Apple HomePod mini: Erfahrungsbericht

Homepod Mini Usb Typ C

Mit dem HomePod mini hat Apple erstmals einen vergleichsweise günstigen Lautsprecher im Angebot. Der Smart Speaker wird aktuell für 96,50 € angeboten und stößt offenbar auf großes Interesse, denn bei Online-Bestellung im Apple Store ist eine Lieferung aktuell erst in 8 Wochen möglich.

Mir war die Wartezeit beim Speaker zu lange, ich habe daher einfach einen HomePod mini im Apple Store vor Ort abgeholt.

Der HomePod mini ist mein erster Smart Speaker. Die Sprachbedienung ist für mich auch nur wichtig, um schnell und einfach Radio einschalten zu können. In erster Linie soll der HomePod mini als Lautsprecher für MacBook, iPhone und iPad zum Einsatz kommen.

Meine Hoffnung ist, dass Apple den smarten Lautsprecher komfortabel und möglichst perfekt in das Netzwerk einbindet und für die Multi-Device-Nutzung ausgelegt hat.

Lieferumfang und Einrichtung

Der HomePod mini kommt in einem kleinen Karton mit schriftlicher Kurzanleitung und einem 20W USB-Typ-C Netzteil. Das Kabel ist fest mit dem HomePod mini verbunden und hat eine geflochtene Oberfläche – es wirkt deutlich stabiler als die Kabel, welche bei iPhone und iPad mitgeliefert werden. Der HomePod mini selbst ist erstaunlich klein, durch die Mesh-Oberfläche aber auch sehr hochwertig.

Apple Homepod Kabel

Auf der Oberseite befindet sich eine milchige Abdeckung mit Tasten für Lauter und Leiser. Unter der Abdeckung gibt es mehrere farbige LEDs, welche je nach Betriebsstatus unterschiedlich leuchten. Ein Display, wie man manchmal lesen konnte, ist das aber nicht. Auf der Unterseite ist eine kleine Gummi-Fläche, sodass der HomePod mini auf glatten Flächen nicht verrutschen kann.

Homepod Mini Konfiguration

Ich habe den HomePod mini beim ersten Versuch ganz naiv mit meinem Google 18W USB-Typ-C Netzteil verbunden, welches eh gerade in der Steckdose war.

Das fand der HomePod mini aber nicht gut, mehr als ein gelbes Blinken der LED auf der Oberseite war dem Gerät nicht zu entlocken. Mit dem mitgelieferten 20W Original-Netzteil gab es dann keine Probleme und der HomePod mini konnte super schnell und einfach eingerichtet werden, indem ein iPhone in der Nähe positioniert wurde.

Begeisterung und Enttäuschung zugleich

Als Erstes habe ich über das iPhone Musik von Spotify abgespielt, um den Klang zu testen. Ich bin wirklich begeistert, was aus dem kleinen Ding rauskommt.

Sogar der Bass ist erstaunlich gut und ich kann mir vorstellen, dass der Mini als Stereo-Paar sogar noch mal mehr Spaß macht. Offenbar planen viele Nutzer die Stereo-Nutzung, denn der Mitarbeiter im Apple Store meinte bei der Abholung noch, ob ich absichtlich nur einen bestellt hätte – die meisten würden direkt zwei kaufen.

Apple Homepod Mini Hand

Leider gab es zum guten Klang auch direkt die erste Enttäuschung. Vom Starten des Songs bei Spotify bis zum Abspielen auf dem HomePod vergehen rund zwei Sekunden. Auch beim Wechseln von Songs ist diese Verzögerung da.

Zwei Sekunden Verzug hören sich vielleicht harmlos an, aber es nervt schon sehr stark, auch am vierten Tag der Nutzung.

Schlechte Multi-Device-Integration

Ich bin mir nicht so ganz klar was ich erwartet hatte, aber ich habe Apple zugetraut, dass der HomePod mini sowohl als Lautsprecher für den Mac / das MacBook als auch für iPhone und Co. verwendet werden kann.

