Snapmaker J1 IDEX 3D-Drucker im ausführlichen Test

Snapmaker J1 Idex Drucker Header

Von Snapmaker hatten wir hier schon einen sehr großen Testbericht zum A250 und einen extra Artikel zum Gehäuse nebst 10W Lasermodul auf dem Blog.

Snapmaker brachte 2022 nun aber auch noch den neuen Artisan und damit Nachfolger des oben erwähnten Sanpmaker 2.0 raus, und auch den schon vor geraumer Zeit angekündigten J1 IDEX. Der J1 ist nun seit einigen Tagen bei mir in Betrieb und es wird Zeit meine Eindrücke zu dem 3D-Drucker in Worte zu packen.

Vielleicht vor allem anderen die Erklärung, was mit IDEX gemeint ist? Haben wir das dann abgerissen wäre auch schon eines der großen Alleinstellungsmerkmale des J1 abgehandelt. IDEX steht für InDependent DualEXtruder – also unabhängige Extruder. IDEX Drucker haben also zwei vollwertige Extruder und im Falle des Snapmaker J1 bedeutet dies man kann entweder:

  • Default (das einzelne Objekt wird wie im Slicer eingestellt gedruckt)
  • Backup (der Backup Druckkopf macht weiter, falls das Filament beim ersten Extruder leer ist)
  • 2farbig (mehrfarbige Objekte drucken, oder z. B. auch wasserlösliches Filament für abwaschbare Stützstrukturen mit dem zweiten Extruder drucken)
  • Mirror (zweimal das selbe Objekt, evtl. mit anderer Farbe oder gleicher Farbe – je nach eingelegten Filamenten und eben auch physisch gespiegelt) also so:
    (_|   |_)
  • Copy (wie eben werden auch hier 2 Objekte mit beiden Extrudern also gedruckt, aber in der Tat 1:1 kopiert) also so:
    (_|   (_|

Je nach ausgewähltem Modus, also ob man mit einem oder beiden Druckköpfen arbeitet bietet der J1 dann also 300 x 200 x 200 mm, im Copy-Mode 160 x 200 x 200 mm und im Mirror-Mode 150 x 200 x 200 mm Druckvolumen.

Dabei kommt beim J1 noch dazu, dass der Drucker mit bis zu 350 mm/ s extrem schnell drucken kann und die Beschleunigung von 10.000 mm/s trägt ebenso dazu bei. Man hat also im Grunde genommen mit dem J1 gleich zwei sehr schnelle Drucker in einem Gerät dastehen.

Etwas „ähnliches“ hatte ich 2019 in Form des Geeetech A20M mit DualExtruder mal in Benutzung. Das war aber vom System her aber im Vergleich eher ein heftiges Gemurkse, was am Ende auch nicht annähernd in die Qualität der Hardware und der Drucke des Snapmaker J1 ging. Aber wieder zurück zum Snapmaker J1.

Lieferumfang und Aufbau des Snapmaker J1

Snapmaker J1 Idex Drucker Verpackung

Das Paket wurde mir von UPS schon mit stolzen 29 kg Gewicht im Tracking angekündigt und was soll ich sagen? Das wurde auch eingehalten! Die Größe und das Gewicht lassen einmal mehr schon eine Vermutung aufkommen, wie gut verarbeitet wohl auch dieser Drucker wieder sein wird. Schon der Snapmaker 2.0 A250 hatte mich in diesem Punkt nicht enttäuscht. Die Maße des Druckers betragen so grobe 55cm x 40cm x 47cm.

Alles ist für den Transport sehr gut verpackt, viel Styropor und Karton helfen dabei den Drucker auf dem Schiffstransport gut vor Umwelteinflüssen zu schützen. Der J1 kommt zum größten Teil schon vorab zusammengebaut beim Käufer an. Kein Kabel verlegen oder gar Druckköpfe zusammenbauen etc.

Dennoch bleibt ein bisschen was zu tun. Erst einmal Platz für das Gerät schaffen, sofern nicht in der Zeit der Vorfreude während des Wartens längst geschehen. Dann müssen sämtliche Kabelbinder und Kleber und Transportsicherungen entfernt werden. Hier gibt es ein kleines Manko. Manche der Klebestreifen halten so gut auf dem Aluminiumgehäuse des Druckers, dass Kleberreste über bleiben. Diese lassen sich zwar mit rubbeln oder geeignetem Entferner entfernen, aber es gibt auch einige Hersteller, die das Produkt mit Klebern sichern, die solche „Probleme“ nicht bereiten. Naja – meckern auf hohem Niveau.

