App-Rabatte sind legal, aber kundenfreundlich ist daran herzlich wenig

Das aktuelle Urteil über die Penny-App mag juristisch sauber sein, aber für Verbraucher bleibt es ein Ärgernis.
Man kann das Urteil des Oberlandesgerichts Hamm anerkennen und trotzdem genervt sein. Genau das ist hier der Punkt. Penny darf weiter mit Rabatten werben, die nur per App gelten. Das ist laut Gericht keine Altersdiskriminierung. Schön. Nur macht das die Sache für Kunden noch lange nicht fair, vernünftig oder verbraucherfreundlich.
Denn im Alltag bedeutet dieses Modell etwas sehr Einfaches: Wer die App nicht will, zahlt mehr. Wer kein Smartphone hat, keines nutzen möchte oder sich nicht für jeden Joghurt digital entblößen will, steht an der Kasse wie ein Kunde zweiter Klasse. Das mag rechtlich keine Diskriminierung sein. Es fühlt sich für viele aber genau so an und dieser Eindruck kommt nicht von ungefähr.
Die Verbraucherzentrale hat deshalb sehr wohl einen Punkt. Vielleicht nicht den stärksten juristischen Hebel, wie auch die Urteile zu Lidl und Netto gezeigt haben, aber einen guten verbraucherpolitischen.
Discounter leben vom Versprechen einfacher, günstiger Preise. Wenn der echte Angebotspreis immer öfter hinter einem App-Login versteckt wird, dann kippt dieses Versprechen. Dann ist billig nicht mehr billig, sondern billig unter Bedingungen.
App-Rabatte zeigen ein grundsätzliches Verbraucherproblem
Mich stört daran vor allem die Dreistigkeit, mit der diese Praxis inzwischen als normal verkauft wird. Der Kunde soll die App laden, Daten hinterlassen, Werbung akzeptieren und sich an ein Bonussystem ketten, nur um den Preis zu bekommen, der im Prospekt schon fast wie selbstverständlich groß herausposaunt wird. Das ist digital verpackte Gängelung.
Natürlich kann man sagen: Niemand wird gezwungen. Das ist der übliche Satz, wenn Unternehmen etwas maximal unbequem gestalten und es dann Freiheit nennen. Niemand wird auch gezwungen, einen Einkaufswagen zu nehmen, wenn die Rollen fehlen. Angenehm wird die Nutzung dadurch dennoch nicht. Der formale Verzicht auf Zwang ersetzt eben keine faire Praxis.
Und ja, ältere Menschen sind nicht automatisch ausgeschlossen, nur weil sie seltener Apps nutzen. Aber daraus zu schließen, es gebe hier überhaupt kein Problem, ist genauso bequem. Die Hürde ist real. Für manche ist sie klein, für andere lästig und für wieder andere schlicht abschreckend. Wer das kleinredet, kennt vermutlich nur Leute, die ihr ganzes Leben per Display organisieren.
Das Gericht urteilt über Recht und nicht über Fairness
Genau deshalb sollte man Urteil und Bewertung sauber trennen. Juristisch mögen Penny, Lidl, Netto und Co. auf der sicheren Seite sein. Politisch und gesellschaftlich ist dieses Modell dennoch problematisch. Der Handel erzieht seine Kunden derzeit dazu, Normalpreise als Strafe und App-Preise als Belohnung zu akzeptieren.
Mein Eindruck ist: Juristisch mag die Klage des vzb ins Leere gelaufen sein, in der Sache trifft sie trotzdem einen wunden Punkt. App-Rabatte sind nicht harmlos, sondern ein schleichender Druckmechanismus. Wer das als bloße digitale Bequemlichkeit abtut, ignoriert, wie aus freier Wahl langsam ein unerwünschter Standard wird.
Und ihr? Ist das für euch noch Kundenservice oder schon Rabatt-Erpressung im freundlichen Discounterdesign? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.
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Der Anfang ist schon falsch. Wer die App nicht will zahlt nicht mehr, sonder die anderen weniger!
Generell zahlt man nicht mal weniger, sonder bekommt das Geld gutgeschrieben, zahle also genauso den vollen Preis wie alle anderen auch. Man ist also auch wieder „verpflichtet“ den Markt erneut zu besuchen um es überhaupt einzulösen zu können. Wenn ich die App in der Zwischenzeit verliere, hab ich rein gar nichts gewonnen.
Und wenn ihr alle mal richtig hingucken würdet, dann würdet ihr feststellen, dass die meisten Produkte eine Woche vorher oder nachher noch weitaus günstiger im regulären Angebot sind. ;) Lohnt also meistens gar nicht.
