Google Daydream View Testbericht

Google Daydream View

Google verkauft ab heute das Daydream View-Headset. Wir haben uns das VR-Headset mal näher angeschaut und wollen euch ein paar Worte zu erzählen.

Der Markt für günstige VR-Headsets ist mittlerweile überfüllt. Gute Lösungen gibt es teilweise schon für knapp 30 Euro auf Amazon. Trotzdem tritt Google mit dem Daydream View an, welches allerdings speziell für das Pixel entwickelt wurde. Man kann sich das ähnlich wie bei Samsung mit der Gear VR-Brille vorstellen.

Daydream View: Was ist das eigentlich?

Es würde mich freuen, wenn ihr dem Video bei YouTube einen Daumen hoch gebt. Natürlich nur, wenn es euch auch gefallen hat. Damit erkennt YouTube, dass es kein Clickbait ist.

Daydream View: Ein optisch ansprechendes Gadget

Google hat es sich laut eigenen Angaben jedoch zur Aufgabe gemacht das Headset optisch ansprechend zu gestalten. Statt schwarzem und weißem Plastik gibt es hier weichen und graumelierten Stoff. Natürlich wurde auch viel Plastik verwendet, doch das Daydream View fühlt sich angenehmer als viele andere Headsets an.

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Klappt man die Abdeckung auf der Frontseite ab, kann man das Pixel XL, wir haben ein weißes Testgerät mit Vorabsoftware erhalten, in das Daydream View legen. Das funktioniert wie bei allen anderen VR-Headsets auch. Das Pixel sitzt fest. Leider schauen die Ränder des Smartphones aber raus. Man kann beim Einlegen schon mal an eine Taste kommen. Ist mir zumindest die ersten 2-3 Mal passiert.

Das Daydream View kommt mit einer passenden Fernbedienung, zu der ich später komme, die man im Headset unterbringen kann. Ist vor allem beim Transport sehr praktisch. Geladen wird die Fernbedienung übrigens über USB Typ C.

View: Das einzige Daydream-Headset

Das Headset ist nicht zu schwer und nicht zu leicht, saß bei mir jedoch nicht ganz so optimal auf der Nase. Das ist der Nachteil bei universellen Headsets, sie werden eben nicht an jeden einzelnen Nutzer angepasst. Nach 2 Minuten experimentieren saß das View-Headset dann aber angenehm genug, um es normal zu nutzen.

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Ich muss an dieser Stelle aber auch betonen, dass das Daydream View vielleicht nicht unbedingt die veranschlagten 69 Euro wert ist. Dazu fühlt es sich einfach nicht hochwertig genug an. Vor allem bei der Abdeckung für das Smartphone klappert es dann doch ein bisschen. Es ist aktuell aber nunmal das einzige Daydream-Headset mit einer Fernbedienung und man hat daher gar keine andere Wahl, wenn man jetzt schon Daydream mit einem Google Pixel (XL) nutzen möchte.

Das ist aktuell aber auch nur für Pixel-Besitzer interessant, denn es gibt noch keine weiteren Android-Smartphones, die Daydream von Google unterstützen. Falls ihr jetzt mit dem Gedanken spielt, ob das Pixel ein potentieller Kandidat für euch sein könnte, dann kann ich euch hier noch mein Fazit zum Pixel XL empfehlen.

Daydream: Mageres Angebot an Inhalten

Daydream selbst macht durchaus Spaß. Nach einer kurzen Einführung, die sehr unterhaltsam gestaltet wurde, geht es los. Man bekommt, was man eben von einem VR-Angebot mit Smartphone bekommt. Die Qualität ist nicht auf dem Niveau einer HTC Vive, aber sie ist in Ordnung. Das reicht, um mal eben ein kurzes YouTube-Videos zu schauen, oder um mit Google Maps an einen Ort zu „gehen“.

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Viel mehr ist aber leider nicht möglich. YouTube, Filme und Serien aus dem Play Store, Maps, ein paar Spiele und ein virtueller Rundgang durch Museen, das ist aktuell möglich. Das Angebot wird noch wachsen, momentan ist es aber schlecht.