Es geht weiter mit dem Aufbau. Nach dem auspacken finden wir dann in einem schön bebilderten Handbuch alle nötigen Schritte, wie nun weiter vorzugehen ist.

Snapmaker J1 Iidex Drucker Seitenwaende Und Druckbett

Es folgt die Montage der rechten und linken Außenwand und die Montage der vorderen beiden Türen. Alle Teile sind mit Schutzfolie versehen, die einfach abgezogen werden kann. Zum weiteren Aufbau liegt natürlich das Werkzeug (farblich markiert) dem Gerät bei. Von der Zange über eine Bürste, das Stromkabel, zwei Ersatz-Socken für das Hotend, farblich markierte Inbus-Schlüssel, ein USB-Stick, eine kleine Spachtel, usw. Alles dabei.

Die Seitenteile müssen mit Schrauben fixiert werden. Das hätte man eventuell auch magnetisch machen können, denn wie sich herausstellt kommt man manchmal auch bei einem Drucker mit komplett abnehmbaren Deckel nicht so einfach an alle nötigen Schrauben ran. Dazu später noch etwas mehr.

Inbetriebnahme und generell zum Snapmaker J1 selbst

Im Grunde war es dann aber auch schon der komplette Zusammenbau und wir kommen zur Einrichtung, die hübsch auf dem 5 Zoll großen Display abzuarbeiten ist.

Snapmaker J1 Iidex Drucker Firmware

Nach der Verknüpflung mit eurem WLAN (gedruckt werden kann auch via USB-Verbindung über ein Kabel oder von einem beiliegenden USB-Stick) kommt auch schon ein Firmware-Update und nachdem das aufgespielt wurde kann die erste Einrichtung in Form eines Wizards abgearbeitet werden. Hier haben die Kickstarter noch ein kleines Ärgernis, denn die ganze Einrichtung muss nach einem weiteren und vorerst letzten Firmware-Update noch einmal wiederholt werden. Aber das soll für die folgenden Kunden schon vorab erledigt werden und nicht mehr doppelt nötig sein.

Snapmaker J1 Iidex Drucker Wizard 2

Es wird also losgelegt und man levelt das Bettchen, Führt eine Offset Kalibrierung durch usw. Durch jeden dieser Schritte wird man mittels Wizard auf dem Screen geführt.

Snapmaker J1 Idex Drucker Heizbett

Die beschichtete Glasplatte wird abgenommen und die beiden Druckköpfe fahren an bestimmte Positionen auf dem Heizbett und erkennen dadurch ihre Höhe und man kann den rechten Druckkopf dann an die Höhe des linken anpassen.

Snapmaker J1 Glasplatte

Ein kleines Loch in der Mitte des Heizbetts wird genutzt, damit die Druckköpfe (wieder mittels der metallischen Nozzle und einem Metallrand um das Loch) ihre exakte Position ermitteln usw. alles super schlau durchdacht und beeindruckend logisch. Auch wenn ich solche Features teilweise zum ersten mal sehe!

Anschließend macht bzw. druckt der J1 noch einen Vibrations- bzw. Resonanzcheck. Gerade letzteres ist eine sehr interessante Funktion, die immer mehr aktuelle Geräte in die Firmware integrieren. Der J1 spuckt dazu das folgende Objekt aus und dann wird der User gebeten den Abschnitt von X und Y mit den wenigsten Schwingungen im Objekt auf dem  im Touchscreen ebenfalls dargestellten Objekt auszuwählen.

Snapmaker J1 Iidex Drucker Resonanztest

In späteren Drucken wird dann bei schneller Geschwindigkeit, wie eben eingestellt an Kanten etc. vorher abgebremst, um möglichst hochwertige Drucke trotz hoher Geschwindigkeit zu erhalten. Eine sehr coole Funktion, wie ich finde!

Snapmaker J1 Iidex Drucker Installationsassistent

Nun kann es also losgehen. Zum Start gibt es von Snapmaker ein Profil für CURA mit dem ich schon sehr gut loslegen konnte. Mittlerweile ist aber auch die hauseigene Lösung LUBAN in der aktuellen Beta 8 mit dem J1 kompatibel. Wenn wir gerade beim verlinken sind – Firmware, Quick Start Guide etc. gibt es hier zum herunterladen.