Ich sehe die Sache auch so, wer den Rabatt haben möchte, kann auch was dafür tun und es wird faktisch niemand ausgeschlossen.
Aber vor allem, wo ist der Unterschied zu irgendwelchen Rabattmarken, Kaffee-Sammelkarten an der Tanke, der 10. gratis? Das kann man auch nur nutzen wenn man die Heftchen dazu hat. Oder generell zu Angeboten im Internet, die ich auch nur mit PC oder Smartphone nutzen kann, gehe ich so in den Laden zahle ich einen anderen Preis. Alles exakt das gleiche Spiel!
Alles vollkommen richtig so, gibts überhaupt nichts zu diskutieren, außer man will unbedingt diskutieren und ein Problem schaffen das nicht existiert. ;)
Der ist der Unterschied zwischen einer Rabattmarken und einer App, die dein Einkaufsverhalten analysiert, wirklich nicht klar?
Also geht es jetzt um die Analyse? Ich dachte das „Problem“ sein ein anderes. Wenn es um Analyse geht, ja dann… Internet am besten zu. ;)
Nicht mein Beitrag, aber ich habe ihn immerhin gelesen.
Was? Noch mal verständlich bitte, und ohne haltlose Unterstellungen!
Dein ellenlanger Kommentar ergibt nur Sinn, wenn du entweder den Beitrag nicht gelesen hast oder keine Ahnung hast. Daher hatte ich kurz nachgefragt.
„nachgefragt“ so so 🤣
Zugegeben, ich hab ihn nur überflogen, aber irgendeine Analyse schien mir nur einen eher kleinen Teil der Kritik auszumachen.
Mein Text macht sehr wohl Sinn. Ich weiß auch nicht was das mit „Ahnung“ zu tun hat, das basiert alles nur euren Meinungen, was der Artikel explizit widerspiegelt. Denn Ahnung hat offensichtlich nur das Gericht. ☺️ Ich könnte auch sagen, der Artikel ist komplett falsch, aber das sieht ja jeder wie er will. 😏
Na gut, schönes Wochenende.
Du bekommst bei Globus, Hagebau und Rossmann direkt den Rabatt an der Kasse. Da wird nichts gesammelt. Leite die die App habe. bezahlen weniger.
Ich erwische mich seit längerer Zeit immer mehr wie ich nur noch beim Aldi einkaufe weil Aldi eben keine App aggressiv bewirbt und ich beim Aldi alles bekomme
Dem kann ich nur zustimmen.Gehe auch kaum noch woanders hin. Wenn Aldi daraus gestärkt hervor geht, dass man eben auch ohne App günstig einkaufen kann, vielleicht hat es dann auch langfristig Auswirkungen auf andere Händler. Das wäre zumindest meine Hoffnung.
Kennt man von früher 20 Prozent auf alles. Ausser Brennstoffe, Tierhaltung, alles was einen Stecker hat, nichts was im Angebotsblatt war….
am ende hingen Listen aus wofür 20 Prozent nicht galten
Guter Kommentar. Kann ich vollumfänglich zustimmen.
Ich empfinde diese App-Zwänge als Erpressung für einen Rabatt, bei der ich nicht mitmache. Dafür bin ich zu stolz und freiheitsliebend, mich für ein paar Cent zu verkaufen, auch wenn es sich langfristig summieren würde. Versuche auch entsprechende Läden möglichst zu meiden.
Mein Smartphone ist mein digitales Zuhause, ich bin der Hausherr und selektiere sehr genau, wen ich reinlasse. Habe ’ne harte Tür!
Mich stört die App Nutzung ist, nur das man für jeden Discounter eine andere braucht. Wir leben nunmal nicht mehr im Mittelalter. Ins Fusballstadion komme ich auch nur noch mit App, parken kann ich auch teilweise nur mit App oder per QR Code.
Alter echt jetzt? Ersteres dürfte 85jährige n Scheißdreck interessieren und für dein zweites Beispiel hätte ich gerne mal eine Quelle.
Und sagt dir überhaupt die Maslowsche Bedürfnispyramide was? Da gehört Fußballstadion definitiv dazu. Leute wirklich!
