Microsoft: Wie sieht die Zukunft aus?

Der Markt hat sich in den letzten 10 Jahren massiv verändert und es gibt ein paar Unternehmen, die das nicht erkannt haben und sich ändern müssen.

Es gibt nur wenige Unternehmen, die ich derzeit mit soviel Interesse verfolge wie Microsoft. Nicht, weil ich deren Produkte aktiv nutze, sondern weil sie trotz den zahlreichen Fehlentscheidungen immer noch da sind und sich halten. Man hat den Laden in den letzten Jahren immer wieder massiv umgebaut und auch jetzt steht eine große Veränderung an. In Zukunft wird der Fokus auf der Cloud und AI liegen.

Microsoft, wie es viele von euch sicher auch kennen, wird so in Zukunft wohl kaum noch existieren. Das Ziel von 1 Milliarde Windows 10-Nutzern (in den ersten drei Jahren) hat man nicht erreicht und auf dem Smartphone-Markt ist man nicht mehr mit Hardware vertreten. Windows hat zwar immer noch über 1 Milliarde Nutzer, doch in der aktuellen Form wird es wohl kaum überleben können.

Microsoft setzt voll auf Cloud

Die Menschen kaufen immer weniger klassische PCs mit einem OS wie Windows, sie kaufen Produkte wie iPads, Chromebooks und nutzen für viele andere Aufgaben ihr Smartphone. Windows 10 war ein guter Schritt in die richtige Richtung und man hat auch 600 Millionen Nutzer vom Upgrade überzeugen können, aber ich glaube das liegt auch daran, dass die einzige Alternative macOS gewesen wäre. Und Apple ist teuer. Bleibt noch Linux, aber das ist auch kein OS für den Massenmarkt.

Doch was kommt nach Windows? Die Antwort ist die gleiche wie bei der Xbox: Die Cloud. Microsoft hat vor ein paar Tagen bekannt gegeben, dass man das komplette Team umbauen wird und Terry Myerson, der über 20 Jahre an Windows gearbeitet hat, verlässt Microsoft sogar. Aus der „Windows and Devices Group“ wird nun die „Experiences & Devices“-Gruppe. Die Leitung übernimmt der Office-Chef.

Die Cloud und künstliche Intelligenz, das sind nun die Themen, auf die man sich bei Microsoft verstärkt konzentrieren wird. Die Marke Windows wird vermutlich mit der Zeit zunehmend in den Hintergrund rücken, wobei Microsoft das OS auch wieder moderner machen möchte und angeblich schon an neuer Hardware arbeitet.

Ich kann euch diesen Artikel von Tom Warren bei The Verge empfehlen, Tom ist seit Jahren in der Branche tätig und bei der Berichterstattung für Microsoft zuständig.

Ich persönlich bin sehr gespannt, wie es bei Microsoft weiter geht. Man hat viele talentierte Mitarbeiter, das nötige Kleingeld und Potential. Man hat aber all das auch schon viel zu oft nicht genutzt und für meinen Geschmack zu viele große Fehler in der Vergangenheit gemacht. Ein Kommentar unter dem Artikel trifft es ganz gut:

Soon it will be office that will become irrelevant. Guess what kids who grow up on Chromebooks will start using as adults. Not office that’s for sure. I think Microsoft will disappear as a consumer facing brand and become like IBM. Not that there’s anything wrong with that.

Mit diesem Szenario rechne ich auch, Microsoft wird eine Marke für „Creators“ (auf die hat man sich ja in letzter Zeit fokussiert) bleiben, auf dem Markt für normale Konsumenten aber zunehmend an Bedeutung verlieren. Und ich glaube auch, dass die Cashcow Office als nächstes dran ist. Unter anderem auch, weil Google immer populärer bei Schülern und Studenten wird. Dort bezahlt man geringe Preise für die Hardware und die Software gibt es „kostenlos“ (Verkauf der Daten).

Hat Windows als Marke eine Chance?

Microsoft kämpft hier einen ähnlichen Kampf wie damals gegen Android. Am Ende ist man beim Ökosystem (Smartphone, Wearable, smarter Lautsprecher, Tablet, …) aber einfach nicht mehr so gut aufgestellt. Trotzdem bin ich gespannt wie es in 2-3 Jahren aussieht, so eine grundlegende Änderung in der Führung benötigt etwas Zeit und wird dann in ein paar Monaten die ersten Früchte hervorbringen.

Windows als Marke wird bleiben und hat glaube ich auch eine Chance, jedoch mit deutlich weniger Marktanteil und Relevanz als Früher. Offizielle Zahlen gab es schon länger nicht mehr, doch die Zahl der aktiven Nutzer ist in den letzten Monaten wohl von 1,5 Milliarden auf 1,33 Milliarden gesunken. Und wenn es so weiter geht, dann kann man sich bald auf Platz 3 hinter Apple einordnen (es gibt über 2 Milliarden aktive Android-Nutzer und über 1 Milliarde aktive iOS-Geräte).

PS: Bei der nächsten Plattform, den digitalen Assistenten wie Alexa, Siri und Google Assistant ist man auch nicht gerade besonders aktiv. Da verlässt man sich so ein bisschen auf Cortana für Windows. Microsoft macht meiner Meinung nach genau den gleichen Fehler wie in den letzten Jahren: Sie lassen sich zu viel Zeit.

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