Snapmaker J1 Iidex Drucker Erste Einrichtung

Jetzt ist es so, dass ihr beispielsweise einen Druck direkt vom internen Speicher oder vom USB-Stick starten könnt. Einmal ausgewählt gibt es die Option, nun noch alles doppelt zu drucken und dann wird das selbe Objekt einfach mit gleichzeitig mit beiden Extrudern gedruckt. Auf diese Art ist dann ein Benchy – äh zwei (!) Benchys in insgesamt 26 Minuten gedruckt. Nutzt ihr zwei gleiche Rollen Filament sind die Benchys nachher natürlich eine 1:1 Kopie. In meinem Fall habe ich den Testdruck mit dem mitgelieferten 500g Orange PLA und 500g weiß PLA gedruckt.

Snapmaker J1 Iidex Drucker 2 Benchys Gleichzeitig

Schon beeindruckend, wenn ich bis vor dem Anker M5 (ausführlicher Testbericht) mit handelsüblichen Druckern und um die 80mm/s noch über eine Stunde für ein Benchy benötigt hatte?!

Interessant wird es immer dann, wenn man zwei verschiedene Farben Filament einspannt und dazu hinten seitenverkehrt das jeweilige Filament für den jeweiligen Extruder einfädelt. Theoretisch benötigt man keinen Tower für den Farbwechsel, aber die Tests zeigen, dass das nicht schaden kann. Dazu gleich mehr.

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Dieser Nemo-Hai ist aber doch schon ein bisschen pornös, oder?! Jedes Teil abwechselnd in orange oder weiß gedruckt, dazu beweglich und schaut auch noch wirklich gut gedruckt aus? Das Modell gibt es hier schon vorgesliced, aber auch in einzelnen STLs, um die eigenen Settings auszuprobieren. Beim Druck wird dann alles orangene in einem Layer gedruckt, dann fährt das weiße Hotend rein, fährt zum Tower, dreht 2 Runden und legt mit den weißen Teilen in dem Layer los. Dann geht es über in den nächsten Layer, macht dort alles weiße und es folgt das reinfahren, abwischen und drucken des aktuellen Layers in orange.

BACKUP-, COPY, Mirror und DUALCOLOR-Test

Snapmaker J1 Idex Drucker Backup Und Dualcolor

Ich habe mir das gute alte Benchy hergenommen und mal den Backup-Mode probiert. Das ist das Benchy oben im Foto links. Der Backup-Mode klappte in der Tat perfekt. Der Drucker fuhr das leere Hotend zur Seite, kühlte es herunter während er das andere schon hoch heizte.

Snapmaker J1 Idex Drucker Backup Benchy

Dann wird mit dem anderen, nun aufgeheizten, Hotend fertig gedruckt. Je nach Modell macht das hier natürlich Sinn, zwei gleichfarbige Rollen Filament einzuspannen, dann sollte man in der Tat nichts vom Wechsel sehen.

Es stellte sich übrigens zumindest in meinem Test heraus, dass zweifarbig ohne einen Purge-Tower nichts wird. Denn das mittlere Benchy oben hätte 2farbig werden sollen, wurde aber ohne Purge-Tower gedruckt. Man sieht sehr schön, dass das einfach nur Murks ist. Macht man aber so einen Purge-Tower (nur ein Haken im Luban-Slicer!) dann wird wie oben geschrieben je nach Farbe 1-2 Runden Purge-Tower je Layer gezogen und das Benchy sieht wirklich schick aus.

Snapmaker J1 Idex Drucker Dualcolor Benchy

Mit Purge-Tower kann sich das (in diesem Fall auch schnell gedruckte) Ergebnis aber absolut sehen lassen, oder?

Benchy Copy

Die beiden Benchys rechts (weiß und orange) wurden vom Drucker automatisch kopiert und doppelt gedruckt. Man stellt im Slicer nur ein Objekt ein und drückt im Display dann auf COPY und schon wird ein Objekt vom linken und eins vom rechten Extruder gleichzeitig gedruckt. In diesem Fall auch noch pfeilschnell. Beide Benchys zusammen kamen in 26 Minuten aus dem Drucker. Dafür ist auch die Qualität absolut in Ordnung.

Das folgende Short auf Youtube zeigt einen kleinen Truck ohne den Purge-Tower. Beeindruckend, wie schnell der Wechsel und der Druck von statten geht, oder?

