Die Bundesnetzagentur hat ein Regulierungskonzept für die Umstellung von Kupfer- auf Glasfasernetze veröffentlicht.

Das Konzept legt fest, dass Kupfernetze nur abgeschaltet werden, wenn Glasfaser nahezu flächendeckend verfügbar ist und der Wettbewerb auf den neuen Netzen gesichert bleibt.

Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, betont, dass Verbraucher frühzeitig informiert werden sollen und zwischen „verschiedenen Anbietern zu fairen Preisen“ wählen können. Der Prozess soll unabhängig davon starten, welcher Netzbetreiber die Glasfaser ausgebaut hat.

Vorgaben für einen geordneten Übergang auf Glasfaser

Die Bundesnetzagentur strebt einen schnellen, geordneten und wettbewerblichen Übergang auf Glasfaser an und schlägt dafür Anpassungen der rechtlichen Rahmenbedingungen vor. Alle Anbieter sollen gleiche Chancen haben, ihr eingesetztes Kapital zurückzuverdienen.

Entscheidend ist, dass Kupfernetze abgeschaltet werden, sobald Mindestvoraussetzungen wie Glasfaserabdeckung und Dienstewettbewerb erfüllt sind.

Wesentliche Elemente des Konzepts

  • Ein regelgebundenes Verfahren zur Abschaltung der Kupfernetze soll gesetzlich verankert werden.
  • Mindestens 80 Prozent der Haushalte und Unternehmen müssen mit Glasfaser bis in die Wohnung versorgt sein, bevor der Migrationsprozess startet.
  • Drittanbieter sollen über offene Zugänge („Open Access“) auf Glasfasernetze zugreifen können.
  • Die Vermarktung kupferbasierter Angebote soll 24 Monate vor der Abschaltung enden, mit einer Ankündigung mindestens 12 Monate vorher.
  • Ein übergeordneter Migrationsplan soll Start, Ende und Meilensteine des Prozesses enthalten.

Das Konzept baut auf einem Impulspapier vom April 2025 auf und setzt den Auftrag des BMDS-Eckpunktepapiers vom Oktober 2025 um. Die Bundesnetzagentur betrachtet das Regulierungskonzept als fortlaufenden Debattenbeitrag und lädt alle Akteure ein, bis zum 16. März Stellung zu nehmen.

Ich finde, dieses Konzept bietet ein klar strukturiertes Vorgehen, das Transparenz schafft und den Glasfaserausbau planbar macht. Ich vermute jedoch auch, dass es noch für einiges an Unruhe im Markt sorgen wird. Viele Endkunden sind schlicht nicht bereit für einen Umstieg, sei es aus Kostengründen oder aus Bequemlichkeit.


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  1. hans 👋

    Wollen ist das eine. Können das andere. Hier lokal versagt man beim Ausbau und der regionale Energieversorger der die Ausschreibung gewonnen hat, ist völlig überfordert und bekommt es seit mittlerweile 4 Jahren nicht gebacken, den Bau abzuschließen. Leitungen wurden verlegt aber es ist wohl unbekannt wo, eine Firma nach der anderen wurde verheizt (bei der ersten, die überhaupt was gemacht hatte, war noch der cholerische Prokeltleiter des Energieversorgers täglich da) und jetzt ist stillstand. Mittlerweile ist wohl auch die Förderung abgelaufen, habe ich gehört. Ganz großes Tennis.

  2. Rainy 🎖

    Vor allem die Kosten schrecken ab für alle die jetzt eh zufrieden sind. Da wäre dann nur ein sagen wir mal 25 € Basis Tarif inklusive Router interessant.

    1. Hans 👋

      Das stimmt. Mittlerweile musste ich auf 5G ausweichen weil zum arbeiten das DSL zu langsam war, und ich sehe es nicht mehr ein, die 40€ monatlich zu bezahlen, selbst wenn sie es mal irgendwann tatsächlich fertig stellen sollten.
      Denn mein 5G Anschluss ist mittlerweile günstiger.

      1. Couch Kartoffel 🏅

        Der ganze Glasfaserkabel Ausbau bis ins Haus ist mittlerweile Obsolet. 5G kann bis 10Gigabit übertragen und 6G steht vor der Tür mit 100 Gigabit Übertragungsgeschwindigkeit. da wird niemand mehr den limitierten 1 GB Glasfaser Anschluß nehmen und da wo es nichts gibt wird Starlink und Co helfen.

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