Smart #5 im Test: Meine zwei Wochen mit dem Brabus

Der Smart #5 hat gar nichts mehr mit dem alten Smart zu tun, mit dem ich als Kind aufgewachsen bin und er geht noch eine Stufe weiter, als der #1 und #3, und ist mit 4,7 Metern ein mittelgroßer SUV. Das kann man sehen wie man will, aber für mich als Familienvater mit bald zwei Kindern passend. Ist es aber ein gutes Elektroauto?

Software bleibt bei Smart eine Schwäche

Fangen wir mal beim Design an, das finde ich gewöhnungsbedürftig. Am Anfang fand ich es hässlich, aber mit der richtigen Farbe und Felge ist es okay. Der Smart #5 ist keine Schönheit in meinen Augen, aber man merkt dem Auto an, dass es eher funktional ist, dazu später mehr. Mit der Verarbeitung war ich aber sehr zufrieden.

Ich kann hier nur den Brabus beurteilen, aber da bekommt man größtenteils das, was man bei 60.000 Euro für die Basis erwarten kann. In der heutigen Zeit, das ist wichtig zu erwähnen. Die Tasten fühlen sich gut an, auf dem Lenkrad gibt es kein Touch, was für mich ein Pluspunkt ist, und allgemein war das Erlebnis solide.

Warum nicht gut? Die beiden Displays ziehen den Innenraum doch spürbar nach unten. Das Fahrerdisplay ist gut, aber die anderen beiden spiegeln extrem, und das nicht nur bei schlechtem Sonnenlicht, sondern fast durchgehend. Ein Bekannter musste sich extra eine matte Folie holen, sowas sollte aber nicht normal sein.

Meine Meinung zur Software fällt eher gemischt aus, denn es hat sich zwar viel seit dem Smart #1 getan, den ich damals zeitnah nach Marktstart testen durfte, aber das OS wirkt für mich immer noch nicht ausgereift, sehr verschachtelt, etwas zu überladen und läuft über zwei Jahre später auch noch nicht so richtig rund.

Apple CarPlay ist aber mittlerweile vorhanden, auch kabellos, und das funktionierte zuverlässig, aber sobald man ins Menü muss, wird es schwierig. Nicht jede Eingabe wurde bei mir immer zuverlässig erkannt, manche erreicht man beim Fahren kaum und hier und da hatte ich bei Musk, Klima und Co. immer wieder so kleine Bugs.

Nichts, was mich jetzt wirklich abhalten würde, aber ich habe damit gerechnet, dass zwei Jahre nach dem Smart #1, bei dem die Software ein großer Kritikpunkt war, alles besser ist. Und ein großes App-Angebot oder Ähnliches gibt es auch nicht. Vielleicht wäre Android Automotive doch die bessere Lösung für Smart.

Und noch kurz zur Software: Es gibt eine App, die ich aber nicht nutzen konnte, weil ich, egal mit welchem Anlauf, sie nicht mit meinem Auto verbinden konnte. Doch ich kenne die App und sie ist ganz solide. Ich weiß auch nicht, ob es an mir lag, da ich einen Testwagen hatte. Darauf muss man bei Smart aber natürlich nicht verzichten.

Smart #5 bietet viel Platz für Familien

Und das Auto selbst? Nüchtern betrachtet ist das ein wirklich ordentlicher Aufbau für ein Auto, was sich wunderbar als Familienauto eignet. Viel Platz vorne, viel Platz hinten (ich könnte locker hinter mir sitzen und ich bin 1,90 m groß) und genug Platz im Kofferraum. Einen Frunk gibt es, wenn auch nicht besonders groß, ebenfalls.

Man sitzt lediglich etwas hoch im Smart #5 und hat zwar viel Platz in der Länge, aber der Boden wirkt recht hoch. Vermutlich, weil da 100 kWh im Unterboden des Brabus stecken. Dafür gibt es aber über 500 km WLTP-Reichweite, was bei mir im Alltag laut Angabe im Auto ca. 450 km bei mildem Frühlingswetter wären. Ist okay.

Geladen wird übrigens mit bis zu 400 kW dank 800 Volt-Technik und 22 kW an der Wallbox daheim, sowas erwarte ich in dieser Preisklasse. Über 200 kW bei über 50 Prozent Akku sind gegeben, damit wäre ich mehr als zufrieden, da ich eher daheim lade. Mir sind also die 22 kW wichtiger und die kosten beim Brabus nicht extra.

Brabus ist kein gutes Performance-Modell

Doch wie fährt sich der Smart #5 als Brabus? Gut. Aber hier merkt man, dass man Abstriche machen muss. Eine Spitzenleistung von 646 PS klingt beeindruckend, hat man aber nicht durchgehend im Alltag. Braucht man auch nicht, denn der #5 fährt sich immer (!) wie ein bequemer Familien-SUV, auch im Brabus-Modus.

Da merkt man dann die unglaubliche Leistung und es gibt einen Schub nach vorne, was ich gerne mal ausnutze, aber das Fahrwerk ist viel zu weich. Und es ist auch kein adaptives Fahrwerk. Am Ende gibt es mehr Leistung, als man in einem großen, schweren und weich eingestellten SUV wirklich auf der Straße nutzen kann.

Die künstlichen Sounds, die ich sonst mag, haben mir hier auch nicht besonders zugesagt und ich habe sie sogar erstmals bei einem Auto dieser Art deaktiviert. Ich würde, wenn ich am Smart #5 interessiert wäre, mir das Geld für den Brabus sicher sparen. Es sei denn, man will die Optik und Extras. Aber nicht für die Leistung.

Mein persönliches Fazit zum Smart #5

Auf den ersten Blick ist der Smart #5 für mich kein Smart mehr, er wirkt auf mich sogar mehr wie ein Mercedes. Wobei man das nicht mehr sagen kann, wenn ich mir EQE oder EQS so anschaue. Es ist ein neuer Ansatz für die Marke. Optisch wäre er nicht mein Fall, aber ich kann nicht abstreiten, dass er als Auto praktisch war.

Für die Größe gibt es, dank Elektro-Plattform, viel Platz, er ist weich eingestellt, man sitzt ganz bequem und er wirkt wie ein Familienauto. Vielleicht hat das Brabus-Logo bei mir auch falsche Erwartungen geweckt, denn andere Modelle in dieser Preisklasse, auch SUVs, machen in der Performance-Version viel mehr Spaß.

Grundsätzlich ist der Smart #5 ein solides Elektroauto, in meinen Augen eher für Familien, und dann muss man nicht den Brabus nehmen. Er hat Stärken, wie eine gute Ladeleistung und hochwertige Anmutung, aber auch Schwächen, bis heute leider die Software. Mit einem guten Leasingdeal kann man das aber machen.

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