Samsung Gear Fit Testbericht

Samsung Gear Fit Header

Nachdem Michael am Wochenende mit dem Testbericht zum Samsung Galaxy S5 vorgelegt hat, möchte ich heute noch den Test zum passenden Gadget, dem Gear Fit, nachreichen. Dieses hat mich die letzten Tage im Alltag begleitet.

Vorwort

Ich persönlich bin ein Fan von Fitness-Trackern und trage diese schon seit mehreren Monaten am Arm oder der Hose. Das Gear Fit hat auf dem Mobile World Congress so ein bisschen für eine Überraschung gesorgt, ich war daher mal gespannt, wie sich der neue Tracker im Alltag schlägt. Das Gear Fit hat mich die letzten Wochen fast täglich an meinem Arm begleitet und ich habe es sowohl in Kombination mit dem Galaxy S5, als auch autark, sprich komplett ohne zusätzliches Smartphone, genutzt.

Das Samsung Gear Fit kam im Fitness Studio, beim Joggen, beim Schlafen und auch im Alltag zum Einsatz. Für mich war vor allem spannend zu sehen, in welche Richtung es hier wohl gehen wird, denn das Gear Fit wird zwar als Fitness-Tracker vermarktet, geht aber sehr stark in Richtung Smartwatch. Zumindest mehr, als andere Tracker, die ich bisher getestet habe. Doch kommen wir erst mal zu den technischen Details.

Samsung Gear Fit Test (1)

Technische Details

Zur Ausstattung gehört ein gebogenes Amoled-Display, welches 1,84 Zoll groß ist und mit 432 x 128 Pixel auflöst. Das Samsung Gear Fit wiegt mit Armband 27 Gramm. Es ist 23,4 x 57,4 x 11,9 Millimeter groß, besitzt einen 210 mAh starken Akku, der laut eigenen Angaben von Samsung 2-3 Tage reichen soll (dazu später noch mehr), tauscht Daten via Bluetooth 4.0 aus und besitzt auch einen eingebauten Pulsmesser.

Der Tracker kann vom Armband getrennt werden und dieses kann man in 6 Farben kaufen. Mein Band war, wie ihr auch auf den Bildern seht, das schwarze Band. Die anderen Bänder sind deutlich bunter gestaltet. Das Gear Fit ist außerdem, wie auch das Galaxy S5, IP67-zertifiziert. Ihr könnt also damit duschen. Zum Schwimmen ist der Fitness-Tracker von Samsung allerdings nicht unbedingt ausgelegt. Mehr Details bekommt ihr auf der Webseite von Samsung. Wir kommen zu den Funktionen.

Samsung Gear Fit Test (2)

Funktionen

Das Samsung Gear Fit zeigt euch die Uhrzeit an, kann euren Puls messen, die Schritte zählen, euer gekoppeltes Smartphone suchen, euch Benachrichtigungen von diesem anzeigen, euren Schlafrhythmus überwachen und besitzt einen Medien-Controller, einen Timer und eine Stoppuhr. Es ist also quasi eine Mischung aus Fitness-Tracker und Smartwatch. Externe Applikationen können aber nicht installiert werden.

Wirft man einen Blick in die Einstellungen, dann findet man dort die Akkuanzeige, die Einstellungen für die Uhr, eine Auswahl an Hintergrundbildern, Optionen für die Helligkeit und die Zeit, wie lange das Display an sein soll, Bluetooth, euer Profil und was passieren soll, wenn ihr den Home-Button 2x drückt. Dieser befindet sich an der Seite des Gerätes und kann das Display aktivieren, oder ausschalten. Auf Wunsch geht dieses übrigens auch an, wenn den Arm kurz hebt und eine Geste ausführt, als würdet ihr gerade auf die Uhr schauen. Das funktioniert soweit auch ganz gut.

Die Anzeige kann man mittlerweile übrigens drehen, das passende Update kam nur wenige Tage, nachdem ich das Gear Fit zum Test bekam. Seit dem verwende ich das Menü vertikal und nicht mehr horizontal. Das war meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Update für das Gear Fit und es ist schön, dass Samsung hier sehr schnell auf die Kritik der Nutzer reagiert hat. Die Umsetzung ist ebenfalls gelungen.

Samsung Gear Fit Test (3)

Samsung Gear Fit Unboxing

Wir haben das Gear Fit vor einigen Tagen zum Test erhalten und hier im Blog auch schon einen ersten Eindruck aufgeschrieben. Passend dazu gab es ein Unboxing des Gear Fit, welches ich euch hier einfach noch mal eingebunden habe.

Akkulaufzeit

Samsung gibt 2-3 Tage an. Nutzt man das Gear Fit ohne ein Smartphone, schaltet Bluetooth aus, reduziert die Helligkeit des Displays und legt es in der Nacht ab, dann kommt man auf 3 Tage. Nutzt man alles, sprich aktiv Benachrichtigungen, hat die Helligkeit etwas höher gedreht und lässt auch ab und zu mal den Puls messen, dann kann das Gear Fit oftmals schon am Abend wieder dran. Je nachdem was man damit macht, kann man das Gadget also 2 Tage mehr oder eben auch weniger nutzen.