Es werden in den kommenden Tagen und Wochen noch einige Apps kommen, auf der Webseite von Google werden jedenfalls noch mehr gelistet, doch diese waren zum Zeitpunkt des Testberichts noch nicht online. Selbst wenn man alle Apps und Spiele von Google dazu zählt, sind es momentan weniger als 100.

Ich persönlich würde mir deswegen jedenfalls noch kein VR-Headset holen. Wer die 70 Euro in Daydream View investiert muss wissen, dass er ein Early Adopter ist und die Inhalte nur sehr langsam kommen werden. Wie schnell das geht hängt davon ab, wie schnell sich Daydream verbreitet. Da es aktuell nur das Pixel und nur ein Headset von Google gibt, wird das mit Sicherheit noch Monate dauern.

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Daydream View: Headset sollte kostenlos sein

Als Geek ist das aber eine Investition, die man durchaus mal machen kann. Den Eltern ihren nächsten Urlaubsort über die VR-Brille zu zeigen macht Spaß. Und ein kurzes YouTube-Video kann man sich auch mal darüber anschauen.

Google müsste jedoch einen ähnlichen Weg wie Samsung gehen und das Headset entweder extrem günstig anbieten, oder es in den ersten Wochen verschenken. Als Pixel-Käufer sollte man bis Ende des Jahres ein Daydream View kostenlos dazu bekommen. Damit macht man weniger Umsatz, das wird sich dann aber später, wenn die kostenpflichtigen Inhalte im Play Store landen, wieder rechnen.

Daydream View: Die Fernbedienung

Die Steuerung über die mitgelieferte Fernbedienung funktionierte im Test gut. Vor allem das eingebaute Touch-Feld ist eine angenehme Art, um in der VR-Welt zu navigieren. Es gibt außerdem noch zwei Knöpfe (Lautstärke) an der Seite und zwei auf auf der oberen Seite und unter dem Touch-Feld.

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Diese findet man auch beim Tragen des Daydream View schnell. Die eine Taste hat einen Strich und die andere ist nach innen gewölbt. Man kann sie also erfühlen. Das ist wichtig, da man ja bekanntlich nichts sieht. Außerdem kann man das Touch-Feld auch „klicken“, es fungiert also ebenfalls als Taste.

Die Fernbedienung fühlt sich jetzt nicht besonders hochwertig an, doch sie tut das, was sie soll und erfüllt diese Aufgabe gut. Der 220 mAh starke Akku soll übrigens bis zu 12 Stunden durchhalten, es gibt einen 9-Achsen-Sensor und das Gewicht liegt bei 40 Gramm. Gekoppelt wird die Fernbedienung über Bluetooth.

Google Daydream View: Das Fazit

Machen wir es kurz: Das Daydream View macht Spaß. Es ist ein ordentliches VR-Headset, steht momentan aber außer Konkurrenz. Die wird kommen und die wird weniger als 70 Euro kosten. Google sollte, um das Thema zu pushen, den Preis des Daydream View drastisch senken, oder es am besten (zeitweise) verschenken.

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Eine Kaufempfehlung auszusprechen fällt mir daher sehr schwer, denn dazu muss man schon unbedingt die Daydream-Plattform nutzen wollen, die aktuell noch nicht mit Inhalten glänzen kann. Das kann man als Early Adopter durchaus tun, 70 Euro sind auch nicht überteuert, als normaler Nutzer würde ich jedoch noch ein paar Wochen/Monate warten. Falls ihr Fragen habt, dann ab in die Kommentare damit.

Und falls ihr zu denen gehört, die direkt zum Fazit scrollen: Es gibt bisher nur ein Daydream-Smartphone auf dem Markt und das ist das Google Pixel (XL).

Noch mehr Informationen zu Daydream gibt es auf der offiziellen Webseite von Google. Das Daydream View Headset könnt ihr jetzt im Google Store kaufen.

Wertung des Autors
Oliver Schwuchow bewertet Google Daydream View mit 3.7 von 5 Punkten.

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