Apple iPhone 12 Pro im Test

Apple Iphone 12 Pro Header

Das iPhone 12 Pro sieht anders, als das iPhone X, XS und 11 Pro aus. Doch ist es nur ein optisches Upgrade, oder spürt man das auch unter der Haube?

Als bei den Gerüchten bekannt wurde, dass das iPhone in die gleiche Richtung, wie das iPad Pro gehen wird, hat mich das ehrlich gesagt gefreut. Ich mag das kantige Design. Als ich erfahren habe, dass es größer wird, war die Freude gedämpft.

Nun habe ich das Apple iPhone 12 Pro eine Weile im Alltag genutzt und mir eine Meinung gebildet. In diesem Beitrag konzentriere ich mich übrigens auf das Pro-Modell, das iPhone 12 ist aber sehr ähnlich und der Test wird zeitnah folgen.

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Apple iPhone 12 Pro: Ein neues Design

Die vermutlich größte Neuerung in diesem Jahr dürfte das neue Design beim iPhone sein. Es sieht hier und da tatsächlich wie das Design vom iPhone 11 Pro aus, da die Kamera gleich angeordnet ist, die Notch bleibt und wir eine matte Rückseite haben, doch es fühlt sich tatsächlich komplett anders im Alltag an.

Apple Iphone 12 Pro Hand Kamera

Das iPhone 12 Pro fühlt sich wie eine Mischung aus iPhone 11 Pro und iPad Pro an. Man könnte es aber auch gut mit dem iPhone 4(S) und iPhone 5(S) vergleichen.

Die Verarbeitung ist wie immer ausgezeichnet und das neue Pazifikblau eine der, wenn nicht sogar die schönste Farbe aller bisherigen iPhones. In der Hand fühlt sich das iPhone 12 Pro (abgesehen von den Kanten) wie ein iPhone 11 Pro an, da es nicht breiter ist. Dafür merkt man die Länge, aber dazu gleich mehr.

Apple Iphone 12 Pro Blau Kamera

Optisch ist das neue iPhone jedenfalls eine neue Generation, die es beim iPhone nicht mehr alle zwei, sondern alle drei Jahre gibt. Ich gehe also davon aus, dass das iPhone 2021 und iPhone 2022 das gleiche Design haben werden. Und das finde ich gut, das neue Design ist mein Highlight beim Apple iPhone 12 Pro.

Apple iPhone 12 Pro: Das gleiche Display

Beim Display tut sich in diesem Jahr nicht viel. Was man im Alltag allerdings merkt, sind die 6,1 Zoll im Vergleich zu den 5,8 Zoll der letzten Jahre. Das Display fühlt sich aber nur länger und nicht wirklich breiter an. Sind die 0,3 Zoll mehr ein Mehrwert? Ehrlich gesagt nein, es macht für mich keinen Unterschied im Alltag.

Allerdings hatte ich befürchtet, dass 6+ Zoll nun unangenehm groß sein werden und das kann ich nach der ersten Woche nicht bestätigen. Das neue Design gleicht das größere Display gut aus. Der Rand rund um das Display ist dünner, was aber größtenteils am Rahmen und nicht am Displayrand vom iPhone liegt.

Apple Iphone 12 Pro Display Header

Das OLED-Display selbst hat übrigens die gleiche Qualität, wie das Display vom Apple iPhone 11 Pro – es sieht für mich wie das gleiche Panel aus.

  • Positiv: Es ist eines der besten OLED-Panels auf dem Markt, was Helligkeit, Farben und Blickwinkel angeht.
  • Negativ: Es besitzt leider keine 90 oder 120 Hz.

Sieht man den Unterschied überhaupt? Ja. Und Apple sieht das ja auch so, sonst würden sie nicht mit ProMotion beim iPad Pro werben. Doch warum gibt es die 120 Hz nicht, immerhin hat das doch fast jedes Android-Flaggschiff derzeit?

Apple Iphone 12 Pro Notch

Kurz: Es gibt ein OLED-Panel mit LTPO-Technologie von Samsung, welches man im Galaxy Note 20 Ultra und neuen Fold nutzt. Das kann die Bildwiederholungsrate variabel anpassen und das spart Akku. Ich weiß es nicht, aber ich vermute, dass Samsung noch nicht genug Panels für eine iPhone-Generation bauen kann.

