18 Kinderbuchverlage führen gemeinsames Anti-KI-Label ein

18 deutschsprachige Kinder- und Jugendbuchverlage führen ein gemeinsames Label ein, das menschengemachte Bücher kennzeichnet.

Die Kennzeichnung „Von Menschen · geschrieben · gestaltet · geprüft“ wird heute auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. Zu den beteiligten Unternehmen gehören unter anderem Ravensburger, Kosmos, dtv und die Kinder- und Jugendbuchverlage von Penguin Random House.

Hintergrund ist die zunehmende Verbreitung KI-generierter Bücher. Eltern, Leser und Buchhändler sollen künftig leichter erkennen können, welche Titel auf menschlicher Kreativarbeit und redaktioneller Kontrolle beruhen.

Das neue Label: avj

Neues Buchlabel setzt auf menschliche Kreativität

Entwickelt wurde das Label von einer Arbeitsgruppe der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj). Die beteiligten Verlage verpflichten sich damit zu drei Grundsätzen:

  • Geschrieben: Die Texte stammen von menschlichen Autoren.
  • Gestaltet: Illustrationen werden von Künstlern geschaffen, weitere Gestaltungselemente von Menschen entwickelt oder ausgewählt.
  • Geprüft: Inhalte, Sprache und Gestaltung durchlaufen eine redaktionelle Prüfung im Verlag.

Das Zeichen kann sowohl auf gedruckten Büchern als auch digital auf Produktseiten, in Metadaten und auf Werbemitteln erscheinen.

Kein KI-Verbot, Kontrolle nicht vorgesehen

Ein vollständiges KI-Verbot bedeutet die Kennzeichnung allerdings nicht. Die Verlage dürfen künstliche Intelligenz weiterhin für unterstützende Tätigkeiten wie Recherchen, Analysen oder interne Prozesse einsetzen. Entscheidend ist, dass Texte und Illustrationen von Menschen stammen.

Unterstützung erhält die Initiative unter anderem vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Illustratoren Organisation und PEN Deutschland. Der Verband deutscher Schriftsteller fordert darüber hinaus eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Bücher.

Das Label schafft zunächst vor allem Transparenz über die Herstellung eines Buches. Eine unabhängige Zertifizierung oder Kontrolle der Selbstverpflichtung ist aber wohl nicht vorgesehen. Für Käufer ist die Kennzeichnung damit eine zusätzliche Orientierung, aber kein objektiver Qualitätsnachweis.


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