BMW glaubt an Wasserstoff, will den iX5 Hydrogen aber nicht verkaufen

Bmw X5 Wasserstoff Header

Die meisten Autohersteller haben in den letzten Monaten die Investitionen für Wasserstoffautos eingestellt oder vorerst auf Eis gelegt. Nur BMW hält noch daran fest, denn laut Jürgen Guldner von BMW hat diese Technologie eine Zukunft.

BMW plant FCEV-Studie mit dem X5

Im Gespräch mit Autocar hat er im Rahmen der IAA 2021 verraten, dass die Marke davon überzeugt ist, dass diese Technologie auch im PKW-Bereich erfolgreich sein wird. Sie soll Elektroautos aber nicht ersetzen, sondern parallel existieren.

  • BEV: Battery Electric Vehicle
  • FCEV: Fuel Cell Electric Vehicle

BMW arbeitet daher an einem BMW iX5 Hydrogen, also einem umgebauten BMW X5 mit Brennstoffzelle. Mit diesem wirbt man auch immer wieder gerne, wenn mal die Politik zu Besuch ist. Die Produktion soll dann kommendes Jahr starten.

Bmw X5 Wasserstoff

Bedeutet, dass Kunden, die gerne ein Wasserstoffauto kaufen würden, nächstes Jahr eine weitere Option haben werden? Nein, so weit geht BMW doch nicht, denn der umgebaute BMW X5 soll nicht als Serienfahrzeug in den Verkauf gehen.

Ziel ist es eine kleine Zahl von Modellen zu produzieren, die dann an ausgewählte Nutzer verteilt wird. Es ist quasi eine kleine Studie, mit der man Wasserstoffautos erforschen möchte. Das Auto selbst wird man so aber wohl nie kaufen können.

BMW-Plattform auch für Wasserstoff

Stattdessen möchte BMW die neue Plattform, deren Fokus zwar auf Elektroautos liegt, so anpassen, dass man auch Wasserstoffautos damit bauen kann. Die Technik (so hofft BMW) wird bis dahin klein genug sein, damit das hier möglich ist.

Heißt: BMW wirbt zwar gerne mit Wasserstoffautos, aber an ein Serienfahrzeug glaubt man im Moment nicht. Kurzfristig ist die Zukunft rein elektrisch. Und ob das dann in ein paar Jahren als ergänzende Technologie kommt wird sich zeigen.

Hyundai Vision FK: Ein Sportwagen für die Wasserstoff-Zukunft?

Hyundai Vision Fk Wasserstoff

Hyundai hat im Vorfeld der IAA betont, dass man die Messe auch für eine Vision namens „Hydrogen Wave“ nutzen möchte. Während also die anderen ihr neues Elektro-Portfolio abfeiern, geht es bei Hyundai auch um diese Technologie. Bis 2035 möchte man…7. September 2021 JETZT LESEN →


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Bitte bleibe freundlich.

  1. DaTo sagt:

    Vielleicht eine kleine Korrektur. Nicht nur BMW hält dran fest, sondern auch Hyundai und Kia, die beide zur selben Gruppe gehören.

    1. Auch Toyota hält daran fest. Daher habe ich die „meisten Autohersteller“ geschrieben, da es durchaus noch neue Modelle geben wird.

  2. DaTo sagt:

    PS hab Toyota vergessen, die auch an Wasserstoff weiter festhalten wollen.

    1. Thomas sagt:

      Frisch von der Presse, auch Toyota fährt zweigleisig und investiert bis 2030 schlappe 11,5 Milliarden Euro in Akkus für BEV.
      https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/elektroautos-neue-elektro-offensive-toyota-will-11-5-milliarden-euro-in-akkus-investieren/27589178.html

  3. Hans sagt:

    Das ist doch alles so lange unsinnig, bis wir mehr als genug erneuerbare Energien haben.

    Egal ob für Batterie-elektrische Fahrzeuge oder welche mit Wasserstoff. Der Schlüssel zu allem ist viel grüne Energie. Sonst kann man auch fröhlich weiter seinen Diesel fahren.

    1. Hans sagt:

      Und mir ausreichend grüner Energie könnte man sogar durch „Power to Liquid“ verfahren Benzin, Diesel und Kerosin herstellen. Völlig CO2 neutral mit jedem aktuell auf der Straße fahrenden Fahrzeug weltweit.

      Anstatt erstmal weiterhin Öl, Kohle und Gas zu verbrennen oder dieses sogar noch zur Stromerzeugung zu nutzen.

      So macht es im kleinen Maßstab zum Beispiel der Hamburger Flughafen mit seiner Fahrzeugflotte. Aber wie gesagt, dafür braucht man grüne Energie um Überfluss, was technisch aber kein Problem wäre.