Kommendes Jahr wird das Display normal sein und dann wird es sicher auch Apple einkaufen, doch 2020 musste man sich zwischen 5G und 120 Hz entscheiden, da beides zusammen den Akku in die Knie gezwungen hätte. Apple hat sich für 5G entschieden, da man das besser vermarkten kann (so meine Vermutung).

Apple Iphone 12 Pro Top Macos

Die Tatsache, dass 120 Hz fehlen, sind also der größte Kritikpunkt beim iPhone 12 Pro. Nicht beim iPhone 12, aber beim Pro-Modell, wo Apple selbst damit wirbt, dass nur das Beste vom Besten verbaut wird. Und ein Panel mit 60 Hz ist nicht das beste, was es auf dem Markt gibt, das wäre ein OLED-Panel mit 120 Hz.

Apple iPhone 12 Pro: Performance und Akku

Der Apple A14 ist ein Biest, gar keine Frage. Ich will gar nicht wissen, was man da alles bei den kommenden Macs und dem iPad Pro herausholen wird, dieser Chip hat unglaublich viel Potenzial. Das muss man aber auch nutzen und es nicht nur für TikTok und WhatsApp verschwenden. Ich kenne keine Person in meinem privaten Umfeld, die einen Apple A14 auch nur ansatzweise ausreizen könnte.

Mich inbegriffen.

Das iPhone 12 Pro hat also extrem viel Potenzial und die 6 GB RAM helfen dabei. Doch die Performance sieht im Alltag nicht anders, als bei einem iPhone 11 Pro aus, denn iOS 14 hat den größeren Unterschied mitgebracht. Das lief bei mir auf dem iPhone 11 Pro besser, als iOS 13 und es läuft auf dem 12 Pro wie auf dem 11 Pro.

Apple Iphone 12 Pro Seite Apps Detai

Was man gesehen hätte: 120 Hz. Ich will das nicht erneut durchkauen, aber da trennt sich die Spreu vom Weizen bei den Android-Smartphones. Modelle mit gleicher Hardware (z.B. einem Snapdragon 865) fühlen sich langsamer, als andere Modelle an, die einfach nur ein gutes Panel mit 120 Hz besitzen.

Doch der 5-nm-Chip im iPhone 12 Pro besitzt nicht nur mehr Power, er ist auch effizienter. Da Apple dem iPhone 12 Pro jedoch 5G und einen kleineren Akku, als beim iPhone 11 Pro spendiert hat, gleicht der Apple A14 das nur aus.

Apple Iphone 12 Pro Homescreen

In der ersten Woche war die Akkulaufzeit für mich gleich, ab und an minimal schlechter. Beim iPhone 11 Pro hatte ich aber so viel Restakku am Abend, dass mich das nicht stört. Ich komme weiterhin sehr gut über den Tag und behaupte mal, dass ein Display mit 120 Hz auch noch locker möglich gewesen wäre.

Für mich ist die Akkulaufzeit beim iPhone 12 Pro minimal (der Unterschied ist extrem gering, wir sprechen hier über 5 bis 10 Prozent am Abend) schlechter, als beim iPhone 11 Pro. Es ist aber weiterhin eine sehr gute Akkulaufzeit bei mir.

Apple iPhone 12 Pro: Kamera mit Software-Upgrade

Bei der Hardware tut sich wenig, im Vergleich zum Vorjahr. Es gibt nun lediglich den Lidar-Sensor, der aber nur bei Porträtfotos bei Nacht zum Einsatz kommt.

Was man aber sieht, ist Smart HDR 3 und Deep Fusion bei allen Sensoren. Der Unterschied bei HDR ist im Vergleich zum iPhone 11 Pro nicht gewaltig, aber hier und da sieht man mehr Details bei schwierigen Lichtbedingungen. Was aber einen größeren Unterschied macht, ist Deep Fusion für alle vier Kameras.

Apple Iphone 12 Pro Kamera

Deep Fusion optimiert die Qualität bei „okayen“ Lichtbedingungen. Bei gutem Licht gibt es Smart HDR, bei schlechtem den Nachtmodus (der nun auch eine Ecke besser ist) und dazwischen kommt Deep Fusion zum Einsatz. Bei der normalen Kamera sehe ich keinen Unterschied, aber beim Ultraweitwinkel und Zoom.

Die Qualität der Ultraweitwinkel-Aufnahmen war schon beim iPhone 11 Pro gut, nun ist sie nochmal eine Ecke besser. Der Zoom auch, wobei man da sagen muss, dass andere Hersteller mit ihren Periskop-Lösungen mittlerweile deutlich bessere Zoom-Fotos hinbekommen – ein Huawei Mate 40 Pro ist eine andere Liga.

