zu kompliziert für Nutzer

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Amazon sorgte letzte Woche für Schlagzeilen, weil man dem Streaming-Dienst Prime Video einen Offline-Modus spendierte. Bei Netflix hat man weiterhin kein Interesse an einem solchen. Es gibt auch einen Grund.

Ich war letzte Woche glaube ich nicht der einzige, der sich über den Offline-Modus von Amazon Prime Video gefreut hat. Denn sind wir mal ehrlich, man ist ab und zu auch mal unterwegs und hat schlechtes Netz, wenig Volumen bei seinem Datentarif, oder will einfach sicher sein, dass man einen Film, den man sich ausgesucht hat, direkt anschauen kann. Wie gesagt, eine super Sache.

Beim Platzhirsch Netflix ist man da aber leider noch der gleichen Meinung wie vom letzten Jahr. Offline-Modus? Brauchen wir nicht. Wirklich schade. Aber, es gibt auch noch einen Grund. Neil Hunt von Netzflix hat diesen auf der IFA in Berlin sogar gegenüber Gizmodo genannt. Eine solche Option sei für Nutzer einfach zu komplex. Sie würden es am Ende wohl sowieso nicht nutzen.

Sollte Netflix tatsächlich hinter der Aussage von Neil stehen wäre das wohl ein starkes Stück. Den internen Speicher im Auge zu behalten und zu wissen, wie viel man benötigt, um einen Film oder eine Folge einer Serie zu speichern, ist jetzt nicht die komplexeste Aufgabe von allen. Damit würden durchaus viele Netflix-Nutzer, bei denen viele technisch interessiert sind, klar kommen.

“I think it’s something that lots of people ask for. We’ll see if it’s something lots of people will use. Undoubtedly it adds considerable complexity to your life with Amazon Prime – you have to remember that you want to download this thing. It’s not going to be instant, you have to have the right storage on your device, you have to manage it, and I’m just not sure people are actually that compelled to do that, and that it’s worth providing that level of complexity.”

Neil Hunt, Netflix

Letztes Jahr war Netflix übrigens noch der Meinung, dass sich das Problem dank schnellem und flächendeckendem WLAN sowieso von alleine lösen wird. In diesem Jahr behauptet man also, dass die Nutzer von dieser Funktion im Grunde schlichtweg überfordert wären. Neil wirft sogar das Wort paralysiert in den Raum. Man habe so einen Fall sogar schon mal selbst miterlebt.

Netflix rüstete schon mal eine oft gewünschte Funktion nach und zwar die, um auch halbe Sterne bei einer Bewertung abgeben zu können. Danach ging die Bereitschaft zum Bewerten von Inhalten auf Netflix um 11 Prozent zurück. Diesen Fall möchte man bei Offline-Inhalten vermeiden. Man entscheidet das also über die Köpfe der Nutzer hinweg, was ich sehr gewagt finde.

Bei Netflix will man dafür einen anderen Weg einschlagen und die Inhalte an alle Orte bringen, an denen Nutzer den Dienst gerne nutzen würden. Sei es in einem Hotel, oder auch in einem Flugzeug. Ich glaube ja, dass das alles nur Ausreden sind und sollte Amazon mit dieser Neuerung gut fahren, dann wird Netflix hier ebenfalls ganz schnell die Richtung ändern und nachziehen.

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