Leider ist das nicht der Fall: sobald ich das MacBook mit dem HomePod mini verbinde, unterbricht dieser die aktuelle Musikwiedergabe, obwohl auf dem MacBook gerade überhaupt kein Audio ausgegeben wird. Starte ich die Musik am iPhone wieder, so ist der HomePod mini nicht mehr mit dem MacBook verbunden.

Ideal wäre es doch, wenn die Musikwiedergabe auf dem HomePod kurz unterbrochen wird, wenn Audio auf dem MacBook ausgegeben wird, zum Beispiel bei einem kurzen Skype-Anruf oder wenn man ein YouTube Video schaut.

Und sobald die Audio-Wiedergabe beendet ist, spielt der HomePod einfach die vorherige Wiedergabe weiter ab. Das wäre Apple-Like, das wäre „smart“, und so etwas hatte ich eigentlich erwartet. Sonst kann ich mir ja auch einen „doofen“ Bluetooth Lautsprecher hinstellen. Der kann das auch, den muss ich im Zweifel auch jedes Mal neu verbinden, wenn gerade ein anderes Gerät verbunden ist.

Apple Homepod Mini Leds

Radio funktioniert nur teilweise

Ich habe den HomePod mini auch gekauft, um nebenbei Radio hören zu können. Bislang habe ich dafür ein altes Logitech Squeezebox Radio genutzt, welches über Stationstasten verfügt.

Grundsätzlich ist der HomePod mini zum Radio hören gut geeignet. Man sagt einfach so etwas wie „Hey Siri, spiele WDR 2 Rheinland“ und schon geht es ohne großen Verzug los. Das ganze läuft über den Dienst TuneIn, davon bekommt der Nutzer aber nichts mit.

Leider erkennt Siri (bzw. TuneIn?) nicht jeden Radiosender. Manchmal höre ich gerne „RT 1 in the mix“ und hier läuft die Anfrage ins Leere. Anstatt aber einfach zuzugeben, dass es den Sender nicht gibt bzw. der Befehl nicht verstanden wurde, spielt der HomePod mini einfach irgendeinen ähnlich klingenden Künstler aus Apple Music ab. Das ist unbefriedigend.

Apple Homepod Mini Iphone 12

Sonstiges zum HomePod mini

Ich nutze privat ein iPhone 12 mini.  Bei diesem und weiteren aktuellen Modellen reicht es aus, das Handy bei laufender Audio-Wiedergabe einfach kurz an die Oberseite des HomePods zu halten, dann wird (mit deutlich merkbarem Verzug) die Musik auf dem HomePod abgespielt. Anders herum funktioniert es auch, wobei durch den Verzug immer rund drei Sekunden der Musik „verloren“ gehen.

An sich ist das eine sehr nette Funktion, praktisch ist die Umsetzung aber leider nicht so perfekt, wie ich es von Apple erwarten würde.

Der HomePod mini kann dank Siri noch viel mehr Sachen erledigen als nur Musik abspielen. Zum Beispiel kann man Smart Home Geräte steuern oder die neue Intercom-Funktion nutzen. Im Test habe ich das allerdings nicht ausprobiert, da es für mich keine Relevanz hat.

Apple HomePod mini: Ein durchwachsenes Fazit

Ich hatte mich eigentlich sehr auf den Apple HomePod mini gefreut, meine Erwartungen kann das Gerät aber nicht erfüllen. Vielleicht sind meine Erwartungen aber auch utopisch und ich bin einfach nicht die Zielgruppe für den Smart Speaker.

Als Fazit bleibt: Der Klang ist erstaunlich gut, die Einrichtung super einfach. Die Einbindung in das Apple-Ökosystem ist aber nur teilweise gelungen und die starken Verzögerungen beim Abspielen von Musik sind nervig. Vor dem Kauf sollte man sich gut überlegen, für welchen Zweck der Lautsprecher verwendet werden soll.

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