Genesis GV60 im Test: Das Elektroauto hat mich positiv überrascht

Ich habe mir hier schon mehrmals den Hyundai Ioniq 5 angeschaut und auch der Kia EV6 begleitete mich immer mal wieder. In diesem Jahr habe ich mir aber auch den Genesis GV60 angeschaut und nachdem mich der G80 positiv überrascht hat, war ich zum Ende des Jahres auf das Pendant zu Hyundai und Kia gespannt.

Ich konnte mir für zwei Wochen einen Genesis GV60 nach dem Facelift anschauen und muss sagen, dass das ein echt gutes Auto ist. Ich würde zwar für mich selbst den Ioniq 5 oder EV6 wählen, weil beide etwas besser mit Blick auf den Platz im Innenraum aufgebaut sind, aber der EV60 hat durchaus auch seine Vorzüge.

Technisch nutzt dieser, wie die Schwestermodelle, die E-GMP als Plattform. Es gibt bis zu 560 km Reichweite, wobei wir hier eher über 400 km im Alltag sprechen, da diese Autos weiterhin nicht so effizient sind. Doch wie hebt sich ein EV60 ab? Beim Fahrverhalten und Material, hier merkt man, dass es doch eine Premiummarke ist.

Kia und Hyundai verbauen keine schlechte Materialien, aber Genesis hebt sich nochmal ab und hat mich, wie beim G80, positiv überrascht. Was aber auch daran liegt, dass andere Premiummarken wie Audi oder Mercedes da seit einer Weile enttäuschen. Vielleicht waren auch meine Erwartungen an Premium falsch.

Es gibt viel Stoff, kaum Klavierlack, gute Tasten mit guten Druckpunkten und es fühlt sich alles hochwertig an. Was auch auf das Fahrverhalten zutrifft, der GV60 ist zwar sehr weich abgestimmt, hat aber ein hervorragendes Fahrwerk. Nicht ganz das Level eines 7ers, aber für diese Preisklasse hat mich das wirklich überzeugt.

Klar, mit ein paar Extras muss man auch über 60.000 Euro auf den Tisch legen, aber Modelle von Audi oder Mercedes, die über 100.000 Euro kosten, sind da oft schlechter. Genesis fühlt sich noch nach Premium an. Ich sage nicht, dass die Marke günstig ist, aber man bekommt eben, was man in dieser Klasse erwartet.

Technisch ist die Plattform nicht ganz vorne dabei, die Software ist zum Beispiel eher bescheiden und ich war auf Apple CarPlay (funktionierte kabellos einwandfrei) angewiesen und es fehlte ein Head-up-Display, was bei so einem Preisschild doch normal ist, aber ich würde den GV60 deswegen nicht als schlecht einstufen.

Das breite Display, welches wirklich ein Display ist (Grüße an Mercedes) machte zum Beispiel einen tollen Eindruck im Alltag. Ich verlinke euch hier einfach mal den Test zum aktuellen EV6 von letzter Woche. Der GV60 ist etwas kompakter, hat ein besseres Fahrwerk, ist „Premium“ im Innenraum, aber sonst die gleiche Basis.

Die Frage bei solchen Premiummodellen ist ja, ob die Technik ausreicht, ein Q4 von Audi ist zum Beispiel technisch zu schlecht für den Preis, weil die Technik dieser Plattform auch für einen VW ID.3 in der Basis ausgelegt ist. Die Technik des GV60 ist aber gut – ein Ioniq 5 und EV6 sind dadurch allerdings keine Schnäppchen.

Ich hatte Genesis in den letzten Jahren zwar durchaus auf dem Schirm, aber nicht so richtig intensiv, das muss ich zugeben. Die beiden Testfahrzeuge haben mich in diesem Jahr aber positiv überrascht und der Genesis GV60 wäre nicht meine Wahl bei diesem Elektro-Trio, weil er nicht zu mir passt, aber er ist eine sehr gute Wahl.

Optisch gefällt mir der GV60 nach dem Facelift sehr gut, er fällt nicht so auf, was ich persönlich mag. Und ich habe eine Sache lieben gelernt, die es allerdings auch bei anderen Marken gibt, das Drehrad in der Mitte. Damit kann man Elemente auf dem Display steuern und das klappte bei mir nach 1-2 Tagen komplett blind.

Ich mag es ja durchaus etwas reduzierter, und im GV60 ist etwas viel im Innenraum los, aber das ist ein Element, was ich immer mehr schätze. Es lenkt dann eben doch ab, wenn man das Touchdisplay mit der Hand steuert, weil man genau hinschauen muss. So ein Drehrad ist praktisch, würde ich gerne noch viel häufiger sehen.

Grundsätzlich kann ich den Genesis GV60 durchaus empfehlen. Sofern man, aber das sollte einem bei einer Premiummarke bewusst sein, nicht so genau beim Preis hinschaut. Die Premiummarke ist selten die „vernünftige“ Wahl, aber nicht jeder muss auf den Preis achten und ein Autokauf ist am Ende ja etwas Emotionales.

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