Ausprobiert: Multiroom-System von Raumfeld im Test

Ende 2016 wurde ich von Teufel gefragt, ob ich mir denn nicht mal Raumfeld näher anschauen möchte. Das habe ich in den letzten Wochen dann getan.

Bevor wir zum eigentlichen Erfahrungsbericht kommen, möchte ich ein paar Zeilen zu Raumfeld schreiben. Was ist das? Raumfeld gehört zu Teufel und bietet, wie auch Sonos, Lautsprecher mit WLAN-Anbindung und einer App an.

Man kann die Boxen also mit dem heimischen WLAN verknüpfen und die Musik direkt auf die Boxen streamen lassen. Ein Umweg über das Smartphone fällt weg. Solche Systeme haben also daheim einen Vorteil gegenüber Bluetooth-Boxen.

Raumfeld-Erfahrungsbericht als Video

Erstes Problem beim Mehrraum-System

Ich wurde gefragt, ob ich mir drei Modelle anschauen möchte, damit man das ganze System und nicht nur einen Lautsprecher testet. In diesem Artikel geht es also auch in erster Linie um das ganze System und weniger um eine Bewertung der einzelnen Lautsprecher. Folgende Lautsprecher habe ich bei mir eingerichtet:

  • Raumfeld One S im Bad
  • Raumfeld One M im Büro
  • Raumfeld Stereo Cubes im Wohnzimmer

Die Cubes im Wohnzimmer waren die Basis-Einheit. Damit hatte ich auch erst mal keine großen Probleme. Ich musste jedoch sehr schnell feststellen, dass mein WLAN nicht stark genug für Bad und Büro ist. Lag aber auch daran, dass ich allgemein ein paar Probleme mit dem Router hatte. Das Problem wurde mittlerweile behoben.

Was ich an dieser Stelle sagen möchte: Jeder Lautsprecher benötigt eine gute WLAN-Verbindung, damit der Stream stabil läuft. Vor allem wenn man viele Lautsprecher nutzen möchte. Man sollte erst mal dafür sorgen, dass das Haus (oder eben die Wohnung) sehr gut mit einer stabilen WLAN-Verbindung abgedeckt ist.

Simple Einrichtung der Lautsprecher

So ein System ist wirklich extrem simpel einzurichten. Boxen an die richtige Stelle stellen, mit dem Strom verbinden, Raumfeld-App (für Android oder iOS verfügbar) herunterladen und dann den Anweisungen folgen. Dauerte bei mir für alle drei Raumfeld-Lautsprecher (zusammen) keine 15 Minuten.

Welche Dienste habe ich genutzt?

Zwei Dienste waren mir wichtig im Test: Spotify und SoundCloud. Die beiden Möglichkeiten werden unterstützt. Eigentlich muss man hier auf keinen Anbieter verzichten, denn seit Dezember wird Google Cast unterstützt und ich muss gestehen: Erst seit diesem Update macht das richtig Spaß.

Anmerkung: Apple Music wird nicht unterstützt. Apple Music mag kein Google Cast und die Raumfeld-Lautsprecher mögen kein AirPlay. Das geht also nicht.

Die Raumfeld-App habe ich nach dem Cast-Update (sofern es ging) vermieden. Die App ist jetzt nicht wirklich schlecht, aber auch keine Meisterleistung. Es ist jedenfalls angenehm, wenn man ohne die App die Raumfeld-Hardware nutzen kann.

In den meisten Fällen hieß es also: Spotify starten, Musik auswählen und dann bei Geräte das entsprechende Raumfeld-Gerät auswählen. Man kann übrigens auch bequem Cast-Gruppen anlegen, dafür gibt es eine Google Home-App.

Damit ist es also zum Beispiel möglich die Gruppen „Wohnzimmer und Büro“ und „Bad und Büro“ anzulegen und dann in der App gezielt auszuwählen. Bei den drei Boxen habe ich mir genau diese beiden Gruppen extra angelegt. Außerdem auch noch eine Gruppe für alle drei Räume/Lautsprecher.

Preis: Kostenlos
Preis: Kostenlos

Mein Test fing mit WLAN-Problemen und ohne Google Cast an. Nach dem ich die WLAN-Probleme geregelt und das Cast-Update installiert hatte war das ein komplett neues Erlebnis. Ich würde so ein System nach diesem Test wohl nicht ohne die Anbindung an Google Cast nutzen wollen. Das macht den Unterschied.

Als nächstes steht dann glaube ich mal der Test mit dem Google Home-Gadget an. Das bekommt man aber leider noch nicht in Deutschland, was sehr schade ist.

Und wie ist der Sound von Raumfeld?

Ein paar Worte will ich natürlich noch zum Sound verlieren. Die Stereo Cubes sind gut und können extrem laut sein. Der One S besitzt für seine Größe ebenfalls gut Wumms, doch mein Highlight war der One M im Büro. Der Sound ist für diese Größe wirklich sehr gut. Die ganzen Lautsprecher sind allerdings auch nicht billig.

