Microsoft und Nokia: Wie es zu dem Deal der beiden Unternehmen kam

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Knapp 5,4 Milliarden Euro wird Microsoft für die Handy-Sparte von Nokia und eine Lizenz der Patente auf den Tisch legen, diese Meldung macht heute die Runde und ist so kurz vor der IFA 2013 das Thema Nummer 1 in den Nachrichten. Doch wie kam es eigentlich zu dem Deal der beiden Unternehmen, war so eine Übernahme von Anfang an geplant, oder eine spontane Entscheidung? Diese Fragen sind, vor allem im Bezug auf die Zukunft, nicht unwichtig und so stellten sich Steven Ballmer, Stephen Elop und Risto Siilasmaa heute einigen davon. Ina Fried von AllThingsD hatte die Chance mit den drei zu sprechen und konnte einige Details zum „Microsoft-Deal“ bekommen.

Nokia und Microsoft hatten zwar einige Treffen in den letzten Monaten, da die beiden Partner waren und gemeinsam an Windows Phone arbeiteten, die Idee für diese Übernahme wurde aber erst im Februar auf dem Mobile World Congress gesponnen. Seit dem gab es über 50 Treffen, auf denen man über die Bedingungen und Optionen verhandelte. Ausgelöst wurde das ganze anscheinend von Steven Ballmer und, dem aktuellen Nokia CEO für die Übergangszeit, Risto Siilasmaa, die sich während einem Treffen in Barcelona über den weiteren Verlauf der Partnerschaft unterhielten.

Die Entscheidung stand wohl schnell fest, auch wenn sie auf der Seite von Nokia wesentlich emotionaler ablief. Am Ende war ihnen aber klar, dass es die einzige Entscheidung war, die Sinn ergibt. Der Weg war also klar, nur wie dieser aussieht war ein Thema, über das man in zahlreichen Treffen diskutierte. Passend dazu übrigens auch zwei Meldungen vom Juni, in denen man eine solche Entwicklung hätte erahnen können. Zentrale Punkte bei der Diskussion waren u.a. das Thema Maps. Dieser Bereich sollte ein Part von Nokia bleiben, Microsoft wollte aber eine Option auch selbst etwas zu verändern. Die Basis liefern also weiterhin die Finnen, in Redmond hat man jedoch ab sofort die Option auf dieser Grundlage weiter aufzubauen.

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Ein weiteres Thema waren auch die Einsteiger-Smartphones, beziehungsweise das ganze Asha-Lineup. Microsoft hat in diesem Bereich keine Ahnung, möchte die Chance aber jetzt nutzen, um mit der Erfahrung von Nokia Märkte zu erreichen, die man bisher noch nicht versorgt hat. Ein Ziel wird also weiterhin die Anpassung von Windows Phone sein, welches in Zukunft auch auf einem Smartphone für unter 100 Euro laufen sollte. Das ist ein weiter Weg, aber nur so erreicht man „die nächste Milliarde“. Ein Ziel, das Nokia in der Vergangenheit immer wieder betonte.

Ein kleines Hindernis gab es dann in den letzten Tagen aber doch noch, denn Steven Ballmer gab seinen Rücktritt bekannt. Bei Microsoft stand zu diesem Zeitpunkt aber auch schon fest, dass man den Nokia-Deal durchziehen wolle. Diese Unterstützung hatte Ballmer also. Auf die Frage, ob Stephen Elop denn gerne CEO von Microsoft werden möchte, gab es von ihm selbst keine Antwort. Stattdessen übernahm Ballmer das Reden und bestätigte, dass er als ein interner Kandidat in Frage kommt und das aktuell geprüft wird. Er würde sich natürlich gut als Führungsperson bei Microsoft eignen, nur der Ruf als Trojanisches Pferd bei Nokia wäre ihm dann sicher.

Microsoft wird Nokia übrigens noch vor der Genehmigung des Kaufes einen Betrag von 1,5 Milliarden Euro zahlen. Sollte der Deal aus irgendwelchen Gründen nicht zu Stande kommen, müsste Nokia den Betrag zurück zahlen. Stellt sich also die Frage, ob es Nokia momentan schlechter als gedacht geht, oder ob man vielleicht eine Investition tätigen möchte. Zu den Hintergründen dieser Zahlung hat sich bisher keines der beiden Unternehmen geäußert, wir können also nur spekulieren.

quelle allthingsd

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