Steam unter Druck: Bundesnetzagentur leitet Ermittlungen ein

Steam (KI)

Die Bundesnetzagentur hat Ermittlungen gegen die Gaming-Plattform Steam eingeleitet.

Der Digital Services Coordinator (DSC) der Bundesnetzagentur untersucht mögliche Verstöße gegen den Digital Services Act im Zusammenhang mit dem Videospiel „Plantation Simulator“.

Nach Angaben der Behörde geht es dabei um die Frage, ob Steam Meldungen zu möglicherweise rechtswidrigen Inhalten ordnungsgemäß bearbeitet und auf Beschwerden von Nutzern angemessen reagiert hat. Erkenntnisse der französischen Regulierungsbehörde Arcom trugen zur Einleitung des Verfahrens bei.

In seiner ursprünglichen Fassung simulierte das Spiel den Betrieb einer historischen Plantage. Laut Bundesnetzagentur konnte die Produktivität im Spiel durch Gewalt gegen schwarze Arbeitskräfte gesteigert werden. Nach internationalen Protesten wurde der Titel zunächst verändert und später durch den Entwickler von der Plattform entfernt.

Ermittlungen gegen Steam wegen möglicher Verstöße gegen den DSA

Steam hat nach Angaben der Behörde nun Gelegenheit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Die Untersuchungen beziehen sich nicht auf die rechtliche Bewertung des Spiels selbst, sondern auf die Frage, ob die Plattform ihre Sorgfaltspflichten nach dem DSA erfüllt hat. Falls Verstöße festgestellt werden, kann die Bundesnetzagentur Maßnahmen anordnen oder Bußgelder verhängen.

Wichtige Punkte im Überblick:

Der deutsche DSC ist für die Durchsetzung des DSA zuständig, da Steam seinen gesetzlichen Vertreter für die Europäische Union in Deutschland benannt hat. Die Behörde koordiniert außerdem die Zusammenarbeit mit nationalen und europäischen Stellen.

Ich halte den Vorgang für bemerkenswert, weil hier nicht die Entfernung eines einzelnen Spiels im Mittelpunkt steht, sondern die grundsätzliche Frage, wie Online-Plattformen mit Beschwerden und ihren gesetzlichen Pflichten umgehen.

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