Nun ist es aber so, dass dieser Truck nur bis knapp zur Hälfte gedruckt und dann von einer Nozzle von der Platte gefegt wurde. Das lag daran, dass ich nach dem auspacken und erstem Aufbau vor lauter Vorfreude direkt losgelegt und nicht wie sonst üblich alle Schrauben und Riemen gecheckt hatte. Das war ein Fehler.

Ich musste die beiden Seitenteile noch einmal abmontieren (sind leider nicht ausklappbar oder mit Magneten fixiert) und seitlich rechts und links noch die Riemen für die X-Achse etwas anziehen und anschließend noch einmal alles Kalibrieren. Das ist nichts verwerfliches für den J1 und sollte im Grunde bei JEDEM Drucker nach der Lieferung und dem Aufbau kontrolliert werden, da auf dem langen Transportweg schon mal etwas gelockert sein kann.

Nach diesem Vorgang habe ich dann fix einen kleinen hohlen Tower inkl. Farbwechsel in Tinkercad konstruiert und gedruckt, um auch nachzusehen, ob alles gerade in die Höhe gedruckt wird. Das klappte nun auch wieder anstandslos.

In Sachen Lautstärke sind die aktuellen Drucker nicht unbedingt leise. Die Druckerbewegungen selbst zwar schon, aber die nötige Kühlung für die Hotends und die teils gefahrene Geschwindigkeit ergibt eine Lautstärke von um die 60dB. Das habe ich beim Anker M5 (der ist sogar noch etwas lauter weil er kein Gehäuse hat) wie auch beim J1 gemessen.

Es folgt ein kleiner, aber feiner Denkfehler meinerseits. Ich dachte mit zwei extra Druckköpfen könnte man ja sicher auch zwei verschiedene Objekte gleichzeitig drucken, aber das geht natürlich nicht! Da beide Druckköpfe an einer Achse hängen kann das ja auch nicht gleichzeitig (!) funktionieren. Was aber dagegen sehr wohl funktioniert, ist die Option zwei Objekte auf einmal zu drucken. Dabei wird dann zuerst Layer 1 des linken Objekts gedruckt, der Druckkopf fährt zur Seite und dann wird Layer 1 des rechten Objekts mit dem anderen Druckkopf gedruckt.

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Ob das jetzt einen Sinn macht, mag mal dezent in den Raum gestellt sein. Durch die immer wiederkehrenden Fahrten der Druckköpfe vom Objekt weg, vergeudet man Zeit und die Drucke dauern länger, als würde man sie einzeln nacheinander drucken. Aber zumindest in der Theorie geht das. :) Im obigen Fall habe ich aus dem folgenden Foto auf diese Weise die UNO-Schachtel in schwarz und rot gedruckt.

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Die Hotends des J1 sind so genannte All-Metal Hotends und bieten deshalb die Option bis zu 300° C heiß drucken zu können. Damit und mit dem geschlossenen Gehäuse besteht also die Option auch ausgefallenere Materialien, die eben deutlich wärmer als PLA oder dergleichen gedruckt werden müssen, zu drucken.

Auf der anderen Seite bedeutet es aber auch, dass laut Snapmaker empfohlen wird, den magnetisch festgehaltenen Deckel des Gehäuses zu öffnen, weil sonst die Temperatur für PLA im inneren des Gehäuses zu warm werden kann. Findige Bastler haben dafür eine Lösung entworfen und kleine Abstandshalter, ebenfalls mit Magneten kreiert, die den Deckel einfach ein paar Zentimeter abheben. Problem gelöst. Es kann so einfach sein.

Ein paar Mods, für die Aufbewahrung vom beiliegenden Werkzeug, die Abstandshalter für den Deckel und verlängerte Filamenthalter finden sich hier in einer J1-Kollektion, die ich auf printables zusammengestellt habe.

Als Druckbett bekam der J1 eine beschichtete Glasplatte spendiert. Keine mittlerweile übliche metallische PEI-Platte. Die Glasplatte soll laut den Entwicklern dafür dienen die Wärme besser zu halten. In meinen Testdrucken konnte ich bisher auch nichts schlechtes zum Halt der Objekte auf der Platte feststellen.