Ich habe nur Beispiele aus dem täglichen Leben gebracht. Da muss man sich halt anpassen. Die Zeit dreht sich halt weiter. Da gibt es dann eben nur die Option Anpassen oder man läuft der Zeit hinterher. Bargeldzahlungen nehmen beispielsweise auch immer mehr ab. Zu deinen gewünschten Beispiel, ich war erst letzte Woche in Dresden zu einer Ausstellung. Dort wurde am Parkplatz dein Kennzeichen abgescannt und man musste es dann Online bezahlen. Einen Automaten gab es nicht. Wenn dies jemanden stört, muss man in diesem Fall woanders parken. Im letzten Island Urlaub war dies genauso, Kennzeichen abgescannt und man konnte nur via App oder Online zahlen. Ist also im Ausland genauso. Die Maslowsche Bedürfnisspyramide sagt mir auch noch was aus dem Studium. Auch hier muss man sagen das sich Bedürfnisse von Generation zu Generation verschieben. Eine Omi im Mittelalter hatte ganz andere Ansprüche, als eine heutige. Im Kapitalismus interessieren die Bedürfnisse einzelner die Unternehmen nicht.
Komm lass sein. Du verstehst es eh nicht!
Hier geht es um Lebensmittel! UM Lebensmittel! …und keine scheiß schöner Wohnen Themen wie Stadion, Ausstellungen oder Luxusurlaube in Island! Und nur weil für dich WLAN, n 75“, ne PlayStation und dein Skoda mittlerweile zur untersten Stufe in der Pyramide gehören… gibt es Menschen, die ganz andere Probleme haben!
Wahnsinn was hier über Spritpreise gejammert wird, aber wenn man natürlich selbst profitiert, hey scheiß doch drauf was Omi nebenan macht… „Muss se sich halt anpassen, die alte Nudel“.
Und dass das Unternehmen nicht interessiert ist mir klar! Bleibt aber trotzdem asozial!
Wer würde denn annehmen dass sich Unternehmen fair verhalten? Der lebt wohl in einer anderen Welt. Und ist zutiefst naiv
Die Nutzung und die Bereitstellung dieser Apps ist zutiefst asozial!
Normalerweise würde ich sagen, lass die Leute mit ihren Daten bezahlen, hier werden aber ganze Bevölkerungsgruppen ausgeschlossen und da alles eine Mischkalkulation ist, treiben diese Sparbrötchen die anderen Preise dazu noch in die Höhe. Rechtlich mag das passen, moralisch ist das halt untere Schublade. Die Leute merken gar nicht, wie dadurch sich die Preise verschieben.
Ähnliche Diskussion gab es früher schonmal, als es darum ging, das Menschen, die bei Preisen nicht feilschen (z.b. bei Versicherungstarife) benachteiligt werden. Oder das bei bestimmten Fluggesellschaften nur der Online-Check umsonst ist. Mich zermürbt diese Diskussion nur, weil ich glaube, dass das alles wieder so diese German Angst ist. Angst vor Digitalem. Das fängt schon damit an, wenn ich beobachte, dass in den Geschäften teilweise an den traditionellen Kassen eine Schlange von über 10 Kunden herrscht und die SB- Kasse nebenan leer ist.
Das mit den Versicherungstarifen wird ein Ende haben.
Erste Einschätzungen deuten darauf hin, dass bei der KFZ Haftpflichtversicherung es durch die BaFin untersagt wird.
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/bafin-kfz-versicherung-tarif-100.html
Jep und dann wird Huk mit seinen Lockangeboten und anschließend 10 Prozentigen jährlichen Erhöhungen weg vom Fenster sein.
Leute, Leute…..
Nachdem man sich als James Bond, Benjamin Franklin oder Lady Gaga mit ner fiktiven Mail Adresse bei der jeweiligen App angemeldet hat, können sie deren Einkaufsverhalten gerne Studieren.
Na klar ist das unterm Strich mein eigenes Kaufverhalten. Aber wenn man nur ein wenig nachdenkt, gibt man nur das an Daten Preis was man möchte.
Und das besagt unter Anderem, das Person XY alle App Angebote mitnimmt.
Ohne zu wissen ob Pushbenachrichtung aktiviert ist oder nicht.
Fertig.
Und so einen Hickhack findest du doch aber nicht besser, als einfach gar keine App benötigen zu müssen? Verrückte Welt, wo man zu solchen Methoden greifen muss, in einem simplen Discounter ….
Macht keinen Unterschied bei der Anmeldung. Aber im Portmonnaie.
Sogar bei REWE. 😅
Die Rabatte sind lächerlich
10 Prozent beiRossmann auf alles sind nicht lächerlich
Kunden kaufen sie ja trotzdem
Ja leider sehr enttäuschends Urteil. Den Weg der Altersdiskriminierung fand ich auch nicht ideal aber vermutlich war es der einzige Hebel den man rechtlich überhaupt zu der Thematik finden konnte.
Aber es scheinen ja auch genügend Leute mit zu machen dass sich die ganzen Apps lohnen.