Bei mir hat sich das so eingependelt, dass ich das Armband alle zwei Tage an den Strom hängen musste. Oftmals aber auch nur, weil ein dritter Tag eben nicht drin gewesen wäre. Für einen 210 mAh großen Akku braucht das Gear Fit übrigens sehr lange zum Laden. Doch das ist nicht der größte Kritikpunkt: Richtig störend ist der kleine Adapter, den man zum Laden benötigt. Mal eben unterwegs an ein microUSB-Kabel hängen ist also nicht. Zumindest nicht, wenn man den Adapter nicht dabei hat.

Samsung Gear Fit Test (7)

Diesen muss man erst an die untere Seite clippen und kann das Gear Fit dann über microUSB laden. Ich vermute man konnte das Armband somit ein bisschen dünner machen. Das ist schön, aber die Lösung mit dem Adapter ist für mich fast schon ein K.O.-Kriterium. Ich habe diesen immer mal wieder gesucht und vermute, dass man ihn dann (wenn man ihn unterwegs mitnehmen muss) auch gerne mal verlegt.

Die Akkulautzeit ist für mich zu gering, wobei sie für den Funktionsumfang und das Display wirklich gut ist. Das mit dem Adapter ist wie gesagt ein Punkt, der mich in der kurzen Zeit massiv gestört hat. Das hätte man anders lösen können.

Zu ungenau?

Ich habe öfter mal gelesen, dass das Gear Fit zu ungenau ist. Das kann ich durchaus auch bestätigen. Aber kein Fitness-Tracker, zumindest am Arm, ist genau. Es geht hier meiner Meinung nach auch nicht darum jeden einzelnen Schritt zu zählen, sondern ein Gefühl für die Aktivitäten zu bekommen. Die empfohlenen 10.000 Schritte sind also nur ein Richtwert. Das habe ich bisher bei allen Trackern so gesehen und das ist auch beim Gear Fit nicht anders. Wie groß ist die Abweichung? Bei mir waren es im Vergleich zu anderen Fitness-Trackern circa +/- 1000 Schritte am Tag.

Samsung Gear Fit Test (5)

Bitte erst Aktivieren

Möchte ich den Puls messen, muss ich mich durch das Menü kämpfen und diese Option erst suchen und aktivieren. Möchte ich meinen Schlaf messen, muss ich das kurz vor dem Einschlafen aktivieren und will ich meine Schritte zählen, muss ich das ebenfalls erst aktivieren. Das geht nicht. Zumindest Schritte und Schlaf sollten immer überwacht werden. Das können aktuelle Fitness-Tracker auch. Vergisst man mal eine Option zu aktivieren, zum Beispiel vor einem großen Lauf, fehlen direkt wichtige Daten. Ich habe den Schrittzähler daher zum Beispiel immer aktiviert gehabt.

Samsung Gear Fit Test (4)

Smartwatch oder Fitness-Tracker?

Zumindest in Kombination mit einem Samsung-Smartphone, kann das Gear Fit zu einer Smartwatch werden. Angehende Anrufe sehen, Mails lesen und mehr. Das ist ok und funktioniert gut. Eine vollwertige Smartwatch ist das Gear Fit dann aber auch nicht. Das Display ist immer aus, außer man bewegt den Arm. Wenn man nicht steht und die Bewegung optimal ausführt, bleibt es auch gerne mal aus. Das nervt, wenn man es als vollwertige Uhr nutzen möchte. Zumindest für mich als Pebble-Nutzer.

Das Gear Fit kann den Puls messen, die Schritte zählen und den Schlaf überwachen. Es gibt auch einen Trainings-Modus, wenn ich zum Beispiel Laufen gehen möchte. Am Ende muss man aber eben immer alles manuell aktivieren. Hier bin ich das Misfit Shine gewöhnt, welches alles automatisch misst und auswertet. Hier kann das Gear Fit also auch nicht mithalten. Ich nutze kein Samsung Galaxy S5 im Alltag, aber selbst wenn, dann würde ich Smartwatch und Fitness-Tracker weiterhin separat nutzen.

Samsung Gear Fit Test (6)

Fazit

Das Display des Samsung Gear Fit ist großartig, das Gerät lässt sich gut bedienen und das Menü ist durchaus übersichtlich. Ein bisschen verschachtelt ist es manchmal, aber das hält sich (noch) in Grenzen. Mal schauen, ob das in Zukunft so bleibt, wenn vielleicht noch mehr Funktionen hinzu kommen. Genau das ist aber der Punkt für mich. Das Gear Fit ist weder Smartwatch, noch Fitness-Tracker. Es ist ein Hybrid aus beidem und kann irgendwie auch beides, aber eben nicht wirklich gut genug.

Bedenkt man, dass man es nur mit einem Gerät von Samsung nutzen kann, man es alle 2-3 Tage an den Strom hängen muss und es 200 Euro kostet, dann sind das zu viele Punkte, die für mich persönlich gegen das Gear Fit sprechen. Es ist ein tolles Stück Technik, Samsung wollte aber glaube ich zu viel. Mit der nächsten Generation sollte man sich mehr auf Fitness und weniger auf Smartwatch konzentrieren.

Das Testgerät wurde uns freundlicherweise von Samsung zur Verfügung gestellt.

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