Amazon Fire TV Omni QLED im Test: Viel Bild zum fairen Preis

Seit einigen Jahren drängt Amazon mit eigenen Fernsehern auf den Markt. Das Versprechen: Ein faires Gesamtpaket inklusive tief integriertem Fire TV-Ökosystem.

Ich habe die Neuauflage des 75-Zoll-Modells der Fire TV Omni QLED-Serie über mehrere Wochen getestet. In diesem Testbericht erfahrt ihr, für welche Zielgruppe sich ein Kauf lohnen kann.

Design & Aufbau: Schick, aber etwas klobig

Der Amazon Fire TV Omni QLED 75 Zoll kommt in einem wirklich großen Paket bei euch an, das direkt deutlich macht, dass ein Aufbau nur mit zwei Personen gelingen wird. Viel Zeit müsst ihr dafür aber zumindest nicht einplanen. Habt ihr die beiden metallenen Füße montiert, müssen nur noch die Schutzfolie entfernt und der Strom angeschlossen werden – dann kann der ca. 25 kg schwere TV an seinen finalen Standort gebracht werden.

Dank seiner hochwertigen metallenen Füße und deren weit außen sitzender Befestigung verfügt der Fernseher über einen sehr stabilen Stand. Vor dem Kauf solltet ihr allerdings darauf achten, dass euer TV-Möbel ausreichend breit und tief ist, da er wirklich viel Platz benötigt. Alternativ ist dank des 400 x 300 mm VESA-Mounts auch eine Wand-Aufhängung möglich.

Für den Anschluss externer Zuspieler hält der Fernseher einen HDMI-2.1-Anschluss mit eARC, drei HDMI-2.0-Eingänge sowie je einen Anschluss für Satelliten- und Kabel-TV bereit. Dazu gesellen sich 1x USB 3.0, 1x Ethernet, ein optischer Digitalausgang, ein IR-Emitter und ein Klinkenanschluss. Zu guter Letzt ist natürlich auch ein CI+-Schacht vorhanden, um Privatsender in HD-Qualität zu empfangen.

Optisch macht der Amazon-TV von vorne eine hübsche, aber dennoch schlichte Figur. Hierzu tragen mitunter die schmalen Displayränder und die Leiste mit Hersteller-Logo bei, welche in ihrer Metall-Optik etwas darüber hinwegtäuscht, das abgesehen von den Füßen alles aus Kunststoff besteht. Aufpassen würde ich allerdings, falls ihr den TV mitten im Raum positionieren möchtet. Nach hinten raus ist er nämlich relativ tief, sodass sein seitliches Erscheinungsbild etwas klobig erscheint.

Sowohl was Design als auch Anschlüsse betrifft bringt der TV erst einmal alles mit, was man definitiv benötigt, ohne an irgendeiner Stelle großartig zu überraschen.

Bildqualität: Starker Kontrast dank FALD

Das 75 Zoll große QLED-Panel bietet in meinen Augen ein gutes Bild für den täglichen TV-Konsum. Es überzeugt mit leuchtenden Farben, soliden Kontrasten und einer ausreichenden Schärfe, sofern man den empfohlenen Sitzabstand von ca. 3 Metern einnimmt. Von der Farbgewalt profitiert man dabei vor allem beim Betrachten von HDR-Inhalten, was dank des Supports von HDR10+ und Dolby Vision fast durchweg möglich ist.

Im Gegensatz zu günstigeren QLED-Modellen besitzt dieses Panel 208 lokale Dimmbereiche (Full Array Local Dimming), was die Schwarzwerte deutlich verbessert. Insbesondere Inhalte mit großen dunklen Flächen werden dadurch kontrastreicher wiedergegeben. Ein triviales Beispiel aus dem Alltag sind die horizontalen Streifen bei 21:9-Filmen, welche hier nicht grau, sondern tiefschwarz wirken und damit weniger vom eigentlichen Bild ablenken. An ein echtes OLED-Panel reicht die Leistung aber natürlich dennoch nicht heran.

Die Helligkeit bewegt sich auf einem durchschnittlichen Niveau. Das Panel ist ausreichend leuchtstark für einfallendes Tageslicht, störende Spiegelungen können aber dennoch hin und wieder auftauchen. Hier schneiden teurere Modelle schlichtweg besser ab.

Fürs Gaming eignet sich der TV leider nur bedingt. Zwar wirbt Amazon werbewirksam mit einem HDMI-2.1-Anschluss, doch das verbaute Panel unterstützt hardwareseitig lediglich 60 Hz. Besitzer einer PS5 oder Xbox Series X müssen bei ihren Gaming-Sessions daher auf die besonders flüssige 120-Hz-Darstellung der aktuellen Konsolen verzichten.

