Samsung Galaxy Alpha auf der IFA ausprobiert

Auf der IFA 2014 haben wir einen näheren Blick auf das Samsung Galaxy Alpha geworfen, das demnächst in Deutschland erhältlich ist.

Als Blogger versucht man natürlich so objektiv wie möglich zu sein. Aber wir sind alle nur Menschen und natürlich haben wir alle individuelle Vorlieben und Abneigungen. Zu letzteren gehören bei mir zum Beispiel Telefone der Marke Samsung. Übermäßige Nutzung von glibschigem Plastik oder falschem Leder und das für mich unintuitive Touchwiz haben mich mit der Galaxy Reihe nie wirklich warm werden lassen.

Nun gehört es aber zum anständigen Bloggerdasein, dass man offen bleibt für Neues und ab und zu auch mal über seinen Schatten springen sollte. Ganz ehrlich: Wenn auf der anderen Seite jedes Schattens ein Telefon wie das Galaxy Alpha liegt, wird über Schatten springen in Zukunft mein Lieblingssport.

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Eckdaten

Das Galaxy Alpha macht in einem Telefon so viel richtig, wie die letzten drei Flaggschiffe zusammen nicht konnten. Allein die Spezifikationen lesen sich schon vielversprechend:

  • 4,68 Zoll SAMOLED Display mit 1280 x 720er Auflösung
  • Exynos 5430 Octa Core
  • 2 GB RAM
  • 32 GB Speicher (keine SD Karte)
  • 12 Megapixel Kamera
  • 114 Gramm leicht
  • Maße: 132,4 x 65,5 x 6,7 mm
  • LTE, WLAN ac, Bluetooth 4.0, NFC sind mittlerweile selbstverständlich.

… einen kleinen Haken gibt es dennoch:

  • Akku: 1860 mAh

Die äußeren Werte

Die eigentliche Stärke des Galaxy Alpha liegt aber nicht bei den inneren Werten, sondern im Design und der Haptik. Hier hat Samsung es zum ersten Mal geschafft, ein Telefon zu entwerfen, das zwar nach Samsung aussieht, aber eben auch wertig wirkt.

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Großen Anteil daran hat der Aluminiumrahmen, der das ganze Gerät umzieht und im oberen und unteren Drittel kleine „Griffmulden“ hat. Dazu gibt es auf der Vorderseite die gewohnt strukturierte Oberfläche und die Rückseite ziert die vom Galaxy S5 bekannte gepunktete Soft-Touch-Oberfläche. Dieser Materialmix lässt das Galaxy Alpha durchaus edel wirken. Was so ein bisschen Metall doch bewirken kann! Doch es gibt beim Alurahmen auch einen kleinen Nachteil. Obwohl unser Hands-on Gerät bisher eher wenig in Benutzung war, zeigten sich kleine Kratzerchen an den gefrästen Kanten.

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Aluminium ist eben nicht das härteste Metall. Ich persönlich finde ein paar Dellen im Metall nicht schlimm, eher tragen sie für mich zum Charme eines in Gebrauch befindlichen Telefons bei. Wenn ihr aber zu den Perfektionisten gehört, denen jeder Kratzer weh tut, seid ihr wahrscheinlich mit einem Bumper gut bedient.

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Beim ersten Hochheben fällt sofort das Gewicht des Galaxy Alpha auf. 114g sind nach heutigen Maßstäben ziemlich wenig und das Alpha fühlt sich etwas unwirklich an.

Das Gerät ist sehr schön klein und liegt gut in der Hand. Eine wohltuende Abwechslung vom Größenwahn, dem ich leider nicht viel abgewinnen kann. Das „Dummygefühl“ legt sich dann beim Einschalten. Das AMOLED Display strahlt farbenprächtig drauf los und ich vermisse keine Pixel. Die Auflösung geht für 4,7 Zoll vollkommen in Ordnung. Klar geht es höher, aber eine Full-HD Auflösung hätte dem Akku wahrscheinlich nicht besonders gut getan.

Der bietet nämlich mit 1860 mAh deutlich weniger Kapazität als beispielsweise die 2600 mAh des Sony Xperia Z3 Compact. Leider können wir noch keine Erfahrungswerte geben, wie lang der Akku tatsächlich hält. Das wird sich erst bei einem längeren Test herausstellen.

Performance und Eindrücke

Performancetechnisch gibt sich das Galaxy Alpha in unserem kurzen Test keine Blöße. Alles läuft fix und Ruckler gibt es praktisch nicht. Leider ist Touchwiz für mich unverständlich wie eh und je. Gefühlt kann man alles einstellen. Das mag einigen gefallen – ich habe lieber nur da Einstellmöglichkeiten wo sie wirklich Sinn ergeben. Mein liebstes Beispiel ist die Anordnung der Einstellungen. Warum denkt kein schlauer Samsung Designer sich eine Anordung aus, die super funktioniert? Stattdessen kann ich aus verschiedenen Anordungen wählen und bin am Ende nur noch verwirrter.

Übel aufstoßen könnte einigen auch das Fehlen eines SD-Kartenschachtes. Bei 32 GB Speicher habe ich persönlich damit aber überhaupt kein Problem. Der Akkudeckel ist aber trotzdem abnehmbar und der Akku selbst lässt sich wechseln. Das Galaxy Alpha nutzt übrigens Nano-SIM Karten.

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Viele Aspekte des Samsung Galaxy Alpha schreien „iPhone!“. Der Metallrahmen, die angenehme Größe, die fehlende SD-Karte, die Nano SIM – All das scheint darauf ausgelegt zu sein, wechselwilligen iPhone-Usern eine Alternative zu bieten, die sich nach Premium anfühlt und gleichzeitig nicht die 5 Zoll Grenze sprengt.

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Man könnte jetzt die Patent- und Plagiatskeule wieder ausgraben, aber das Galaxy Alpha bleibt bei allen Gemeinsamkeiten mit dem iPhone doch klar als Samsung Gerät erkennbar. Dazu tragen vor allem die strukturierte Vorder- und Rückseite bei, die nicht zur klaren, sauberen Apple-Ästhetik passen würden, aber sich bei Samsung von schmierigen Spielzeugoberflächen zu ausgereiften Designmerkmalen weiterentwickelt haben.

Gekommen, um zu bleiben

Samsung macht mit der Designsprache des Galaxy Alpha und neuerdings auch des Note 4 einiges richtig. Das Galaxy Alpha ist für mich das bisher schönste Samsung Telefon und von der Haptik her mit den iPhones dieser Welt ebenbürtig (Dass ich das mal über ein Samsung Telefon schreiben würde…).

Mein absoluter Traum wäre eine Google Play Edition des Galaxy Alpha. Ohne Touchwiz und mit reinem Android (L) wäre das Galaxy Alpha für mich das wahre Samsung Flaggschiff 2014 und auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

Als Beigeschmack bleibt nur noch die geringe Akkukapazität und die happige UVP von 649,00€. Die Vergangenheit hat allerdings gezeigt, dass der Preisverfall bei Android-Telefonen anfangs recht schnell geht. Mit diesem Wissen im Hinterkopf könnte ich mir vorstellen, dass dieses Jahr so einige Alphas unterm Weihnachtsbaum liegen werden. Verdient hätten sie es.

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