Snapmaker J1 Idex Drucker Drucke

Über die letzten Tage habe ich so einiges durch den Drucker gelassen. Beeindruckend wie schnell manches gedruckt wird. Manches muss natürlich auch langsam gedruckt werden, denn dann ist und bleibt die Qualität natürlich noch einmal nen Ticken besser. Das sollte klar sein. Dennoch sind fast 90 % der Drucke auch schnell mit 250mm oder 300mm absolut zu gebrauchen gewesen. Am Ende kommt das natürlich sehr auf das jeweilige Modell an und für was selbiges später genutzt wird.

Ein kleiner Exkurs: Wie erstellt man mehrfarbige Objekte?!

Einen kleinen Exkurs möchte ich euch kurz in Sachen mehrfarbige Objekte geben. Diese kann man beispielsweise mit dem Meshmixer erstellen und dabei grob umschrieben andersfarbige Bereiche „anmalen“ und von Meshmixer dann auch abtrennen lassen, damit diese dann später in einer anderen Farbe gedruckt werden. Das ist aber dann für die Erklärung in Textform mitten im Testbericht hier doch etwas zu kompliziert. Eventuell packe ich das in einen der kommenden 3D-Drucker Roundup, wenn gewünscht? Falls ja – gern mal ab in die Kommentare damit.

Tinkercad

Die einfachere Variante habe ich bei einem Wettbewerb auf Printables ausprobiert. Hier werden gerade Lesezeichen gesucht und ich habe mich dazu in Tinkercad.com ausgetobt und ein paar einfache Modelle gezeichnet, die dann auch mit dem Snapmaker J1 mehrfarbig gedruckt werden können. Natürlich ist das nur eine sehr einfache Form von Multicolor-Druck, die im Grunde auch mit Filament-Wechsel während des Drucks hinbekommen wird, aber es sollte schon einmal eine Richtung darstellen.

Lesezeichen

Im Falle der Katze erstellt man also den Körper des Lesezeichens mit dem Kopf und den Ohren etc. als erste Layer. Dann werden (wichtig!) darauf aufgelegt die weißen Bereiche der Augen erstellt und dann ebenfalls wieder in der richtigen Höhe darauf aufgelegt die Layer mit dem schwarzen Augenteil. Selbes Prinzip bei dem OO-Emoji Lesezeichen rechts. In Tinkercad sieht das dann so aus. Die einzelnen Teile habe ich absichtlich seitlich verschoben, dass man den Höhenunterschied besser erkennt:

Diese einzelnen Teile werden dann auch einzeln als STL exportiert und in den LUBAN (oder CURA oder …) Slicer wieder importiert. Dort müssen dann die entsprchenden Teile wieder mit dem entsprechenden Extruder (also der eingelegten Filamentfarbe) zugeordnet werden. Das passiert im folgenden Bild unten links.

Lesezeichen Printables Luban2

Hier sieht man dann die 3 Teile aus denen das Lesezeichen besteht und klickt dann auf den entsprechenden Extruder daneben und wählt den jeweils passenden aus.

Lesezeichen Printables Luban

Dann drückt man STRG+A (alle Teile markieren) und drückt oben auf ALIGN und schon kann das Kätzchen gedruckt werden.

Das Prinzip ist immer das selbe. Auch bei deutlich komplexeren Objekten hat man immer aufgesplittete STLs aus den verschiedenen Farben, markiert diese dann und sagt mit welchem Extruder sie gedruckt werden sollen. Dann anordnen (ALIGN) und los geht es. Der J1 macht – äh druckt – den Rest.

Und sonst noch?

Der Snapmaker J1 ist hochaktuell auf dem Markt. An der Software und Firmware wird noch gefeilt und im letzten Live-Video von Snapmaker wurde unter anderem gesagt, dass man beispielsweise die 350mm bisher nur mit 0.1er Auflösung fahren kann. Vermutlich bekommt der Extruder bei höherer Auflösung / Menge das Filament nicht mehr in der nötigen Zeit durch den Drucker geheizt/geführt. Aber hier bin ich noch nicht sicher und das kann sich mit Updates noch ändern. Bei 0.2er Auflösung konnte ich aber problemlos mit 250 mm/s fahren und die beiden Benchys waren eindeutig noch schneller gedruckt, damit 26 Minuten Druckzeit rauskommen. Hier wird also vermutlich noch im Hintergrund optimiert.

