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Elephone M2: Günstiger 5,5-Zoll-Androide im Test

Elephone M2 Header

Nachdem ich nun einige Tage das Elephone M2 dauerhaft als mein Hauptgerät nutzen konnte, folgt in den kommenden Zeilen der dazugehörige Testbericht. Die anfänglichen Zoll-Probleme sind mittlerweile vergessen und was bleibt ist ein Android Smartphone mit einem sehr tollen Preis-/Leistungsverhältnis.

Lieferumfang

Elephone M2 Header

Im Lieferumfang befanden sich das Gerät selbst, ein Nupsi um den SIM/SD-Slot auszuwerfen, das Netzteil, ein USB-Kabel und ein wenig Papierwerk.

Die wichtigsten technischen Details zum Elephone M2

  • Prozessor: MT 6753 Octa-Core mit 1,3 GHz
  • GPU: Mali 720 (450 MHz)
  • Speicher: 32 GB intern (per MicroSD erweiterbar) und 3 GB RAM
  • Display: 5,5 Zoll mit 1080×1920 Pixel
  • Kamera: 13 Megapixel (Sony IMX214) und 5 Megapixel
  • Netz: GSM/WCDMA/FDD-LTE (GSM:850/900/1800/1900, WCDMA: 850/900/2100, FDD-LTE : B1/3/7/8/20)
  • Konnektivität: Wlan 802.11 b/g/n, Bluetooth 4.0
  • Akku: 2600 mAh Li-Poly
  • Maße: 77x155x7,35mm bei 169 Gramm
  • Farben: Gold oder Schwarz
  • Betriebssystem: Android 5.1

Zum Elephone M2 selbst

Ich möchte direkt vom Start weg sagen: Das Elephone M2 hat mich auf jeden Fall überrascht! An speziellen Sale-Tagen ist das 5,5 Zoll Phablet für nahezu lächerliche 149 $ erhältlich. Dafür bekommt man ein Android Smartphone mit Metall-Body, für diesen Preis wirklich tolle Verarbeitung und mit nahezu allen Features, welcher ein Normalsterblicher benötigt. Lediglich die Kamera ist und bleibt, zumindest mit der aktuellen Firmware, untere Mittelklasse.

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Die rechte Seite beherbergt den Slot, welcher für die beiden MicroSIMs, oder für eine MicroSIM und eine MicroSD-Karte gedacht ist. Auf der Oberseite ist der Klinkenstecker und ein Mikrofon untergebracht.

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Die linke Seite bietet Raum für die Lautstärkewippe und den Powerbutton. Selbiger ist leicht angeraut und lässt sich damit auch blind (mal abgesehen von der Größe) von der Lautstärkewippe unterscheiden und bedienen. Der Druckpunkt passt. Der Powerbutton ist schon fast zu gut ausgefräst und hat im Test zu Beginn 2-3mal gehakt. Nach einem halben Tag war das aber weg und es könnte auch an meinem frühen Sample liegen.

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Auf der Unterseite ist Platz für die beiden Lautsprecher und den MicroUSB-Anschluss und ein Mikrofon. Die Rückseite ist aus Aluminium mit einem schmalen Streifen für die Kamera und die LED auf der Oberseite und einem Streifen auf der Unterseite (vermutlich für die integrierten Antennen). Exakt deswegen gibt es auch oben und unten eine kleine Unterbrechung im Alu-Rahmen.

Die Front beinhaltet das 5,5 Zoll FullHD-Display, die 5 Megapixel Frontkamera und den Annäherungssensor. Auf der Unterseite gibt es einen Homebutton mit integriertem (wirklich schnellem) Fingerabdruck-Sensor und links und rechts daneben Soft-Touch-Buttons. Das Display lässt sich gut ablesen und kann die Helligkeitsstufe mittels des Helligkeitssensors an die Lichtverhältnisse anpassen.

Die FullHD sind auf bei 5,5 Zoll kein Problem und etwaige Kanten oder dergleichen sieht man höchstens, wenn das Display sehr nahe an die Augen führt. Die Farben sind ok. Wird das Handy sehr schräg gehalten, fangen dunkle Bereiche an heller zu leuchten.

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Der eingangs erwähnte Fingerabdrucksensor muss pro Finger angelernt werden und funktionierte dann während meines Tests wirklich gut. Zu 90 Prozent wurden meine Daumen und Zeigefinger beim ersten Mal gleich erkannt. Der Sensor muss auch nicht gedrückt werden. Es genügt den Finger aufzulegen.