Insgesamt bietet der Omni QLED dennoch eine gute Bildqualität, die dank FALD-Technologie merklich über der üblicher Einsteiger-Modelle liegt.

Tonqualität: Flacher Klang mit wenig Bass

Die Soundqualität konnte mich hingegen nicht wirklich überzeugen. Der ausgegebene Klang ist sehr mittenbetont und lässt Bass fast vollkommen vermissen. Selbst Dialoge klingen, verglichen mit meinem LG OLED C2, nicht komplett natürlich und wirken manchmal etwas unverständlich.

Möchte man mit dem Fernseher mehr als Shows und Sport ansehen, kommt man in meinen Augen kaum darum herum, sich eine separate Soundbar zuzulegen. Action-Filme und Co. machen mit der Soundausgabe schlichtweg sehr wenig Spaß. Immerhin sind die Standfüße des TVs mit ca. 9 cm so hoch, dass die meisten Soundbars sogar problemlos unterhalb des Panels Platz finden.

Fire OS und Alexa: So macht Bedienung Spaß

Als Betriebssystem läuft auf dem Amazon Fire TV Omni QLED das hauseigene Fire TV OS, welches den meisten bereits durch die Streaming-Sticks des Herstellers bekannt sein dürfte.

Es bietet eine sehr breite Vielfalt an unterschiedlichen Apps und zählt mit Sicherheit zu den besseren TV-Betriebssystemen am Markt. Störend dürfte manch einem jedoch auffallen, dass die eigentlich gut kuratierte Startseite auch eine große Werbefläche besitzt, auf der meist Amazon-eigene Inhalte promotet werden.

Die Bedienung gelingt dank eines verbauten Quad-Core-Prozessors ausreichend schnell. Hier und da würde ich mir dennoch wünschen, dass die Ladezeiten beim Starten diverser Anwendungen noch etwas geringer ausfallen.

Eines der Highlights des Amazon-TV stellt die wirklich bequeme Sprachsteuerung dar. Mehrere verbaute Mikrofone sind hierfür dauerhaft aktiv und warten nur darauf, dass ein „Alexa“ gefolgt mit einem Befehl sie zu einer Handlung veranlasst.

Aufforderungen werden dabei wirklich gut verstanden und können häufig, aber auch nicht immer, den Griff zur Fernbedienung ersetzen. Selbst in Apps wie YouTube ist es beispielsweise möglich, die Werbung per Sprachbefehl zu überspringen.

Besonders praktisch ist an der Sprachsteuerung, dass das Feature selbst bei ausgeschaltetem Display aktiv bleib. So kann man den TV beim Eintreten in den Raum direkt per Zuruf einschalten. Wer das nicht möchte, kann die Mikrofone per physischem Schalter unten am Gehäuse deaktivieren.

Und sonst noch?

Mein Fazit zum Amazon Fire TV Omni QLED

Der Amazon Fire TV Omni QLED bietet in der 75-Zoll-Ausführung ein grundsätzlich solides Gesamtpaket für alle, die einen großen Fernseher suchen, ohne ein Vermögen ausgeben zu wollen. Die Bildqualität liegt auf einem guten Niveau und hebt sich von günstigeren Einsteiger-Modellen merklich ab.

Positiv hervorzuheben ist zudem die gelungene Sprachsteuerung per Alexa Hands-Free. Demgegenüber stehen jedoch eine unterdurchschnittliche Soundqualität und das 60 Hz-Panel, welches für anspruchsvolle Gamer ein K.-o.-Kriterium sein könnte.

Wäre der Fernseher noch zur UVP von 1.449 Euro erhältlich, würde ich aufgrund des gemischten Bildes wohl von einem Kauf abraten. Für die mittlerweile veranschlagten 1.049 Euro ist die Leistung allerdings dem Preis angemessen.

Sucht ihr einen smarten Riesen mit gutem Kontrast für Streaming-Abende und habt ein striktes Budget, kann sich der Kauf lohnen. Überlegt euch hierbei allerdings, ob ihr womöglich nicht noch 200–300 Euro mehr investieren könnt, um beispielsweise auf ein noch kontrastreicheres Mini-LED-Panel oder eine schnellere Bildfrequenz zu upgraden.

Sowohl Amazon als auch andere Hersteller wie TCL bieten hier gute Alternativen im Preisbereich bis 1.300 Euro an. Hat es euch hingegen der Ambient-Modus angetan, würde ich die Amazon Ember Artline oder beispielsweise ein Modell der Samsung The Frame-Serie empfehlen.

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