Abgesehen davon fehlt mir auch noch eine Option, vorhandene Modelle (STLs) für den zweiten Extruder einzufärben. So müsste man nicht wie oben den umständlichen Weg gehen, sondern könnte beispielsweise einfach an ein Tierchen ranzoomen und die Augen und z. B. den Schwanz anders einfärben etc. Ich kann mir aber auch hier sehr gut vorstellen, dass so etwas noch kommt. Andere Hersteller bekommen das ja auch geregelt. :)

Fazit zum Snapmaker J1

Nach alle den coolen Features und Eindrücken kommen wir nun aber ans sprichwörtlich eingemachte. Preislich liegt der Snapmaker J1 aktuell bei rabattierten 1399,- EUR bei einer UVP von 1699,- EUR.

Das ist natürlich eine Hausnummer. Allerdings kann das Gerät ja auch keinesfalls mit einem handelsüblichen Billig-3D-Drucker für um die 300,- EUR verglichen werden! Features wie die absolut überragende Verarbeitung inkl. vollwertigem Alu-Gehäuse, 350mm Druckgeschwindigkeit und einer Beschleunigung von 10.000 mm/s, der Software-Oberfläche / Steuerung, die Dual-Extruder, etc. – all das spielt hier in einer völlig anderen Liga.

Nachdem der Bambulab X1C nun auch auf den Markt kam, hat der J1 auf jeden Fall Konkurrenz bekommen. Aber der X1 hat eben nur einen Extruder und muss bei jedem Filamentwechsel zeitaufwändig das Filament wechseln und Reste entsorgen etc. Da fallen dann mal gern für 10g weißes Filament im gesamten Druckobjekt 30g weißes Filament als Müll an. Falls ihr aber mit mehr als zwei Farben drucken wollt, solltet ihr euch den P1P oder X1C von Bambulab definitiv anschauen.

Ich persönlich finde den Snapmaker J1 einen super gelungenen Drucker. Durch immer wiederkehrende Rabatt-Aktionen von Snapmaker dürfte der Drucker evtl. sogar noch günstiger zu bekommen sein. Von daher kann ich nur eine Kaufempfehlung geben, wenn ihr auf der Suche nach IDEX, schnellen Drucken und toller Verarbeitung seid.

Abschließend noch der Hinweis, dass es noch sehr viel mehr zum J1 zu schreiben gäbe. Das würde aber sicher dieses eh schon sehr ausführliche Review sprengen. Schaut daher gern weiter in meine Roundup-Serie oder folgt mir auf TikTok, dort gibt es sicher weiterhin viel zum J1 zu lesen und zu sehen.

Wertung des Autors

Michael Meidl bewertet Snapmaker J1 IDEX Drucker mit 4.5 von 5 Punkten.

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Bitte bleibe freundlich.

  1. MadKiefer 🎖

    Freundlicher Tipp: nimm dir den Prusa Slicer. Da kannst du die Teile farbig mittlerweile "anmalen" und entsprechend zuweisen. Wurde für den XXL Prusa (und die alte Erweiterung) entwickelt. Einfacher geht es gar nicht mehr.

    …wenn der XXL jetzt auch mal langsam ausrollen würde :)

    1. Michael Meidl ☀️

      Danke dir für den Hinweis. Ehrlich gesagt hab ich den Prusa Slicer tatsächlich noch nicht in Verbringung mit dem J1 ausprobiert. Wird morgen gleich Mal angeschaut. 👍

      1. MadKiefer 🎖

        Berichte gerne! Würde mich interessieren <3

  2. Simon Pück 👋

    Moin, könntest du mal die Maximale Volumengeschwindikeit von den Hotends ermitteln. Würde mich echt mal interessieren da ja scheinbar normale mk8 Nozzeln verbaut sind. Wird eigentlich erkannt welcher Kopf eingesteckt ist in der Firmware. Man kann derzeit gehärtet nur eine 0.4 Hotends dazu bestellen ich bräuchte aber für Carbon Filamente schon eine 0.6 daher wäre es interessant, ob man die einfach tauschen kann oder ob die Firmware dann spinnt, wenn man in den 0.4 kopf eine 0,6n schraubt. Danke

    1. Michael Meidl ☀️

      Mangels anderer Nozzlegrößen (ich drucke fast ausschließlich mit 0.4ern) kann ich das leider nicht für dich testen. Ich glaube aber kaum, dass der Drucker erkennt, was für eine Nozzle du letztendlich in das Hotend schraubst.

      Am Ende liegt das ja dann an dir und deinen Einstellungen, die du im (Luban)Slicer machst? Also Linienhöhe und Dicke etc. Der Rest müsste im Grunde einfach so laufen.

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