Huawei: Misstrauen nun auch von der EU

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Für Huawei wird 2019 ein schwieriges Jahr, denn so langsam aber sicher kommt man aus den negativen Schlagzeilen nicht mehr raus.

Alles fing Anfang 2018 an, als Huawei eigentlich nur mit den Smartphones auf dem US-Markt angreifen wollte. Doch es gab eine Warnung von der Regierung und die Netzbetreiber machten kurz vorher einen Rückzug.

Doch das mit dem US-Markt und den Smartphones dürfte Huawei nicht groß stören, verglichen mit dem Weltmarkt ist dieser nicht entscheidend, um in 1-2 Jahren die Nummer 1 zu werden. Tragisch, aber zu verkraften.

Doch während man bei den Smartphones darum kämpft die Nummer 1 zu werden, ist man das als Hersteller für Telekommunikationsausrüstung bereits.

Auch Japan könnte Huawei ausschließen

Dieser Bereich steht aktuell aber in der Kritik, denn die Länder beginnen mit dem Ausbau von 5G. Nach dem 4G-Netz ist das ein lukrativer Markt für Huawei und man möchte natürlich auch hier ganz vorne dabei sein.

In diesem Jahr gab es aber Kritik aus den USA, Australien schloss Huawei im Sommer ebenfalls vom 5G-Ausbau aus und vor ein paar Wochen folgte dann Kritik aus Neuseeland. Laut Huawei sei das alles politisch motiviert.

Doch es geht weiter, denn auch Japan schließt sich nun laut Reuters an. Auch dort will man kein Zubehör von Huawei und ZTE kaufen heißt es.

Das sind aktuell nicht die einzigen schlechten Nachrichten, der CFO von Huawei wurde diese Woche in Kanada festgenommen. Der Vorwurf lautet Betrug, denn Huawei habe indirekt gegen die Iran-Sanktionen verstoßen. Gestern fand eine Anhörung vor Gericht statt, Details dazu findet ihr bei The Verge.

Wir werden den Ausgang der Verhandlungen weiter beobachten. Huawei gibt von offizieller Seite weiterhin an, dass man nicht falsch gehandelt hat.

Huawei: Misstrauen aus Europa

Mittlerweile ist das Misstrauen aber auch in Europa angekommen. Im November gab es ja schon mal Kritik aus Deutschland und nun warnt auch Andrus Ansip vor Huawei. Andrus Ansip ist Vizepräsident der Europäischen Kommission und Kommissar für den digitalen Binnenmarkt (siehe hier und hier).

Auch Ansip habe sich nun laut Reuters mit Bedenken über Huawei geäußert.

Do we have to be worried about Huawei or other Chinese companies? Yes, I think we have to be worried about those companies.

Ansip hat keine Beweise, spricht aber davon, dass man „als normaler Mensch“ durchaus Angst vor Huawei haben sollte. Grund sei, dass Huawei keine Wahl hat, ob sie eine Hintertür einbauen oder nicht. Wenn es die Regierung in China so möchte, dann muss man ihnen Zugriff auf die Daten geben.

Huawei selbst betonte nach dieser Aussage erneut, dass man bisher keiner Regierung der Welt einen Zugriff auf die Daten gestattet habe. Die Chips, die Huawei produziert und verkauft, hätten das Potential „unsere Geheimnisse zu stehlen“ so Ansip. Huawei fordert, dass die Sicherheit auf globaler Ebene diskutiert werden muss. Unternehmen dürfen nicht ausgeschlossen werden.

Deutschland schließt Huawei nicht aus

Deutschland hat übrigens bestätigt, dass man keinen Anbieter beim 5G-Ausbau ausschließen wird. Wir haben eher das Problem, dass sich dieses ganze Thema mal wieder zu sehr in die Länge zieht, immerhin werden die Lizenzen für 5G erst Anfang 2019 in Deutschland versteigert.

In Belgien denkt man hingegen über einen Bann von Huawei nach.

Für Huawei wird das ein schwieriges Jahr. Ganz egal, ob die Vorwürfe nun berechtigt sind oder nicht: Die Zahl der Länder, aus denen das Misstrauen kommt, werden mehr. Und wenn es so bleibt, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis diese Denkweise in der Bevölkerung ankommt.

Es ist ein schwieriges Thema, denn Misstrauen ist bei der Regierung in China immer angebracht. Doch es stellt sich hier auch die Frage, ob das am Ende rein politisch ist. Immerhin geht es beim 5G-Ausbau um viel Geld und man darf auch nicht den Handelskrieg „USA vs China“ vergessen.

USA können/wollen keine Beweise vorlegen

Bis heute wurden keine Beweise vorgelegt. Die deutsche Regierung habe die US-Regierung sogar mehrfach um Beweise gebeten. Doch bis heute wurden keine vorgelegt. Daher darf man die Aussagen des US-Behörden kritisch sehen. Gibt es überhaupt Beweise? In Deutschland zweifelt man daran, so Golem.

Telefónica Deutschland nennt Huawei übrigens einen zuverlässigen Partner, möchte sich aber aus den aktuellen Spekulationen heraushalten.

Die Netztechnologien von Huawei und Co werden jedoch intensiv geprüft und es gibt sehr hohe Sicherheitsstandards. Bisher wurde nie etwas auffälliges entdeckt. Das hat ja auch die Telekom vor ein paar Tagen bestätigt.

Kein leichtes Thema, es wird uns aber sicher noch eine Weile begleiten.

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