Huawei: Netzpolitik erhebt schwere Vorwürfe

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Eine große Recherche von Netzpolitik (in Zusammenarbeit mit anderen Medien aus Großbritannien, der Schweiz und Spanien) erhebt schwere Vorwürfe gegenüber Huawei. Der umfangreiche Bericht konzentriert sich auf die Arbeitsbedingungen.

Die großen Medien haben Huawei über mehrere Monate beobachtet, mit vielen Mitarbeitern gesprochen und konnten interne Dokumente einsehen. Dabei hat man herausgefunden, dass sich Huawei oft nicht an die geltenden Spielregeln hält.

Huawei: Vorwurf der Diskriminierung

Es wird von Kündigungen berichtet, weil sich MitarbeiterInnen aus China in Europa verliebt haben und Wurzeln schlagen wollten. Außerdem gab es mehrere Fälle, in denen ein Wunsch nach Kindern ein Kündigungsgrund war. Huawei hat deswegen auch schon vor Gericht verloren – man wirft Huawei eine Diskriminierung vor.

Außerdem sei es bei Huawei nicht gerne gesehen, wenn Mitarbeiter bis ins hohe Alter bei Huawei arbeiten. Möchte man nicht freiwillig gehen, dann gibt es wohl Druck „von oben“.  Hier kann man nicht ins Detail gehen, da man die Quellen schützen möchte, aber Netzpolitik berichtet von mehreren alten Mitarbeitern.

Viele Fälle landete vor Gericht, doch das stört Huawei laut einem ehemaligen Manager nicht. Hauptsache man hat das Problem gelöst – zur Not eben mit Geld.

In Spanien hat das im Herbst 2020 ein Gericht etwas klarer formuliert: Da wurde Huawei eine Diskriminierung vorgeworfen. Die Kosten für die Entschädigung zahlt man wohl gerne, da die Kosten für alte und nicht mehr effiziente Mitarbeiter höher sind. Huawei selbst gab an, dass es keine Altersdiskriminierung gibt.

Huawei: Kontrolle aus China

Einen Betriebsrat gibt es nicht und laut IG Metall liegt das auch daran, dass die Mitarbeiter „Angst haben“. Hinter hochrangigen Managern aus Deutschland steht laut Recherchen eine „Spiegelfigur“ aus China, die das Geschehen kontrolliert. Die Doppelführung bestätigte Huawei, sie diene allerdings nicht der Kontrolle.

Die Kultur von Huawei ist dabei kein Geheimnis. Der Gründer von Huawei ist dafür bekannt, dass er gerne eine militärische Ausdrucksweise nutzt. Was man aber auch klar sagen muss: Bis heute gibt es keine Beweise, dass Huawei wirklich mit der Regierung in China zusammenarbeitet. Allerdings sollen Mitarbeiter von Huawei, die nicht aus China stammen, nicht auf alle Informationen zugreifen können.

Hinzu kommt, dass Mitarbeiter wohl offen kritisiert werden und auch andere, die im Konzern arbeiten, ihre Kritik öffentlich äußern sollten. Ein Manager aus China wurde für sein „Scheitern“ in einer Konferenz von allen kritisiert und musste dann zurück nach China. Es dürfte sich jetzt auch keiner wundern, dass es auch viel Kritik an den Arbeitszeiten gibt und Überstunden nur selbstverständlich sind.

Huawei selbst hat sich bisher noch nicht zu dem Beitrag von Netzpolitik geäußert, aber ich rechne mit einer Reaktion, in der man die Vorwürfe öffentlich dementiert.

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