Project Z: Android-Alternative von Huawei ist noch lange nicht fertig

Huawei P30 Mate 20 Pro Header

Es gibt nach dem Ende der Android-Lizenz zwei spannende Fragen bei Huawei: Wie geht es nun weiter? Klar, man darf noch drei Monate Updates ausliefern, doch wie ist denn nun der konkrete Plan für die nächsten Monate? Und was auch viele interessiert: Wie ist der Stand des eigenen Betriebssystems?

Huawei hat in den letzten Jahren immer wieder betont, dass man ein eigene OS entwickelt und nun wäre ein guter Zeitpunkt, um Details zu nennen. Gestern hieß es, dass man wohl zwischen Herbst und Frühjahr mit der Entwicklung fertig sein möchte, doch eine andere Meldung spricht davon, dass „Project Z“ noch lange nicht fertig sei. Huawei habe auch nicht damit gerechnet.

Project Z: Huaweis Plan für China

Das eigene OS wurde eher für den Markt in China entwickelt. Huawei wollte die Entwickler laut Bloomberg auch seit einigen Monaten davon überzeugen ihre Apps in der App Gallery von Huawei anzubieten. Im Gegenzug bot man auch Hilfe beim Support einer chinesischen Version an. Das eigene OS soll Android-Apps unterstützen, daher dürfte es auch mit der App Gallery kommen.

Doch der Plan lautete nicht, eine Alternative für Android zu bauen, sondern ein Betriebssystem für den chinesischen Markt. Huawei wollte ein OS für alle Bereiche, sprich Smartphones, Tablets, Smartwatches, Autos, einfach alles.

Doch die Entwicklung sei noch lange nicht fertig und Huawei steht nun auch vor einem anderen Problem: Sollte man weiterhin keinen Handel mit US-Anbietern machen dürfen, dann wäre selbst die Open-Source-Version von Android keine Lösung. Denn viele wichtige Android-Apps kommen aus den USA.

Huawei OS: Eine Plattform ohne Apps

Nehmen wir mal an, Huawei passt AOSP (Android Open Source Project) so an, dass es auf den eigenen Geräten funktioniert und packt das EMUI darauf. Gut, das wäre eine Lösung, ausgeliefert werden die Geräte mit der App Gallery statt dem Play Store. Doch die wäre vermutlich außerhalb von China leer.

Apps wie Twitter, Facebook, Instagram, YouTube und Co würden fehlen und es wäre zu viel Aufwand für alle eine eigene Lösung zu entwickeln. Wir haben bei Windows Phone gesehen, wie eine Plattform untergeht, wenn die essenziellen Apps fehlen. Ganz egal wie gut das OS selbst am Ende ist.

Huawei P30 Pro Eindruck4

So wie es aussieht, ist „Project Z“ also keine Lösung für Huawei. Ganz egal wie weit man mit der Entwicklung ist und wie schnell man von Android zu einem anderen OS wechseln könnte. Solange die US-Regierung in diesem Fall stur bleibt, hat Huawei ein Problem. Ich vermute fast, dass die USA und China ihren Handelskrieg beenden müssen, damit Huawei wieder normal agieren kann.

Stellt sich also die Frage: Wird das passieren? Eine andere Option wäre, dass die US-Unternehmen vereint gegen die Regierung vorgehen, denn die tragen den Schaden am Ende genauso wie Huawei. Es gibt immer noch keine Beweise und es wäre denkbar, dass die US-Regierung diese auch gar nicht besitzt.

Viele rechnen auch mit einer Antwort aus China, die sich bisher erstaunlich ruhig verhalten. Sie haben viele Optionen, doch mit jeder Reaktion würde man so eine Person wie Trump weiter reizen und die Lage könnte noch eskalieren.

So oder so bleibt es ein spannendes Thema, welches noch lange nicht beendet ist. Was macht zum Beispiel Microsoft? Die haben die Hardware von Huawei aus dem eigenen Shop entfernt, aber was machen sie mit Windows? Selbst The Verge hat nach mehreren Anfragen noch keine Antwort darauf erhalten.

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