007 First Light im ersten Test: Bond trifft auf Uncharted und Hitman

Ich spiele seit ein paar Tagen das neue 007 First Light, ein Spiel, auf das ich neben GTA 6 in diesem Jahr besonders gespannt war. Leider erreichte mich das Spiel erst Ende der Woche und ich konnte es bisher noch nicht beenden. Aber ich habe es intensiv gezockt und möchte euch hier schon einen ersten kurzen Test liefern.
Ein Bond-Spiel im Uncharted-Stil
Dabei habe ich mir, wie sicher viele, die Frage gestellt, wie sich 007 First Light als Spiel anfühlt. Bisher sehr gut. Man merkt, dass es von IOI stammt, die durch Hitman bekannt sind, und die Stealth-Elemente der Reihe spürt man sehr stark in vielen Passagen. Aber sie wurden durch diverse Gadgets von 007 besser umgesetzt.
Statt also einfach nur Gegner zu erdrosseln oder Elemente aus der Umwelt zu nutzen, könnt ihr beispielsweise eure Uhr mit Extras vor einem Level ausstatten und bekommt mehr Möglichkeiten. Je nach Extra gibt es dann auch im Level andere Wege. Nicht ganz so viele wie bei Hitman, aber man hat schon viele Freiheiten.
Die Level sind allerdings etwas actionlastiger aufgebaut, nicht so langsam, wie bei den Hitman-Spielen, passend zu einem James Bond eben. Ich musste in den ersten Trailern oft an Uncharted von Naughty Dog denken und tatsächlich fühlt sich 007 First Light sehr oft wie ein Uncharted an – was von mir ein sehr großes Lob ist.
Es ist eine Mischung aus langsamen Elementen, wie einer Fahrt mit einem Dialog, der oft sehr unterhaltsam ist, gemischt mit schneller Action, etwas Stealth und sehr vielen Zwischenszenen, die in diesem Fall nicht nur verdammt gut animiert, sondern auch erstklassig vertont sind. Es gibt nur Englisch, aber man muss es so zocken.
James Bond hat den typischen Humor eines 007 und der kommt eben am besten in britischem Englisch herüber (manchmal aber nicht ganz so leicht zu verstehen, wenn gerade viel Action um einen ist, aber dafür gibt es auch deutsche Untertitel).
Dazu kommt ein wirklich großartiger Sound, der sich exakt wie ein Bond-Film in den Szenen anfühlt. Und 007 selbst? Mir gefällt die Neuinterpretation von Patrick Gibson bisher sehr gut, aber man muss damit leben, dass es anders ist. Jeder neue Bond war anders als die alten. Wer nichts Neues mag, muss einen Umweg machen.
Ich finde aber, dass das ein würdiger Bond-Charakter bisher ist. Was gar nicht so leicht für IOI gewesen sein muss, immerhin ist es direkt noch eine Origin Story.
In den ersten Stunden fühlt sich 007 First Light noch sehr stark wie ein reines Actionspiel an, mit einem Bond, der tatsächlich an einen jungen Nathan Drake aus Uncharted erinnert. Mit der Zeit ändert sich aber der Ton und die Geschichte bringt einige Wendungen mit, die ich hier nicht spoilere (vermeidet unbedingt Spoiler!).
Technisch läuft 007 First Light bisher butterweich auf der PS5 Pro und es sieht an vielen Stellen unglaublich gut aus. Nicht nur bei der Auflösung und den Details, vor allem die Liebe in der Welt ist zu sehen. Die Level sind, wie bei Hitman, wenn nicht sogar noch mehr, bis in jede Ecke gestaltet – selbst, wenn es nicht nötig wäre.
Man merkt 007 First Light an, dass IOI hier ein komplett neues Level erreichen wollte und, und das ist das vielleicht größte Lob von meiner Stelle, weil zwei meiner Lieblingsspiele von diesem Studio kommen, es ist teilweise Naughty Dog-Level. Mit, und das ist wichtig, einem eigenen Stil, es ist nicht Drake, es ist klar Bond.
Meine Erwartungen waren hoch, sehr hoch, wenn ich ehrlich bin, und bisher hat sie IOI komplett erfüllt. Die Optik, die Liebe zum Detail, die Vertonung, der Soundtrack, die Story, die Schauspieler, die Charaktere, die Level, das alles macht extrem viel Spaß. Schwächen? Eine, das Gameplay ist nicht perfekt, vor allem die Kämpfe.
Einen Profi-Shooter bekommt man hier nicht, klar, das ist wie in Uncharted eher eine nette Ballerei, was ich aber auch möchte, und ein Rennspiel bekommt man bei den Fahrten auch nicht, aber die Inszenierung sitzt bisher immer. Nur der Kampf mit den Fäusten, der häufiger vorkommt, wirkt manchmal doch etwas unübersichtlich.
Kämpfen ist grundsätzlich sehr leicht, man blockt, teilt aus und weicht aus, aber in einigen Szenen war das bei mir etwas unübersichtlich. Vor allem, wenn mehrere Gegner im Raum sind. Einmal habe ich sogar kurz auf leicht gestellt, weil es mir zu blöd wurde, sonst spiele ich auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad, der fair ist.
Ein erstes Fazit zu 007 First Light
Ich hatte die Hoffnung, dass wir hier theoretisch ein Uncharted 5 mit Bond-Thema und Hitman-Stealth bekommen und bisher muss ich sagen, dass sich 007 First Light sehr oft so anfühlt. Mehr Uncharted wie Hitman, doch das ist wichtig. Aber, und das will ich klar betonen, es ist kein Uncharted, es ist ein James Bond.
Für ein finales Fazit und eine Wertung will ich das Spiel noch beenden, denn die Story und deren Ausgang wird dafür entscheidend sein. Bisher habe ich aber sehr viel Spaß mit 007 First Light. Wenn man das Niveau hält, oder vielleicht noch im Finale steigert, dann ist das hier definitiv ein Kandidat für mein Spiel des Jahres.
PS: Ich empfehle zwar, dass man auch das erste Level selbst erlebt, weil es echt toll gemacht ist und einen in das Spiel einführt, aber die Entwickler haben es zum Teil auf YouTube veröffentlicht. So sieht 007 First Light aus, wobei es ehrlich gesagt nur kurze Zeit später einen anderen Ton einschlägt und nicht mehr so dunkel ist.
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Was mich an dem Spiel stört, ist der extreme Fokus auf NVidia-Optimierung. Gibt da bei ComputerBase einen sehr ansehnlichen Artikel zum Technik-Grundgerüst und wie sehr Inhaber einer AMD-Grafikkarte gefühlt der Mittelfinger gezeigt wird.
Allein dafür würde das Spiel von der Liste gestrichen werden, auch wenn ich ne GeForce in meinem Rechner stecken habe. Da ich aber ohnehin einen Kauf nicht in Betracht gezogen habe, erübrigt sich das.
Die bisherigen Videos wirken auf mich eher wie Hitman und weniger wie James Bond.
Da mir Hitman aber schon nicht gefallen hat, holt mich dieses Spiel auch nicht ab. Ich bin da wohl einfach nicht die Zielgruppe.😉