Apple Iphone 12 Pro Kamera Header

Den Nachtmodus bekommt man nun auch bei der Frontkamera, wo er aber nicht die Qualität der Hauptkamera liefert. Außerdem gibt es nun Dolby Vision für die Videoaufnahmen, was technisch beeindruckend ist. Allgemein würde ich sagen, dass das iPhone weiterhin die beste Videokamera bei den Smartphones ist.

Sieht man einen Unterschied im Vergleich zum iPhone 11 Pro? Ja, das iPhone 12 Pro macht teilweise bessere Bilder. Der Schritt ist aber nicht so große wie beim iPhone 11 Pro. Was mich persönlich stört: Den neuen und größeren Sensor gibt es nur im iPhone 12 Pro Max. Es wird sich noch zeigen, ob das noch bessere Bilder macht, aber ich hätte mir gewünscht, dass Apple die Pro-Modelle weiterhin gleich behandelt und nicht den Weg von Samsung, Huawei und Co. einschlägt.

Apple iPhone 12 Pro: Das Umwelt-Argument

Bevor ich auf ein paar sonstige Punkte eingehe, will ich noch kurz eine Sache ansprechen, die in Zukunft vielleicht auch ein Punkt in Testberichten sein wird.

Apple wirbt viel mit der Umwelt und ich finde das gut. Umwelt darf von mir aus gerne ein Argument beim Marketing sein. In diesem Jahr wurde ein Thema sehr kontrovers diskutiert: Apple verzichtet auf das Netzteil und die Kopfhörer.

Apple Iphone 12 Pro Box

Das Ende der Kopfhörer im Lieferumfang? Super, im Jahr 2020 wird vermutlich sowieso kaum noch jemand eine kabelgebundene Lösung nutzen. Ich habe sie seit Jahren nicht mehr ausgepackt und kann sehr gut auf Kopfhörer verzichten.

Das Ende vom Netzteil im Lieferumfang? Das darf auch gerne kommen. Doch wenn wir schon diesen Weg gehen, dann richtig. Wenn Apple ein Kabel mit ins Paket legt, warum dann mit USB C am Ende? Das hat kein iPhone-Nutzer daheim, da bisher USB A der Standard beim Netzteil war. Also muss man sich ein neues kaufen.

Und warum bleiben wir bei Lightning, wenn abgesehen vom iPhone eine komplette Industrie auf USB C setzt? Wäre es nicht konsequent einen Standard der Branche zu unterstützen, wenn die Umwelt wirklich wichtig wäre? Warum muss ein einziges Smartphone auf dem Markt einen eigenen Standard für ein Kabel haben?

Man hätte ein Zeichen setzen und sämtlichen Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen können. Das Problem ist: Umwelt und Wirtschaft passen nicht zusammen.

Apple Iphone 12 Pro Unboxing Header

Was ein wirklich umweltfreundlicher Ansatz gewesen wäre: Kabel, Kopfhörer und Netzteil weglassen, den Preis um diesen Wert senken und USB C einbauen, weil das mittlerweile die meisten daheim haben. Die Intention mag die richtige gewesen sein und ich hoffe, dass Apple weiter macht und die Branche folgt, aber der erste Schritt war nicht konsequent genug und daher ist die Kritik berechtigt.

Das beeinflusst jetzt nicht die Qualität vom iPhone, aber es war ein Thema auf der Keynote und somit beim Marketing, daher wollte ich es kurz ansprechen.

Apple iPhone 12 Pro: MagSafe für die Zukunft

Apple war spät mit Qi dabei, doch nun rückt das kabellose Laden in den Fokus und man hat sich sogar noch etwas überlegt: MagSafe. Die neuen iPhones haben einen Kreis aus Magneten auf der Rückseite, der Zubehör magnetisch hält.

Apple Iphone 12 Pro Silikon Case Header
Apple iPhone 12 (Pro): Silikon Case mit MagSafe im Test26. Oktober 2020 JETZT LESEN →

Dazu gehören auch Qi-Ladeplatten (wenn diese MagSafe unterstützten) und da sind nun sogar bis zu 15 Watt beim iPhone 12 Pro drin. Auf normalen Qi-Platten lädt das iPhone weiterhin mit 7,5 Watt. Das ist ehrlich gesagt etwas schade.

