Hardware

eReader TrekStor Pyrus im Test

Der eReader TrekStor Pyrus kam hier zeitgleich mit dem Amazon Kindle an und einen ersten Eindruck habe ich euch auch schon geliefert. So wird es nun Zeit, ein Fazit zu ziehen und die Stärken und Schwächen des Readers aufzuzeigen. Ich muss gestehen, ich bin etwas voreingenommen, denn ich halte mittlerweile von Hardware-Tasten an Geräten wie eReadern und Smartphones wirklich gar nichts mehr. Dennoch bekommt man für derzeit rund 70 Euro mit dem Pyrus einen soliden eReader ins Haus, welcher durchaus seine Vorzüge hat. Doch der Reihe nach, beginnen wir bei Hardware und Verarbeitung. Der Pyrus kommt mit folgender Ausstattung zu euch nach Hause:

 Spezifikationen

  • 6 Zoll Digital-Ink Display
  • Auflösung 600 x 800 Pixel bei 16 Graustufen
  • Abmessungen 167 x 123 x 9 mm bei 216 Gramm
  • 800 Mhz Prozessor
  • 1 GB RAM
  • 4 GB interner Speicher (erweiterbar via MicroSD)
  • Formate: EPUB, PDF, support for Adobe® DRM, TXT, FB2, PBD, RTF, HTML, JPG, BMP, GIF, PNG
  • MicroUSB
  • Akku für rund 2 Monate Lesen (Abhängig vom Nutzungsverhalten)

Mein erster Eindruck

Der erste Eindruck bestätigt sich auch im Test, das Display des Pyrus ist seine Achilles-Verse. Der Pyrus wirkt milchig und bei weitem nicht so klar und scharf wie seine Konkurrenten. Schuld daran dürfte wohl das „Digital-Ink“ Display sein, denn bei den anderen Geräten meiner Tests sind eInk-Displays verbaut. Qualität hat eben seinen Preis. Ich spreche dem eReader dabei nicht die Lesbarkeit an sich ab, doch kauft man ein Gerät bei dem man wohl zu 99 Prozent das Display nutzt, sollte dieses auch ein richtig gutes sein. Lesen kann man freilich schon, auch in direktem Sonnenlicht. Aber bei Kobo und Kindle tue ich mich mit dem Lesen wesentlich leichter, dank klarer, gestochen scharfer Schrift.

Ein weiteres Manko, für mich sogar dass größte am Pyrus, ist das fehlende W-Lan. Ich muss also immer zum Bücher betanken an den PC und dort entweder die Pyrus Desktop Suite nutzen, oder eben Calibre. Das nervt mich wahnsinnig, denn der Sinn von solchen mobilen Geräten liegt für mich auch in der Mobilität und zwar ohne wenn und aber. Ein fehlendes 3G-Modul kann ich verschmerzen, da ich ja mit dem Smartphone tethern kann, aber so ganz ohne mobile Datenverbindung ist es echt mau, denn im Urlaub im Hotel habe ich keinen Rechner dabei, meine Account-Daten zu einem Shop möchte ich ungern an einem Hotel-PC eintickern und eine Desktop-Suite werde ich dort wohl auch nicht installieren dürfen. Das heißt, man muss seinen Leseverbrauch vor dem Urlaub gut kennen und entsprechend genügend Lesefutter vorab laden.

Bevor ich mich aber zu weiteren Themen des Tests schwinge, sei hier noch ein Wort zur Verarbeitung und den Materialien des Gerätes verloren. Die Materialien, vornehmlich beschichtetes Kunststoff gehen in Ordnung, das Gerät macht von vorn und von hinten einen guten Eindruck. Die Verarbeitung wirkt dabei aber leider nicht hochwertig, insbesondere bei den Tasten. Das D-Pad ist mir zu klein geraten und die Tasten haben einen viel zu weichen Druckpunkt. Lediglich die Seiten-Tasten für das Blättern in Büchern und Menüs sind wirklich gut geworden. Die Platzierung des Power-Knopfes an der Unterseite des Gerätes ist nicht nach meinem Geschmack, aber nicht maßgeblich für ein Urteil. Ich würde vorsichtig formulieren, dass man dem Pyrus seinen Preis nur dann ansieht, wenn man einen genaueren Blick auf die Tasten wirft.

Kommen wir damit zur Bedienung des Pyrus. Ohne einen Touchscreen ist man hier auf direktionales Blättern angewiesen. Pluspunkt hierbei ist eine Software-Tastatur, welche sich mit dem D-Pad recht gut bedienen lässt und über eine dedizierte Taste aufgerufen wird. Das Blättern in Büchern und PDFs ist sehr angenehm und funktioniert genau wie es soll. Auf Extras wie Browser oder MP3 Player hat man beim Pyrus verzichtet. Gute Entscheidung wie ich finde. Weiterer großer Pluspunkt in der Bedienung ist ein integrierter Datei-Explorer, mit dem sich zum Beispiel Bilder oder PDFs sehr schnell finden lassen. Auch die integrierte Bibliothekssuche funktioniert bestens.

Soweit gibt es zum Pyrus an sich auch nicht viel mehr zu sagen. Wer wirklich auf jeden Euro schauen muss, der kann beim Pyrus getrost zuschlagen. Lesen geht auf ihm natürlich auch. 😉 Wer allerdings noch 30 Euro unterm Sofakissen findet, der sollte meiner Meinung nach auf jeden Fall zum Kobo greifen, oder  wenn es Hardware-Tasten sein müssen, zum Amazon Kindle.

Ein kleiner Einblick in die Desktop-Software ist natürlich auch noch nötig. Hier erwartet den geneigten User die Verwaltung seines eReaders, ein Shop und die Bibliothek die mittels Adobe Digital Editions auch am PC gelesen werden können. Genaue Zahlen zum Shop habe ich nicht gefunden, jedoch habe ich bis auf eine Ausnahme eines Bestsellers so ziemlich alle Bücher gefunden, welche ich auch auf dem Kobo lese. Ein spezielles Verzeichnis mit kostenlosem Lesespaß wie etwa den Büchern des Gutenberg-Projekts habe ich nicht gefunden.

Zeit einen Strich zu ziehen und Kasse zu machen. Der Pyrus richtet sich meiner Meinung nach eher an Wenigleser oder an Inhaber von schmalen Geldbeuteln. Das Display kann mich nicht überzeugen, zum Lesen an sich ist es aber tauglich. Das Gerät selbst geht soweit für die Preisklasse in Ordnung. Die Desktop Suite ist minimal gehalten, muss aber, sofern man keine andere Software nutzt, als Zentrale für den Pyrus dienen. Die Handhabung von Software und Gerät ist sehr simpel gehalten und funktioniert richtig flott.

Ich für meinen Teil werde keine Empfehlung für den Pyrus aussprechen. Mir fehlt der Touchscreen, W-Lan und ein Display ohne Abstriche. Wenn ihr noch Fragen habt, nur zu, ich werde versuchen sie für euch zu beantworten.

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