Die Taste selbst ist natürlich trotzdem druckbar und fungiert als Home-Button, oder bei langem Druck für die Recent-Ansicht. Das Gehäuse ist gut verarbeitet. Es erinnert an das Huawei P8 und ist in Gold und Schwarz erhältlich. Hier ein Foto für einen Vergleich:

Huawei P8 Elephone M2

Im Inneren werkelt eine Mediatek 6753 Cortex-A53 Octacore-CPU mit 1,3 GHz. Als GPU ist eine Mali-T720 verbaut worden. Im laufenden Betrieb war ich mit der Leistung dieser beiden Komponenten wirklich super zufrieden. Im Normalbetrieb ruckelt nichts, Anwendungen werden auch schnell geöffnet. Wenn es dann an richtige Kaliber, wie beispielsweise Asphalt 8 geht, dann kommt man schon hier und dort mal an die Grenzen der CPU/GPU und es gibt kleine Ruckler zu verzeichnen. Das sollte man aber bei der Preisklasse erlauben.

Das Elephone M2 wurde übrigens mit dem wichtigen 20er Band für LTE ausgerüstet. Dies bedeutet, dass es auch in Deutschland prima funktioniert und keine Probleme bereiten sollte. Abgesehen davon beherrscht es auch WLAN b/g/n und findet auch mein 5GHz n-draft WiFi zu Hause. Auch hier bin ich angenehm überrascht, da dies diverse andere, oft auch teurere Devices nicht können.

Das M2 ist Dual-SIM-fähig und wird mit einer MicroSIM gefüttert. Sobald eine MicroSD benutzt wird, verfällt die Dual-SIM-Fähigkeit, da für die Speicherkarte der zweite SIM-Slot genutzt wird. Eine 64 GB MicroSD konnte ich während meiner Testphase ohne irgendwelche Probleme nutzen. In Sachen Speicher macht das M2 auch sonst einiges richtig. Von Werk aus werden 32 GB interner Speicher und 3 GB RAM verbaut. Das dürfte für die meisten genügen. Von den 32 GB stehen bei der ersten Inbetriebnahme grob 25 GB zur Verfügung.

Die mit 2600 mAh etwas gering bemessene Kapazität des Akkus bereitete mir zu Beginn ein wenig Kopfzerbrechen. Allerdings hatte die Testzeit gezeigt, dass ich im Normalfall gut und gerne über einen Tag komme. Heute früh habe ich das Handy beispielsweise gegen 6 Uhr vom Strom genommen. Dann einen kompletten Tag damit verbracht. Inhaltsangabe: Whatsapp, Browser, Google Play Updates, 3 Mail-Konten Sync und Push, Youtube, surfen, Spiele (nur kurze Tests) und Push und soziale Kanäle via Facebook, Twitter, Instagram, Google+ gelesen und befüllt.

Aktuell ist es 20.00 Uhr und die Akkuanzeige spricht von 39 Prozent Restkapazität. Es gibt einen Energiesparmodus, den ich aber nicht aktiviert hatte – und welcher auch erst später anspringen würde. Also würde ich sagen, dass ein Tag locker möglich ist. Für mehr könnte es knapp werden und ich würde eine Powerbank mitnehmen.

Software

Elephone M2 Quick Toggles Settings

Die Software hält ganz ohne verspielte Icons und zig Zusatz-Anwendungen fast komplett an Stock Android Lollipop (5.1) fest. Die Quick-Toggles und auch die Einstellungen etc. sind die selben wie in Googles Original. Es gibt aber dennoch die eine oder andere kleine Besonderheit. Natürlich benötigen wir ein extra Menüpunkt im Reiter Sicherheit für den Fingerabdrucksensor.

Hier wird ganz gewohnt einfach am besten je Hand 1-2 Finger eingescannt. Dann ist es letztendlich auch egal, ob mit der linken oder der rechten Hand entsperrt wird. Der Notfallplan muss auch hier eingestellt werden. Sollte also der Fingerabdruck nicht funktionieren bzw. möglich sein (fettiges Hähnchen gegessen oder so *g*) dann bleibt noch die PIN oder das Muster:

Elephone M2 Fingerabdrucksensor

Dem Elephone M2 wurde auch eine Backup/Restore-Lösung vorinstalliert. Hiermit können persönliche Daten, wie Kontakte, SMS, Fotos, Kalender etc. und auch die Apps auf die Speicherkarte gesichert und wiederhergestellt werden. Die App hat keinerlei großen Schnickschnack und so muss nur ausgewählt werden, was gesichert werden soll und schon kann es losgehen:

Elephone M2 Backup und Restore

Das M2 hat auch von Werk aus schon die Firewall freigeschaltet, welche die Berechtigungen der installierten Anwendungen überwacht und nach vorheriger Absprache freischaltet oder aber eben sperrt. Dies funktioniert ganz einfach während der Benutzung im Alltag. Startet ihr beispielsweise Instagram, so werdet ihr in einem kleinen Popup-Fenster danach gefragt, ob auf die Fotos zugegriffen werden darf und schon geht es weiter.

