Der Flughafen Frankfurt testet als erster Airport weltweit eine Bluetooth-Technologie für direkte Gate-Durchsagen auf persönliche Endgeräte.

Der Flughafen Frankfurt hat an zwei Gates im Terminal 1 mit dem Test von Auracast Broadcast Audio begonnen. Die Technologie ermöglicht es Passagieren, Gate-Durchsagen direkt über eigene Hörgeräte, Kopfhörer oder Smartphones zu empfangen. Laut Unternehmensangaben handelt es sich um den weltweit ersten praktischen Einsatz dieser Art an einem Flughafen.

Auracast ist eine neue Funktion auf Basis von Bluetooth LE Audio. Sie wandelt Durchsagen in einen Audiostream um, der von kompatiblen Geräten empfangen werden kann. Ziel ist es, Durchsagen auch in lauten Terminalumgebungen verständlich zu machen und Reisenden mit Hörverlust einen gleichwertigen Zugang zu Informationen zu bieten.

Auracast-Test am Flughafen Frankfurt

Die Installation erfolgte an den Gates A16 und A17. In den kommenden zwei Monaten wollen die Projektpartner Rückmeldungen von Passagieren und Mitarbeitenden sammeln. Der Test ist Teil einer vom Land Hessen geförderten Initiative zur digitalen Barrierefreiheit und wird gemeinsam von Fraport, Sittig Technologies und der Frankfurt University of Applied Sciences umgesetzt.

Ziele des Pilotprojekts

  • Verbesserung der Barrierefreiheit für Reisende mit Hörverlust
  • Reduzierung von Lärm im Terminal
  • Direkte Übertragung von Gate-Informationen

Auracast ist in bestehende Gate-Sprechstellen integriert und erfordert laut Projektbeteiligten keine umfangreichen Umbauten. Unterstützt wird das Projekt von mehreren Technologiepartnern aus der Branche. Aus meiner Sicht ist der Ansatz interessant, weil er zeigt, wie bestehende Infrastruktur durch gezielte Technik erweitert werden kann, ohne den Flughafenbetrieb grundlegend zu verändern.


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  1. Niklas 🪴

    Es gibt ja auch schon länger Hörgeräte mit Auracast-Unterstützung, gerade da ist das spannend.

  2. Stefan K. 🔅

    Hmmm, ob Sony ein entsprechendes Firmware-Update für den WH-1000XM4 bereitstellen wird? Ich befürchte ja fast ‚Nein‘. 😞

  3. Cress 💎

    Klasse und das in Deutschland, finde ich gut!

  4. Dom 🏆

    Ich finde, dass das eine gute Idee ist. Aber was ist denn dann mit den Leuten, die keine Kopfhörer tragen? Da braucht man doch weiterhin entsprechend laute Durchsagen?
    Als Zusatz sehr gerne, aber das liest sich so, als ob das dann nur noch so sein soll.

    1. René Hesse ♾️

      Ja, natürlich. Die klassischen Durchsagen bleiben erhalten, nur man will ja vor allem die Leute erreichen, die Kopfhörer tragen und die dadurch eventuell nicht mitbekommen.

      1. Dom 🏆

        Weil als Ziel halt da steht: „Reduzierung von Lärm im Terminal“. Wie soll das denn nur mit Auracast funktionieren?

        1. René Hesse ♾️

          Ich gehe davon aus, dass dies ein theoretischer Punkt ist. Vielleicht entfällt dann die ein oder andere wiederholte Ansage weil Menschen nicht reagieren oder sich noch nicht am Terminal eingefunden haben. Oder du musst nicht mehr laut(er) mit schwerhörigen Menschen reden. Irgendwie, so ist das vermutlich gemeint. Ich zitiere mal, was der Flughafen dazu sagt.

          Auracast unterstützt auch das Konzept des „Silent Airports”. Anstelle häufiger Lautsprecherdurchsagen können Passagiere wichtige Gate-Informationen – wie Boarding-Aufrufe, Änderungen oder Verspätungen – über ihre eigenen Auracast- Kopfhörer empfangen. Diese können mit einem unterstützten Smartphone, darunter Modelle von Partnern wie Pixel und Samsung, oder einer App von einem Auracast-fähigen GN-Hörgerät verbunden werden. Dies trägt dazu bei, den Lärm im Terminal zu reduzieren und gleichzeitig die Reisenden umfassend zu informieren.

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