Pearl HD-IP-Kamera mit Bewegungserkennung ausprobiert

IPC-220.hd

Nachdem ich in den letzten Monaten verschiedene IP-Kameras mit Fernzugriff testen konnte, landete vor zwei Wochen auch ein Modell von Pearl bei mir. Dies definiert den Preis nach unten, denn es kostet nur knapp 30 Euro.

Eine HD-IP-Kamera mit Bewegungserkennung und Nachtsicht für unter 30 Euro, ob das taugen kann, habe ich mich natürlich auch gefragt. Bevor wir näher auf diese Frage eingehen, schauen wir uns erstmal kurz die Eckdaten der IPC-220.hd an.

Eckdaten IPC-220.hd

  • IP-Kamera IPC-220.hd mit Zugriff per WLAN IEEE 802.11b/g/n über eine App (iOS, Android)
  • HD-Video-Auflösung: 1280 x 720 Pixel (720p), 640 x 480 (VGA), 320 x 240 (QVGA)
  • Bewegungs-Erkennung für automatischen Aufnahmestart
  • Nachtsicht dank Infrarot-LED, bis zu 10 Meter Reichweite
  • Aufnahme auf microSD(HC)-Karte bis 32 GB
  • Videokompression: H.264
  • Mit Lautsprecher und Mikro
  • Objektiv mit Blende f/2, Brennweite: 3,6 mm
  • Unterstützte Protokolle: HTTP, TCP/IP, DHCP, UDP, SMTP, DNS, DDNS, UPnP
  • Verschlüsselter Datentransfer: unterstützt WEP, WPA und WPA2
  • Stromversorgung: per Micro-USB (5 V, USB-Netzteil nicht im Lieferumfang, USB-Kabel aber schon)
  • Schnittstellen: microSD-Kartensteckplatz, Micro-USB-Buchse
  • Systemvoraussetzungen: Android ab 4.4, iOS ab 4.3
  • Maße (H x Ø): 121 x 81 mm (mit Standfuß), Gewicht: 122 g

Zu meiner Überraschung wurde schnell klar, dass es sich bei der Pearl-Kamera um ein ähnliches, wenn nicht sogar baugleiches Modell der HiKam S5 handelt. Die kostet immerhin über 45 Euro und verrichtet ihre Dienste recht zuverlässig. Das weiß ich, weil ich die S5 ebenfalls hier habe.

Einrichtung und Nutzung

Die IPC-220.hd schaut anders aus, als es Pearl auf den Produktseiten darstellt. Das ist etwas schade, denn die Produktbilder sind schöner, als die Kamera dann wirklich ist. Immerhin die Einrichtung klappt problemlos und schnell. Die Verbindung mit dem WLAN-Netzwerk (kein 5 GHz möglich!) übermittelt die App über Pieptöne an die Kamera. Klingt komisch, klappt aber super.

Über die App Yoosee wird ein Account eingerichtet, der dann den DNS-Dienst stellt. Damit ist es möglich, aus der ganzen Welt auf die heimische Kamera zuzugreifen.

Yoosee
Preis: Kostenlos
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Sonderlich schön oder modern ist die App nicht, auch hier gibt es Parallelen zur HiKam, aber sie verrichtet ihren Dienst wie gewünscht und zuverlässiger als so manch andere App bekannterer Hersteller.

Fotos und Videos werden nicht in der Cloud abgelegt, sondern auf der microSD-Karte, die man seitlich in die Kamera schieben kann. Ich nutzte die Kamera in meinem Test mit der Alarm-Video-Einstellung. Das bedeutet: Erkennt die Kamera eine Bewegung vor der Linse, nimmt sie ein Video auf. In meinem Fall ein 60-Sekunden-Video. Auch eine E-Mail-Funktion bei Alarm ist vorhanden.

Natürlich kann der Nutzer auch jederzeit live auf das Kamerabild zugreifen, wobei man hier auch noch die Qualität wählen kann (automatisch, SD, HD). Unterwegs reichte mir oft die SD-Auflösung, um einen kurzen Blick in den überwachten Raum zu werfen. Der Betrachtungswinkel ist allerdings nicht sonderlich hoch. Ich würde ihn auf ca. 80 Grad schätzen.

Auch die Nachtsicht funktioniert wie versprochen, die LED sieht man allerdings schon. Wen sowas stört, für den ist solch ein Gerät weniger geeignet.

Und sonst noch?

  • Sommer/Winterzeit muss manuell umgestellt werden
  • Neuere App-Versionen und einen Windows-Client gibt es unter yoosee.co
  • In die Live-Ansicht kann man anscheinend nicht mit deaktiviertem Mikro starten, das ist etwas schade.
  • Über eine Taste in der App kann man etwas sagen, was die Kamera dann per Mini-Speaker abspielt. Ihr könnt die Einbrecher als persönlich begrüßen.
  • Man kann Zugänge zur Kamera anlegen und freigeben, maximal 5 User können gleichzeitig das Bild abrufen.
  • Firmware-Updates werden über die App eingespielt
  • Den Stream per RTSP abgreifen ist möglich, siehe FAQ

Fazit zur Pearl IPC-220.hd HD-IP-Kamera

Unterm Strich kann man sagen, dass die Pearl IPC-220.hd HD-IP-Kamera einen gelungenen Einstieg in die Welt der Kameraüberwachung mit Fernzugriff bietet. Eine Schönheit ist weder die Kamera, noch die App aber ihre Aufgaben erledigt sie wie versprochen und ohne Tadel.

Zu einem Preis von unter 30 Euro bekommt man sonst nur Kameras per Direktimport aus China. Auch diese habe ich hier, zum Beispiel von Xiaomi. Kaum zu glauben, aber die App der Pearl „Billig-Cam,“ lief im Alltag zuverlässiger und schneller, als die Mi Home-App.

Bonus: Mikrofon ausbauen

Nachdem klar war, dass ich mit der Pearl-Kamera anstellen kann, was ich möchte, habe ich die IPC-220.hd mal aufgeschraubt. Immer wieder liest man davon, dass Nutzer sich bei Kameras mit Cloudzugriff am verbauten Mikrofon stören. Sechs Schrauben später ist klar, das kann bei der Pearl-Kamera ohne großen Aufwand entfernt werden.

Das Mikro ist verlötet, muss also herausgebrochen bzw. abgetrennt werden und kann auch nur wieder mit einem Lötkolben angebracht werden. Wer auch den Speaker deaktivieren möchte, kann diesen einfach per Steckverbindung trennen. Die restlichen Funktionen beeinträchtig das Vorgehen nicht.

Ihr wisst was nun folgt: Ich rate dringend davon ab, die Kamera aufzuschrauben und darin rumzufummeln. Das kostet euch nämlich ziemlich sicher die Garantie bzw. Gewährleistung. Wem das ausdrücklich egal ist, der sollte aber schnell feststellen, dass es kein Hexenwerk ist.

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