Wohnsitz anmelden: Der Behördengang soll bundesweit entfallen

Die Bundesregierung will die elektronische Wohnsitzanmeldung künftig bundesweit zum verbindlichen Standard machen.

Das Bundeskabinett hat dafür am 4. November 2026 eine IT-Komponentenverordnung beschlossen. Sie soll sicherstellen, dass sämtliche Meldebehörden in Deutschland die digitale An- und Ummeldung des Wohnsitzes anbieten. Bislang ist der Dienst bereits vielerorts verfügbar, allerdings noch nicht flächendeckend.

Die technische Grundlage stammt aus Hamburg. Dort wurde die elektronische Wohnsitzanmeldung gemeinsam mit dem damaligen Bundesinnenministerium entwickelt. Künftig sollen alle Kommunen diese Lösung nach dem sogenannten Einer-für-alle-Prinzip einsetzen können.

Elektronische Wohnsitzanmeldung erreicht bereits Millionen Menschen

Nach Angaben des Bundesdigitalministeriums ist der Onlinedienst derzeit an mehr als 3.800 Meldebehörden angebunden. Rund 74,2 Millionen Menschen können ihn bereits nutzen.

Die Anmeldung erfolgt über das zentrale Portal wohnsitzanmeldung.gov.de und ermöglicht es, den Wohnsitz ohne persönlichen Behördentermin an- oder umzumelden.

Die wichtigsten Punkte der neuen Regelung:

  • Alle Meldebehörden sollen die elektronische Wohnsitzanmeldung anbieten.
  • Der bestehende Onlinedienst aus Hamburg wird zum bundesweiten Standard.
  • Der Bund übernimmt die Verantwortung für die Einhaltung der rechtlichen Anforderungen des Dienstes.
  • Weitere digitale Verwaltungsdienste könnten künftig ebenfalls verbindlich vorgeschrieben werden.
Gut zu wissen

Rechtliche Grundlage ist das Onlinezugangsgesetz. Die neue Verordnung soll insbesondere die Einführung in Ländern und Kommunen vereinfachen, da diese die rechtlichen Anforderungen nicht mehr jeweils eigenständig prüfen müssen.

Für weitere verpflichtende Onlinedienste nennt das Ministerium unter anderem Barrierefreiheit, einen hohen Digitalisierungsgrad und eine gesicherte Finanzierung als Voraussetzungen.

Ein konkreter Termin, ab dem die Wohnsitzanmeldung tatsächlich überall online möglich sein wird, existiert noch nicht. Der Beschluss schafft zunächst die Grundlage für die flächendeckende Bereitstellung.

Für Bürger ist das ein durchaus praktischer Fortschritt. Gerade nach einem Umzug gehört die Ummeldung zu den Behördengängen, die sich gut digital erledigen lassen. Dass dafür künftig bundesweit derselbe Dienst genutzt werden soll, dürfte auch die bislang unterschiedlichen kommunalen Verfahren vereinfachen.


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  1. Alex 🍀

    Guter Schritt.
    Wie wird das mit dem Adressfeld/Aufkleber auf dem Perso gehandhabt? Bisher wurde das ja auf dem Amt überklebt und ein kleines Siegel drauf gemacht. Oder entfällt dieses Feld künftig?