ChevronWP7: Projekt wird eingestellt, entsperrte Windows Phones werden in 120 Tagen wieder gesperrt

Im November 2010 machte ChevronWP7 die Runde in der Windows Phone Gemeinde, das Programm ermöglichte auf einfache Art und Weise einen direkten Zugriff auf das Gerät und erlaubte somit Installationen von Apps außerhalb des Marketplace. Inoffiziell wurde es als der Jailbreak für Windows Phones gefeiert. Etwas später übernahm kurzerhand Microsoft das Team und machte aus ChevronWP7 ein offizielles Unlock-Tool, mit 9 Dollar wollte man es so Hobby-Entwicklern ermöglichen, ihre Applikationen auf den Geräten zu testen. Ein Jahr nach den ersten Meldungen wurde ChevronWP7 also offiziell und in Zusammenarbeit mit Microsoft neu veröffentlicht.

Das Ziel von Microsoft war aber natürlich auf diesem Weg Entwickler für das eigene Programm zu gewinnen und setzte wohl darauf, dass diese dann früher oder später Mitglied bei App Hub werden. Nach 10.000 verkauften Kopien von ChevronWP7 wurde das Projekt im Januar diesen Jahres dann aber plötzlich eingestellt und war ohne einen wirklichen Grund ausverkauft. Wie es weiter gehen sollte wurde allerdings nicht ganz klar kommuniziert. ChevronWP7 wird aber definitiv eingestellt heißt es jetzt und entsperrte Geräte werden in in 120 Tagen wieder gesperrt. Man hat jetzt die Möglichkeit sich bei Microsoft anzumelden und die erste Jahreslizenz von 99 Dollar erstattet zu bekommen, Pech hat man allerdings, wenn es das Entwickler-Programm von Microsoft nicht in seinem Land gibt.

The goal of this experiment was two-fold: First, to determine if we could supercharge the Windows Phone beginner/hobbyist community by removing the initial cost barrier (i.e. App Hub membership.) And second, to convert potential developers into published developers.

Mit der Übernahme des Teams hatte Microsoft die Gunst der Homebrew-Gemeinde gewonnen, mit dem Ende von ChevronWP7 brachte man die Gemeinde allerdings wieder gegen sich auf. Der Weg mit der kostenlosen Jahreslizenz ist sicherlich auch keine schlechte Idee, problematisch wird es eben nur für zahlreichen Hobbyentwickler, welche aus dem oben genannten Grund nicht bei App Hub beitreten können. Es war aber eigentlich klar, dass Microsoft hier kein günstiges Tool bereitstellen wollte, mit dem sich jeder für gerade mal 9 Dollar Applikationen und Spiele außerhalb des Marketplace installieren kann. Auf der anderen Seite hätte dem Unternehmen aber auch klar sein müssen, dass sie genau das damit fördern.

 

 

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