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Apple und die Porno-Diskussion

Vergangene Woche sorgte die Anwendung 500px und deren Rauswurf aus dem App Store mal wieder für eine Menge Aufmerksamkeit in den Medien. Grund waren Nacktfotos, welche von Nutzern des Netzwerks hochegladen wurden und die man sich in der Anwenundung selbst anschauen konnte. Das verstößt gegen die Richtlinien von Apple und so wurde die Anwendung direkt entfernt und muss jetzt in einer neuen und an die Richtlinien angepassten Version eingereicht werden. Doch die Meldungen von gestern zeigen, dass das Problem eigentlich auf der Seite von Apple und deren Bestimmungen für den App Store liegt. Grund waren zahlreiche Berichte über pornografische Inhalte in dem von Twitter gestarteten Netzwerk Vine, welches ebenfalls letzte Woche eine Anwendung für das iPhone spendiert bekommen hat.

Auch bei Vine ist es kinderleicht nach pornografischen Inhalten zu suchen und diese zu finden, mit den richtigen Hashtags wie #porn bekommt bekam man ziemlich schnell passende Ergebnisse. Sollte man Vine also ebenfalls aus dem App Store schmeißen? Das wird wohl kaum passieren, da Twitter und Apple mittlerweile auch eine intensive Partnerschaft pflegen und das Netzwerk ja sogar in iOS integirert ist. Im Prinzip handelt es sich hier auch um ein allgemeines Problem, denn in so gut wie jedem Netzwerk gibt es auch pronografische Inhalte, sei es Google+, Instagram oder eben Twitter selbst. Das ist aber natürlich kein Grund, diese Anwendungen direkt rauszuwerfen. Das Problem ist nämlich ein ganz anderes und liegt bei Apple.

Wie wird pornografischer Inhalt definiert? Wie leicht soll man in einer Anwendung an diesen rankommen? Wo ist die Grenze zwischen künstlerischer Freiheit und verbotenen Inhalten für den App Store? Wieso werden kleinere Netzwerke wie 500px direkt mit einem Rauswurf bestraft, das Problem bei Netzwerken wie Vine (trotz zahlreicher Berichte, u.a. in der New York Times) erst mal gekonnt ignoriert? Tatsache ist, dass es am Ende bei Apple liegt, wo und wie die Grenzen zu setzen sind und die Entscheidung oftmals bei wenigen Personen in Cupertino liegt, wo man auf eine Begründung für die Öffentlichkeit verzichtet. Twitter selbst hat übrigens ebenfalls ein Statement abgegeben und verweist darin auf die Möglichkeit unangemessene Inhalte zu melden und diese somit auch zu sperren. Ist das also die Lösung des Problems?

Ich finde es verständlich und auch löblich, dass Apple gegen pornografische Inhalte im App Store vorgeht und diese auch nicht duldet. Doch das Problem ist die Politik von Apple, die schlechte Kommunikation und das willkürliche Verhalten. Der Rauswurf von 500px und die Berichte über Vine haben jedenfalls mal wieder eine Diskussion ausgelöst und ich hoffe, dass diese auch im Hauptquartier von Apple ankommen und man sich diesbezüglich Gedanken machen wird. Die Diskussion über das “Porno-Problem” ist nämlich viel größer und eigentlich ein “Politik-Problem” von Apple.

Natürlich gibt es entsprechende Regelungen und Probleme auch bei anderen Stores und Systemen, doch hier soll es heute mal nur um Apple gehen, da diese in den letzten Tagen für Aufmerksamkeit in diesem Bereich gesorgt haben. Ich möchte hier auch nicht erörtern, ob es solche Inhalte in den Stores geben sollte, wie diese auszusehen haben, oder was andere besser/falsch machen, es geht mir mehr um die Art, wie Apple teilweise mit solchen Problemen in der Vergangenheit umgegangen ist.

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