Der DS N8 (konkret DS N°8, ich werde ihn aber N8 im Test nennen) startet bei über 57.000 Euro in der Basisversion und ordnet sich damit als knapp 4,8 Meter lange Limousine durchaus im Premiumbereich an. Passt der Preis aber auch zum Auto?

Eine Limousine mit über 700 km Reichweite

Ich habe mir den DS N8 in der Pallas-Version mit dem großen Akku angeschaut, das ist die Basis mit 180 kW (245 PS), aber mit dem großen Akku, der dank 97,2 kWh eine Reichweite von bis zu 750 km mitbringt. Wir sprechen hier also über ca. 65.000 Euro, mit mehr Extras und 350 PS liegt man dann bei über 80.000 Euro.

Viel Geld für eine Marke, die ihren Ursprung bei Citroën hat, die ja eigentlich eher als preiswerte Marke bei Stellantis wahrgenommen werden. Doch DS Automobiles wird anders positioniert und genau das ist vielleicht auch das Problem der Marke.

Die Verarbeitung ist durchaus gut, aber die Materialwahl an vielen Stellen nicht das, was ich in dieser Preisklasse kenne. Bei vielen Hebeln, Knöpfen und Elementen hatte ich eher den Eindruck, als ob wir hier über ein Auto für 30.000 Euro sprechen.

Dieser Eindruck bleibt, wenn man den DS N8 im Alltag bewegt, denn das Auto ist sehr bequem und komfortabel abgestimmt, fährt sich aber auch im Sportmodus sehr gemütlich und weich. Und 7,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h sind bei klar über 60.000 Euro auch bescheiden. Tesla liegt, bei weniger Geld, bei ca. 3 Sekunden.

Ja, der DS N8 ist kein extremer Sportwagen, aber ich erwarte schon etwas mehr als die Leistung eines normalen VW ID.3, wenn ich im Premiumbereich unterwegs bin.

Was mir hingegen sehr gut gefallen hat, ist die Reichweite, denn 750 km sind eine Ansage und für mich im Alltag mehr als ausreichend. Das erkauft man sich zwar mit einem sehr großen Akku, aber es gibt die Option und das finde ich sehr gut. Achja, natürlich sind das keine echten 750 km, aber über 500 km sind damit realistisch.

Leider nutzt DS eine Plattform von Stellantis, die eher nicht für diese Preisklasse ausgelegt ist, denn geladen wird mit maximal 160 kW am Schnelllader und für die üblichen 10 auf 80 Prozent benötigt man über 30 Minuten. Das ist im Jahr 2026 in dieser Preisklasse ein sehr schlechter Wert, anders kann man es nicht sagen.

Immerhin gibt es für die AC-Wallbox die Option für 22 kW (Standard sind 11 kW).

Kommen wir noch kurz zu den Displays und zur Software. Der Aufbau der Displays ist durchaus okay, es gibt gute und physische Tasten, vor allem auf dem Lenkrad, aber bei der Software bleibe ich bei meiner Meinung, dass es ein Fehler war, dass Stellantis sich doch gegen Android Automotive vor einer Weile entschieden hat.

Weder Opel, noch Peugeot, noch DS haben eine gute Software in den Autos, sie ist unübersichtlich, langsam, besitzt kaum Extras und Apps und ich habe nach einem Test durchgehend Apple CarPlay genutzt. Das funktioniert aber gut und kabellos.

Das Platzangebot ist ganz okay, wenn auch nicht so optimal aufgebaut, da es eine Limousine ist, die hinten sehr stark abfällt. Ich konnte vorne mit 1,90 m gut sitzen und hätte auch hinter mir Platz und Kindersitz und Kinderwagen passen gut rein.

Doch dann wird es auch schon eng, denn der grundsätzliche Aufbau des Autos ist nicht unbedingt auf Familien ausgelegt. Das soll jetzt aber kein großer Kritikpunkt sein, ist ein Model 3 auch nicht, für mich ist das nur eben sehr entscheidend.

Mein persönliches Fazit zum DS N8

Ich habe lange Zeit nicht auf den Preis geschaut und das war vielleicht auch gut, denn in den ersten Tagen dachte ich, dass das durchaus solide ist, für 40.000 Euro herum. In der Version mit 750 km Reichweite gerne auch 45.000 oder 50.000 Euro.

Optisch nicht ganz mein Fall, da gibt es viel zu viel Schnickschnack hier und da und Designelemente, die mir nicht gefallen, da ich es gerne cleaner mag, aber es war okay. Doch als ich meine Version im Konfigurator zusammengestellt habe, hat sich das Blatt zügig gewendet, denn das sind locker 10.000 Euro zu viel beim Preis.

Ich würde sogar sagen, dass es eher 15.000 Euro bis 20.000 Euro zu viel sind, wenn ich mir die entsprechende Version konfiguriere. Und es ist als Limousine und als Coupé wahrlich kein Familienauto, was okay ist, aber dafür war mit der DS N8 dann doch zu weich und irgendwie fehlte mir auch etwas „Sportlichkeit“ beim Auto.

In der Basisausstattung mit etwas mehr Akku und Leistung sind wie in der Liga von anderen Performanceautos, wie einem Kia EV6 GT, Tesla Model 3 Performance und sogar fast einem BMW i4 M60. Stellantis bewegt den DS N8 in der Liga eines Audi A6 e-tron und da würde ich einfach mal behaupten, dass das nicht ganz passt.

Wie gesagt, der DS N8 ist grundsätzlich sehr solide, wenn man die Optik mag und diese Art von Auto sucht, was ich gut verstehen kann, ohne Familie wäre das auch meine bevorzugte Fahrzeugklasse. Aber der Preis, mit dem tat ich mir nach den zwei Wochen echt schwer. Vor allem, bei dieser technischen Basis, das ist zu teuer.


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