Newgen Medicals FBT-55 Fitnessarmband ausprobiert

Auf der IFA in Berlin hat Pearl uns ein (zumindest auf dem Papier) sehr interessantes Wearable gezeigt: Das FBT-55. Mal schauen was das Band kann.

Ich gebe es offen zu: Wearables sind voll mein Ding! Seit letztem Jahr trage ich den Misfit Shine am rechten Handgelenk und seit diesem Sommer die Pebble Time Steel am anderen Arm. Warum ich beide trage? Der Shine hält 4 Monate mit einer Batterieladung, ist sehr unauffällig und absolut wasserdicht, die Pebble dagegen hält „nur“ 7-8 Tage, zeigt mir dafür aber alle Benachrichtigungen an und ich kann Apps installieren.

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Das FBT-55 war für mich deshalb interessant, weil es potentiell beide Geräte (mit Abstrichen) ersetzen könnte. Für knapp 50€ bietet das Armband nämlich:

  • 0,88″ OLED Display
  • 22g Gewicht
  • IP65 geschützt
  • bis zu 15 Tage Akkulaufzeit
  • Benachrichtigungsanzeige
  • Funktioniert mit iPhone und Android
  • Zeichnet Schritte, zurückgelegte Strecke, verbrauchte Kalorien und Schlaf auf
  • Verbindung via Bluetooth 4.0

Vor allem die Benachrichtigungsanzeige reizt mich. Ich mag es, über ein Vibrieren am Handgelenk über Benachrichtigungen informiert zu werden. Dann kann ich kurz draufschauen und sehen, ob es sich lohnt, das Handy rauszuholen.

Alltagserfahrungen

App

Mein Plan war, die Pebble und den Misfit zuhause zu lassen und das FBT-55 als einziges Wearable zu nutzen. Also gleich mal die zugehörige App installiert – und erschrocken. Denn egal ob für iOS oder Android – schön ist die App nicht. Für iOS 9 ist die App sogar komplett unbrauchbar, denn sie stürzt dauernd ab. Pearl hat dazu diese Woche eine Mail verschickt, in der die Nachbesserung für KW43 versprochen wird. So lange lässt sich das FBT-55 leider nicht in Verbindung mit einem iPhone nutzen.

Also das gute alte HTC One M7 ausgepackt, die App installiert und das Band gekoppelt.

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Die Übersetzung der App ist teilweise…kreativ.

Über ein Dashboard kann man sehen, wie viel man sich heute bewegt hat und wie viel man geschlafen hat. Es gibt auch wie bei Misfit die Funktion, sich mit Freunden zu vergleichen.

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Die App bietet auch noch viele weitere Einstellmöglichkeiten und Charts, aber für meinen Geschmack macht die Aufmachung der App vieles davon kaputt. Die App wirkt an vielen Stellen zusammengeschustert und ab und zu dilettantisch übersetzt. Immerhin, das Armband wird schnell erkannt und das Synchronisieren geht fix. Die Anti-Diebstahl Funktion, die das Armband vibrieren lässt, sobald das Signal zum Telefon abreißt, finde ich auch ganz nützlich.

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Es gibt diverse Einstellungen für das Armband

Gut, der erste Eindruck ist schonmal eher naja. Aber ich bin hart im Nehmen und vielleicht überrascht das Armband ja anderweitig.

Hardware

Das FBT-55 wirkt auf den ersten Blick recht hochwertig verarbeitet und wie aus einem Guss. Trotzdem ist es nicht komplett wasserdicht und darf daher nicht mit in die Dusche oder die Schwimmhalle. Das Gehäuse mit der Elektronik trägt im Gegensatz zu meinem Misfit Shine ziemlich auf, aber insgesamt verhält sich das Armband am Handgelenk unauffällig.

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Das Display kann über einen berührungssensiblen Bereich an einer Seite aktiviert werden. Je nach Einstellung wird dann die Uhrzeit und weitere Informationen hochkant oder waagerecht angezeigt. Streicht man mehrmals über das Armband werden nacheinander Schritte, Kalorien und zurückgelegte Strecke angezeigt.

Das Armband aktiviert sich auch bei der typischen „auf die Uhr schau“-Geste, tat das bei mir aber mehr Schlecht als recht. Die Pebble schafft das wesentlich besser, wobei die Apple Watch das bisher am besten hinbekommen hat. Hier gilt also: You get what you pay for.

Vergleiche ich die Anzahl der Schritte mit meinem Misfit Shine, liegen diese an vergleichbaren Tagen ungefähr gleich auf – der Schrittzähler arbeitet also korrekt (oder in beiden Geräten gleich falsch).

Die Vibration des Geräts ist stark genug, dass man sie auch in hektischen Situationen bemerkt. Hat man die Hand auf dem Tisch und das Gerät vibriert, kann es sogar ziemlich laut zugehen.

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Größenvergleich zwischen Misfit Shine, FBT-55 und Pebble Time Steel

Auch Benachrichtigungen werden an das Gerät weitergegeben. So kann ich sehen wer mich gerade anruft oder kurze Schnipsel meiner Benachrichtigungen sehen. Eigentlich eine nützliche Sache, wenn ich nicht immer wieder Benachrichtigungen doppelt bekommen würde. So tauchen öfter Meldungen auf dem Armband auf, die ich auf dem Handy schon längst gelesen habe. Das nervt auf Dauer ziemlich, weil ich andauernd aufs Armband schaue, nur um zu sehen dass ich die Benachrichtigung schon kenne.

Ein absoluter Pluspunkt des FBT-55 ist allerdings die Akkulaufzeit. Pearl gibt bis zu 15 Tage an. Ich bekomme täglich ziemlich viele Benachrichtigungen, kam aber trotzdem 12 Tage mit dem Armband aus.

Das Display ist auch bei Sonne super ablesbar und die Auflösung ist für mich voll ausreichend.

Will man das haben?

„Es könnte so schön sein“ entwickelt sich langsam zu meinem Standardfazit bei Geräten von Pearl. Beim FBT-55 habe ich an der Hardware für den Preis nicht wirklich was auszusetzen. Das Armband hat vielen Wearables in diesem Preissegment voraus, dass es auch Benachrichtigungen anzeigen kann. Wenn diese dann allerdings doppelt und dreifach kommen trübt das den Spaß schon ziemlich.

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Beim FBT-55 stimmt die Hardware, aber die App hinkt momentan noch ziemlich hinterher. Das Gute daran: Apps kann man aktualisieren. Allerdings muss das durch Pearl dann auch passieren und dass die App für iOS erst Wochen nach dem iOS 9 Update ein Update bekommt ist sehr ärgerlich, da alle iOS Nutzer das Armband in dieser Zeit kaum nutzen können.

Nichtsdestotrotz hat das Armband seine guten Seiten. Die Akkulaufzeit ist sehr ordentlich und die Sensoren arbeiten akkurat. Außerdem ist das Display gut ablesbar.

So richtig empfehlen kann ich das FBT-55 in diesem Zustand allerdings nicht. Schade Pearl, es hätte so schön sein können.

Das FBT-55 wurde uns freundlicherweise von Pearl für die Dauer des Tests zur Verfügung gestellt. Danke dafür!

Wertung des Autors
Hannes Reinberger bewertet Newgen Medicals FBT-55 mit 2.4 von 5 Punkten.

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