100 Stunden: Das Samsung Galaxy Alpha

galaxy alpha ohren

Wenn ihr diese Zeilen lest, werde ich das Samsung Galaxy Alpha seit Montag Vormittag, und damit rund hundert Stunden, bei mir haben. Zeit genug, um sich etwas mit dem Gerät zu beschäftigen. Zeit genug für ein erstes persönliches Fazit.

Das Smartphone ist übrigens mein ganz eigenes, und kein von Samsung gestelltes Testgerät. Ja, das Alpha hat mich in der einen Stunde auf der IFA derart angefixt, dass ich es unmittelbar nach der Rückkehr aus Berlin vorbestellt habe. Etwas, das mich selbst überraschte, gelte ich doch gemeinhin nicht gerade als großer Samsung-Freund.

galaxy alpha touchwiz

Software

Das hat einen einfachen Grund, und der heißt TouchWiz. Anpassungen der Android-Oberfläche können das Handy aufwerten und verbessern, und TouchWiz hat auch das zu bieten. Mir ist es schlicht und ergreifend zu bunt und verspielt. Der erste Schritt bei einem neuen Droiden im Haushalt ist stets das Installieren des Nova Launchers und Anpassen an die eigenen Bedürnisse. Das ist das Schöne an Android: Kein Gerät muss gleich sein. Ich setze auf ein sehr reduziertes, gestenbasiertes Setup.

galaxy alpha header custom

Die Aufwertungen seitens Samsung ziehen leider auch einen Rattenschwanz an vorinstallierten Apps mit sich. Diese lassen sich zwar deinstallieren, nach einem Systemupdate waren sie in der Vergangenheit bei anderen Modellen gleich wieder mit dabei. Natürlich ist auch wieder nach der Devise „Doppelt hält besser“ vorgegangen worden, wem Chrome nicht gefällt bleibt bei Internet, Kalender und S Planner führen eine Koexistenz und für alle Formen der Medienwiedergabe gibt es nicht nur die Play-Apps, sondern auch etwas eigenes von Samsung. Klar kann man das alles meiden, aber wenn ich mit 32 GB nicht erweiterbarem Speicher auskommen muss und das System direkt mehr als 6 GB für sich beansprucht, habe ich gern freie Wahl über die installierten Programme.

Sobald es zuverlässige Cyanogenmod-ROMs für das Galaxy Alpha gibt – noch hat man es nicht mal rooten können – werde ich auf jeden Fall den Schritt in diese Richtung gehen. Die Software ist für mich aber auch nicht das Kaufargument gewesen.

Hardware

galaxy alpha klinke

Das Alpha sieht toll aus. Es fasst sich gut an, liegt trotz der schlanken Linie noch angenehm in der Hand und wirkt hochwertig verarbeitet. Einzig die abnehmbare Rückseite in bekannter Pflasteroptik trübt diesen Eindruck, bei der dunkelgrauen Version geht es noch. Ich bin gespannt, was Drittanbieter demnächst an Alternativen auf den Markt bringen. Eine Black Edition mit Lederimitat könnte ich mir gut für das Alpha vorstellen, zumal das Galaxy Note 4 dies vormacht.

Das eigentlich weißgraue Google Now.

Das eigentlich weißgraue Google Now.

Was mich am Alpha neben der oben erwähnten Software stört, ist hardwareseitig leider das Display. SAMOLED muss man mögen oder nicht, ich tendiere zum letzteren. In der Draufsicht ist alles gut, aufgrund der Pentile-Matrix sind leichte Kanten zu erahnen, aber nichts Dramatisches. Sobald man aber den Winkel ändert, wird das Display sehr blaustichig. Samsung bietet Farbprofile an, aber welche Sättigung das Blau hat, ist mir im Grunde wurscht. Auch hier setze ich meine Hoffnung in eine vernünftige Kalibrierungsmöglichkeit.

galaxy alpha fingerprint

TouchID nutze ich am iPhone 5s sehr gern zum Entsperren des Geräts. Drücken, halten, Homescreen. Der Fingerabdrucksensor des Samsung Galaxy Alpha ist leider die Variante Streichinstrument. Nach mehreren erfolglosen Entsperrversuchen, die alle darin endeten, das Smartphone so zu drehen, dass ich mir nicht die Hand brechen muss, habe ich die Option wieder deaktiviert. Während der nächsten hundert Stunden werde ich wohl Zeit darin investieren, mehrere Diagonalen pro Finger in unterschiedlichen Winkeln zu registrieren und einen erneuten Versuch starten.

Akkuleistung

galaxy alpha speaker
Ich habe aktuell nur eine Nano-SIM im Haus, und da diese im 5s bleibt, ist das Alpha aktuell noch nicht im Vollzeitbetrieb. Erfahrungswerte zum Akku im täglichen Gebrauch kann ich euch also leider nicht zuverlässig liefern, aber gestern habe ich spaßeshalber schon mal meinen Displaytest durchlaufen lassen, bei dem ich ein YouTube-Video auf maximaler Helligkeit laufen lasse.

Das Samsung Galaxy Alpha erreichte in diesem Fall einen meiner Meinung nach recht guten Wert von 5 Stunden und 50 Minuten. Dabei gilt zu beachten, dass man die letzten 5% der Restkapazität keine Kontrolle mehr über die Displayhelligkeit hat.

Randnotizen

  • Benachrichtigungs-LED in bunten Farben ist an Bord.
  • Wenn man im Nova Launcher die App-Übersicht auf den Home-Button gelegt hat, nerven physische Tasten schon.
  • Die Tasten nerven auch, wenn man vom Moto G gewohnt ist, das Smartphone unten an der Seite hochzuheben und damit ständig die letzten Apps aufruft. Ist aber Gewohnheitssache.
  • „Ist da schon der Akku drin? Noch nicht, ne?“ Das Alpha ist wirklich extrem leicht.
  • Das Gerät verliert ab und zu die Verbindung zu meinem heimischen WLAN. Es verabschiedet sich mit „Authentifizierungsfehler aufgetreten“ und verbindet sich in der Regel innerhalb von 10 Sekunden erneut.
  • Ich geb’s nicht wieder her.

Trotz aller Kritikpunkte bleibe ich dabei, dass das Samsung Galaxy Alpha eines der besten Geräte der Koreaner ist. Eine Google Play-Edition wäre ein Traum.

Habt ihr auch schon ein Samsung Galaxy Alpha oder plant die Anschaffung?

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