Die Europäische Union verpflichtet Google zu mehr Offenheit bei Android und der Google-Suche.
Die Europäische Kommission hat zwei Entscheidungen im Rahmen des Digital Markets Act (DMA) veröffentlicht. Google muss konkurrierenden Suchmaschinen sowie KI-Assistenten künftig einen vergleichbaren Zugang zu Android und bestimmten Daten der Google-Suche ermöglichen. Ziel sei es, Wettbewerbern ähnliche Möglichkeiten einzuräumen, wie sie Google mit eigenen Diensten nutzt.
Die Vorgaben betreffen einerseits die Einbindung alternativer KI-Assistenten in Android und andererseits den Zugang zu Suchdaten. Laut EU sollen Nutzer künftig selbst entscheiden können, welcher Assistent auf Gerätefunktionen, Sprachbefehle oder Apps zugreifen darf.
Für die Umsetzung gelten Fristen bis Januar beziehungsweise Juli 2027. Bei Verstößen drohen Geldbußen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Google kritisiert EU-Auflagen zu Android und Suchdaten
Google weist die Entscheidungen zurück und warnt, dass die Vorgaben den Schutz der Privatsphäre und die Sicherheit von Millionen Europäern gefährden könnten.
Nach Angaben des Unternehmens würden insbesondere erweiterte Zugriffsrechte für externe Apps sowie die vorgesehene Weitergabe von Suchdaten Risiken für Datenschutz, Gerätesicherheit, Geschäftsgeheimnisse und nationale Sicherheitsinteressen mit sich bringen. Google fordert deshalb einen flexiblen und evidenzbasierten Umsetzungsprozess. So heißt es:
Der DMA darf Sicherheit und Privatsphäre für Europäer nicht untergraben
Kent WalkerDie heutigen Entscheidungen aus Brüssel zum Digital Markets Act (DMA) bergen die Gefahr, wesentliche Schutzmechanismen für die Privatsphäre und Sicherheit von Millionen Europäern zu untergraben. Wir haben wiederholt Lösungen vorgeschlagen, um Nutzerinnen und Nutzer zu schützen und gleichzeitig die Ziele des DMA zu erfüllen; doch diese Entscheidungen lassen umfangreiche Belege für Schäden für die Nutzer außer Acht.
Tatsächlich greifen KI-Assistenten längst sicher auf die Funktionen von Android zu, die Smartphone-Hersteller spielen bei deren Überprüfung eine Schlüsselrolle. Der heutige Beschluss zu Android gefährdet jedoch die Gerätesicherheit, indem er externen Apps sensible und weitreichende Berechtigungen einräumt – und das ohne besagte Schutzmaßnahmen. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die EU-eigene Cybersicherheitsagentur warnt, dass „grundlegende Sicherheitsaspekte im Zeitalter von KI wichtiger sind denn je“.
Besonders besorgniserregend ist, dass die privaten Suchanfragen der Europäerinnen und Europäer einer Vielzahl von Unternehmen offengelegt würden – ohne angemessene Anonymisierung der Daten und ohne Wissen oder Zustimmung der Nutzerinnen und Nutzer. Dies würde die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger schwächen, Geschäftsgeheimnisse gefährden und die nationale Sicherheit bedrohen.
Wir brauchen nun einen flexiblen und evidenzbasierten Umsetzungsprozess, der die erheblichen Risiken gegen die Vorteile abwägt – und die Maßnahmen entsprechend anpasst. Wir werden uns weiterhin für einen ausgewogenen Ansatz einsetzen, der Privatsphäre und Sicherheit schützt und gleichzeitig die Marktziele unterstützt.
— President of Global Affairs, Google & Alphabet
Die Europäische Kommission betont dagegen, dass der Zugang zu Android und Suchdaten an Sicherheitsvorgaben und Einschränkungen geknüpft werde. Nach ihren Angaben sollen die Maßnahmen Innovation und Wettbewerb fördern sowie Nutzern in der EU eine größere Auswahl bei Suchmaschinen und KI-Diensten ermöglichen.
Ich halte die Entscheidungen für richtungsweisend, weil sie den Wettbewerb im Markt für Suchmaschinen und KI-Dienste verändern könnten. Gleichzeitig sollten die von Google angesprochenen Fragen zu Datenschutz und Sicherheit im weiteren Verfahren sorgfältig geprüft werden. Entscheidend wird sein, ob sich mehr Wettbewerb und ein hohes Schutzniveau für Nutzer gleichermaßen erreichen lassen.
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