Preislich gesehen habe ich hier jedoch erst an der Spitze des Eisbergs gekratzt. Das ganze System, wie ich es getestet habe, kostet knapp 1000 Euro. Für diesen Preis bekommt man nicht mal die Soundbar von Raumfeld. Wer möchte, der kann sich hier also die komplette Bude einrichten und sehr viel Geld ausgeben.

Mir persönlich würde diese Kombination (erst mal) reichen. Zwei ordentliche Lautsprecher im Wohnzimmer, einer im Bad und einer im Büro. Vielleicht wäre noch ein weiterer in der Küche oder im Schlafzimmer nett, doch das sind alles Luxus-Entscheidungen. Hier gibt es eine Übersicht alles Modelle:

Übersicht der Raumfeld-Lautsprecher

Zwei Kritikpunkte an Raumfeld

Zwei Dinge würde ich mir wünschen: AirPlay. Mit der App, Google Cast und AirPlay hätte man glaube ich alles abdeckt, was der Markt zu bieten hat. Mir ist das aktuell egal, weil ich kein Apple Music nutze, aber das System ist für diese Zielgruppe nun mal komplett uninteressant. Das kann man aber sicher ändern.

Der zweite Punkt wäre Bluetooth. Ja, es sind WLAN-Lautsprecher, aber Bluetooth kann manchmal von Vorteil sein. Beispiel: Ich wollte die Stereo Cubes mit dem TV verbinden. Bietet sich ja an. Ging allerdings nicht, da diese keinen Eingang für ein digitales Audiokabel haben. Und mein TV besitzt keinen Cinch-Anschluss.

Es ist also nicht (ohne großen Aufwand und Verstärker) möglich, die Lautsprecher mit dem TV zu verbinden. Sie bieten sich allerdings auch dafür super an. Dieses Problem könnte man einfach lösen: Bluetooth. Diesen Standard unterstützten so ziemlich alle aktuellen Fernseher (und allgemein technischen Geräte).

Das Fazit zu Raumfeld

Das System hat noch viel mehr zu bieten, als ich genutzt habe. Doch das will ich gar nicht unbedingt. Ich höre extrem selten Radio (geht hier übrigens sehr einfach mit der Raumfeld-App dank TuneIn) und die meiste Zeit suche ich meine Musik bei Spotify und will sie dann auf einem externen Gerät abspielen.

Genau das bietet Raumfeld. App aufmachen, Musik aussuchen und dann einen Cast für die Wiedergabe auswählen. Ab und an ruckelt es mal ein bisschen und der Start dauert ein paar Sekunden. Auch bei einem Liedwechsel hapert es gerne mal. Doch das sind die Kinderkrankheiten, mit denen man noch leben muss.

Multiroom-Systeme befinden sich noch am Anfang und es geht gerade erst richtig los. WLAN-Lautsprecher und digitale Assistenten sind im Trend. So einen könnte man sich bei Raumfeld übrigens auch gerne zulegen. Bevorzugt den Google Assistant, dann wäre auch der Kauf von Google Home überflüssig.

Sonos möchte übrigens bis Ende des Jahres Alexa von Amazon integrieren. Ich bin mir aber sicher, dass Teufel hier auch schon ähnliche Pläne für die Zukunft hat.

Mir hat der Test sehr viel Spaß gemacht. Es ändert ein bisschen die Art und Weise, wie man Musik hört. 1000 Euro sind nicht gerade günstig, aber in dieser Welt auch kein Wucher. Vor allem wenn man bedenkt, dass es so gut wie keine Alternativen gibt. Sonos vielleicht, doch die sind sogar noch teurer als Raumfeld.

In den letzten Jahren hat sich hier viel getan und wir sind so langsam aber sicher auch auf dem Weg zu allgemeinen Standards (Google Cast). Sowas ist verdammt wichtig. Schön wäre noch ein allgemeiner Standard, damit man die Systeme selbst kombinieren kann. Sowas wird es aber vielleicht auch bald geben.

Alle Raumfeld-Lautsprecher im Überblick

Fakt ist: Wer sich jetzt ein Multiroom-System kauft, der wird viel Spaß damit haben. Sofern er bereit ist das Geld dafür auszugeben, mit kleinen Fehlern leben kann und eine gute und stabile WLAN-Verbindung in allen Räumen mit Lautsprechern besitzt.

Ein Early Adopter ist man nicht mehr, aber komplett ausgereift ist so ein System auch noch nicht. Wir befinden uns jedoch auf einem Stand, auf dem die Benutzung durchaus Spaß macht und eine Kaufempfehlung ausgesprochen werden kann.

Wertung des Autors

Oliver Schwuchow bewertet Raumfeld Multiroom System mit 4.0 von 5 Punkten.

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