Auch Double-Tap-To-Wake beherrscht das M2. Mit der App Smart Wake können hier ebenfalls von Werk aus diverse Gesten aktiviert werden. Mir persönlich genügt das schnelle aufwecken des Phones, wenn ich mal nicht den Fingerabdrucksensor nutze. Zum schlagen leg ich das Handy mittels Nova-Launcher Prime und der App Screen Off and Lock als Double-Tab-Geste.

Elephone M2 Software Firewall Gesten und Radio

Abgesehen davon beherrscht das M2 noch eine sogenannte HotKnot-Funktion. Mittels dieser sollen wohl Dateien ähnlich wie mit NFC durch aneinanderhalten des Displays übertragen werden. Dann gibt es auch noch eine Einstellungsmöglichkeit genannt MiraVision. Mit dieser können die Farben des Handys abgestimmt werden. Wer es kontrastreicher möchte o. ä. kann sich hier prima austoben.

Abschließend ist mir noch eine Service-App aufgefallen, mit der man unter anderem das Handy und den Kaufvorgang bewerten kann.

Auch der obligatorische Screenshot aus dem neuen AnTuTu-Benchmark darf nicht fehlen. Mit knapp 40.000 Punkten ist das Elephone M2 wunderbar im Mittelfeld angesiedelt. Die Performance genügt im Alltag. Lediglich bei leistungshungrigen Spielen kam ich an die Grenze der Hardware.

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Nebenbei möchte ich direkt noch ein paar Worte zum Thema Root und Custom-Firmware einfließen lassen. Ich habe selten schon so schnell nach dem Verkaufsstart eines Handys eine Custom Firmware dazu gefunden. Rooten funktioniert problemlos und es gibt schon eine Flyme (sehr bunt – in Richtung MIUI, aber mal was andres) und auch AOSP-ROMs.

Auch die Updates vom Hersteller selbst kommen zumindest zum jetzigen Zeitpunkt noch in einem kurzen Abstand. Wer sich hier einlesen möchte, dem sei das dazu passende Forum nahegelegt. Hier gibt es die Anleitungen und auch die Links zu den nötigen Dateien.

Wie immer gilt natürlich, dass ihr damit das Handy in die ewigen Jagdgründe schicken könnt. Bitte also nur machen, wenn ihr euch sicher seid, was ihr gerade macht. :)

Sound und Kamera des Elephone M2

Elephone M2 _DSC3009

Hier kommen wir nun zum für mich einzigen, wirklichen Negativpunkt des Elephone M2. Die Kamera macht trotz des verbauten Sony-Sensors nur höchstens mittelmäßige Fotos. Sofern die Umgebungsbedingungen nicht 2000 % stimmen, kann man die Fotos fast nicht ernsthaft nutzen. Sofort werden die Fotos verwaschen oder pixelig. Ich habe dieses Verhalten auch mit Drittanbieterapps nicht wirklich beheben können. Die folgende Galerie zeigt ein paar Fotos, welche mit dem M2 geschossen wurden:

Der Sound aus dem oder den unteren Lautsprecher(n) ist wirklich in Ordnung. Ich kann beim besten willen nicht bestimmen, ob es nun ein oder zwei Speaker sind. Halte ich eine Seite zu ist der Sound immer noch ordentlich zu vernehmen. Die Position ist in meinen Augen auch perfekt. Die Rückseite und die Vorderseite sind einfach nicht meins. Einmal halte ich den Lautsprecher auf der Rückseite gerne zu und auf der Front wird das Handy meist noch einiges länger.

Fazit zum Elephone M2

Elephone M2 _DSC3005

Wie schon eingangs erwähnt, bin ich absolut überrascht, was mit knapp 149 Dollar möglich ist. Das Elephone M2 ist toll verarbeitet und ihm fehlt es im Grunde an (fast) gar nichts. Selbstverständlich sind Dinge wie eine qi-Ladefunktion oder ein 4K-Display nicht in diesem Preissegment möglich, aber das benötigen die meisten Käufer ja auch gar nicht erst, oder? Von mir ein absolutes GO, wenn die Kamera nicht das wichtigste Element ist und wenn es nicht die Spitze des technisch Möglichen sein muss.

Wertung des Autors

Michael Meidl bewertet Elephone M2 mit 4.7 von 5 Punkten.

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