Apple Iphone 12 Pro Silikon Case Magsafe

Doch MagSafe selbst ist vermutlich die Zukunft von Apple beim iPhone, ich habe das hier ausführlich aufgeschrieben. Zu MagSafe selbst wird dann die Tage auch ein eigener Beitrag kommen, da ich dazu noch mehr Zubehör testen möchte.

Das normale MagSafe Ladegerät gefällt mir nur bedingt, da es zu stark am iPhone haftet und damit der Vorteil von Qi wegfällt. Man muss das Kabel mit zwei Händen vom iPhone entfernen und kann das iPhone nicht einfach bequem von der Qi-Ladeplatte heben. Da würde ich wohl eher zur Duo-Version tendieren:

Apple Magsafe Charger Duo Header

Eine Sache könnte einige interessieren: Die meisten Kreditkarten sollten keine Probleme mit den Magneten haben, aber Apple rät zur Vorsicht bei Karten mit Magnetstreifen. Vor allem Karten von Hotels können Probleme machen. Kurz: transportiert eure Karten nicht in der gleichen Hosentasche, wie das iPhone.

Apple iPhone 12 Pro: Sonstige Punkte

  • Die iPhones haben in den letzten Jahren wirklich gute Stereo-Lautsprecher bekommen und das iPhone 12 Pro ist da keine Ausnahme. Der Sound klingt zwar genauso gut, wie beim iPhone 11 Pro, aber das gehört zu den besten Modellen mit Stereo-Sound auf dem Markt.
  • Es gibt jetzt endlich 128 GB Speicher bei der Basisversion. Ich will das aber nicht zu sehr loben, da dieser Schritt längst überfällig war.
  • Das Qualcomm-Modem (X50) jetzt endlich 5G beim iPhone mit. Das Thema „iPhone und 5G“ hat Max die Tage schon sehr gut bearbeitet, daher verlinke ich an dieser Stelle einfach seinen Beitrag dazu.
  • Das iPhone 12 Pro besitzt natürlich weiterhin eine IP68-Zertifizierung.

Apple iPhone 12 Pro: Mein Fazit

Das Apple iPhone 12 Pro besitzt im Vergleich zum iPhone 11 Pro ein neues Design, das gleiche Display, nur etwas größer, ein ähnliches Kamera-Setup, welches ein paar Optimierungen bei der Software mitbringt, den MagSafe-Standard, den A14 und 6 GB RAM und das Umwelt-Marketing kann kritisch gesehen werden.

Jonathan Morrison hat es vor ein paar Tagen eigentlich gut ausgedrückt:

Optisch fühlt sich das iPhone 12 Pro wie eine komplett neue Generation an, doch unter der Haube ist der Unterschied nicht enorm. 5G kann man noch nicht richtig nutzen, 120 Hz fehlen und die Kamersensoren könnten größer sein (wie beim iPhone 12 Pro Max). Und trotzdem gefällt mir das Upgrade in diesem Jahr gut.

Der Grund dafür ist simpel: Das neue Design.

Apple Iphone 12 Pro Bottom

Das iPhone 11 Pro war ein guter Schritt in vielen Bereichen und das iPhone 12 Pro setzt dort an und optimiert viele Dinge. Ein iPhone 11S Pro ist also gar nicht mal so schlecht, wie es klingt. Und das kantige Design fühlt sich eben ganz neu an.

Hätte ich mir 120 Hz gewünscht? Ja. Wäre Touch ID im Power-Button (wie beim iPad Air 4) in Corona-Zeiten eine gute Idee? Sicher. Wäre eine kleinere Notch so langsam möglich? Ich gehe davon aus. Aber all das werden wir wohl im iPhone 12S Pro sehen. Das iPhone 12 Pro hat die Basis für die nächsten drei Jahre gelegt und auch wenn das etwas negativ klingt, das ist eine sehr schöne Basis.

Apple Iphone 12 Pro Hand Rot

Wer von einem Apple iPhone XS oder älter kommt, der wird einen Unterschied beim iPhone 12 Pro spüren. Ich habe mich etwas davon verabschiedet, jedes Jahr extreme Sprünge zu erwarten. Nur das Display mit 120 Hz hätte ich mir gewünscht, das wäre eigentlich mein einziger Kritikpunkt beim Apple iPhone 12 Pro.

Wertung des Autors

Oliver Schwuchow bewertet Apple iPhone 12 Pro mit 4.5 von 5 Punkten.

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