      1. René H. sagt:

        Technisch gibt es keine Hindernisse, das ist richtig. Die Hindernisse liegen schlicht in dem enormen Bedarf an Investitionen (hohe zweistellige Milliardenbeträge allein für D für Elektrolyse und dann nochmal für Syntheseanlagen). Dazu die zusätzlich erforderlichen Wind-/Solaranlagen.
        Es wäre ja einfach, den riesigen Bestand an Verbrennern mit eFuels und Biosprit klimaneutral zu versorgen, aber Ersteres benötigt eben diese riesigen Investitionen am Anfang und Letzteres ist limitiert durch die verfügbare Biomasse und wird nicht ansatzweise ausreichen für die nötige Menge.
        Man muss also "nur" das Geld in die Hand nehmen, je schneller desto besser. Sind 200-300 Mrd. Euro in zehn Jahren vertretbar?

        1. Hans sagt:

          Ich denke ja. Letztlich ist es doch egal, was es kostet. Energie wird man immer brauchen und das Geld, das der Staat ausgibt, wird doch sowieso einfach gedruckt.

          Jedes Dach mit Solar. An jede Stelle, die sich eignet eine Windmühle. Erstmal
          alles ausnutzen, was die Natur hergibt.

          Gerade in den heissen und sonnenreichen erdölexportierenden Ländern könnte man doch gigantische Solaranlagen bauen. Und die stellen dann von mir aus Wasserstoff her. Oder was auch immer, Hauptsache CO2 neutral.

          Stattdessen gibt es zweistellige Entschädigungen für die Energiekonzerne, weil denen irgendwelche Laufzeiten versprochen wurden.

          Also los gehts. Rettet die Welt und schafft damit sogar noch Arbeitsplätze.

          Wir quasseln seit Jahrzehnten von CO2 Einsparungen im Jahr 20XX und trotzdem steigt jedes Jahr der Ausstoß. Es funktioniert so einfach nicht.

  4. Bob sagt:

    Interessant das die Hersteller vor kurzen mehr oder weniger geschlossen sagten Wasserstoff hat keine Zukunft nur Batterie ist die Lösung. Jetzt auf einmal kommen wie durch ein Wunder immer mehr Studien mit Wasserstoffantrieben auf den Markt…. Eventuell erlebt ja Gumperts Brennstoffzelle zelle ja auch noch ein revival

    1. Wobei man fairerweise sagen muss: Eigentlich gab es nur dieses Konzept von BMW auf der IAA, und das ist seit Monaten bekannt, und eine Vision von Hyundai. So viel ist das auch nicht.

      1. René H. sagt:

        Also wenn man nach der alt-facts-Schleuder "Karl" von gestern geht, gibt es ohne Ende Brennstoffzellenfahrzeuge (kurz vor Marktstart), die dann die rauen Mengen an billigem, grünem Wasserstoff tanken, die "die Araber" schon morgen (früh) massenhaft bereitstellen.

        1. Paul sagt:

          Karl, haha.
          War das nicht so eine Eintagsfliege?
          Vielleicht kann er auch grad nicht schreiben, weil er nach einer H2 Säule sucht

  5. uv web sagt:

    Um den "grünen Strom" kommt man weder da noch dort umhin. Die viel beschworene Nachhaltigkeit ist insofern unbestritten und dahingehend keiner Rede wert. Aber selbst hier, fällt es vielen halbgebildeten Ideologen reichlich schwer, ehrlich und wahrhaftig zu sein.
    Die unsägliche Massenspeicherung von hohen Mengen von Elektroenergie in mitzuschleppenden Batteriekaskaden ist gelinde gesagt kaum zukunftsträchtig. Diese BEV's sind nur eine kurzfristige politikgetriebene Nischentechnologie, welche noch nicht mal innovativ oder irgendwie neu ist.
    Die individuelle motorisierte Mobilität wird damit bewusst und gewollt ein störendes Relikt von gestern.
    Der VDI hat das ganz treffend kristallisiert und in verschieden Kolloquien ausgeführt, daß das Ziel einer weniger klimaschädlichen CO2-neutralen Mobilität sehr gut durch andere alternative Antriebsarten und Kraftstoffe sogar mittelfristig erreicht werden kann: Wasserstoffmotoren, Brennstoffzellen, Hybridantriebe sowie Gasantriebe und synthetische Kraftstoffe (E-Fuels).
    Die Voraussetzung der Technologieoffenheit und Zukunftsgewandtheit ist hier leider ideologisch nicht gewollt.
    Darin sind sich die deutschen Ingenieure einig!

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