Eigentlich sollte man als Markt ein Kampagne starten, nach dem Motte: „So günstig wie die Konkurrenz nur ohne App.„
Es lässt sich halt vermutlich einfach zu viel mit den Daten der Kunden verdienen. Sonst würden die Unternehmen das nicht machen.
Ich finde es immer lustig, wenn Leute solche Apps als „Schwachsinn“ bezeichnen, nur weil sie zu faul und zu träge sind, sich damit zu befassen… Diese Klageversuche sind doch nix anderes, als so eine Art Neid-Debatte… Wieso kriegt die Person vor mir den Rabatt, aber ich nicht? NUR und wirklich NUR darum geht es doch…
Behinderte und auch ältere Menschen nutzen nicht selten stolz ihr Smartphone, um Barrieren abzubauen. Wenn wirklich Jemand körperlich, oder bedingt durch sein sehr hohes Alter so eingeschränkt ist, dass er kein Smartphone nutzen kann, dann geht die Person ganz sicher auch nicht alleine einkaufen und schleppt Lebensmittel nach Hause.
Was am Ende also bleibt ist die persönliche freie Entscheidung, auf solche Apps zu verzichten. Das ist legitim, aber das Anspruchsdenken, dass einem die gleichen Rabatte zustehen sollen, wie anderen Leuten ist dann eben unangemessen.
Danke für den offenen Kommentar. Aber entschieden muss ich da widersprechen: Es geht hier nicht um Faulheit, Neid oder Anspruchsdenken, sondern um faire Preise im Discounter, die nicht hinter einer App versteckt werden sollten.
Der Vorwurf mit der „Faulheit“ übersieht, dass viele Menschen,gerade Ältere oder solche ohne digitalen Alltag, die App nicht wollen, weil sie Daten teilen, Push-Werbung ertragen oder sich in ein Tracking-System zwängen müssen. Das ist keine Trägheit, sondern ein legitimer Wunsch nach einfachem Einkaufen ohne digitale Knebel.
Auch der Punkt mit Behinderten und Älteren, die stolz ihr Smartphone nutzen, ändert nichts daran, dass Statistiken zeigen: Viele in diesen Gruppen haben seltener Zugang oder nutzen ihn nicht. Und nein, nicht jeder ohne App schleppt keine Tüten, das ist ein realer Alltags-Einkauf, kein Hindernisparcours.
Ja, freie Entscheidung ist legitim. Aber wenn Penny im Prospekt mit 52-Prozent-Rabatt wirbt und der nur digital greift, fühlt sich der Normalpreis wie eine Strafe an. Das ist kein Neid, sondern Kritik an mangelnder Transparenz. Genau das macht die Klage berechtigt, nicht trotz, sondern wegen solcher Modelle.
Also erst einmal sind die Preise im Discounter auch ohne App fair. Das möchte ich mal betonen. Mit der App können sie halt „besser“ sein. Du musst nicht so tun, also würdest Du ohne App jetzt quasi ausgenommen, wie eine Weihnachtsgans.
Ich weiß nicht, von welcher Art von Werbung Du sprichst. Ich hab etliche Apps installiert, Lidl Plus, Netto+, Kaufland Card, dm, Rossmann etc. KEINE App zwingt mich dazu, Push-Mitteilungen zu aktivieren, um irgendwelche Rabatte zu bekommen.
Am Ende bleibt also wieder die freie Entscheidung: Zahle ich mit meinen Daten im Bezug darauf, dass der Anbieter mein Kaufverhalten vielleicht auswertet, oder will ich das nicht. Gebe ich etwas, bekomme ich etwas, nämlich mit unter einen „noch besseren“ Preis. Gebe ich nichts, ist das meine Entscheidung. Wenn Jemand sich gegen ein digitales Leben und gegen die Smartphone Nutzung entscheidet, ist das seine freie Wahl. Man muss nicht jede Minderheit an die Hand nehmen. Wie zuvor erwähnt, wer körperlich so eingeschränkt ist, dass er kein Smartphone nutzen KANN, wird auch nicht alleine einkaufen gehen.
Du musst meinen Standpunkt nicht teilen, aber du musst ihn auch nicht so verkürzen, als hätte ich behauptet, man werde ohne App „ausgenommen wie eine Weihnachtsgans“. Genau das habe ich nicht gesagt. Mein Punkt ist ein anderer: Wenn mit großen Rabatten geworben wird, die am Ende nur digital gelten, dann darf man das für kundenunfreundlich halten. Das ist weder hysterisch noch weltfremd, sondern einfach eine legitime Bewertung.
Auch dein Hinweis auf Push-Mitteilungen trifft meinen Kern nicht. Es geht nicht darum, dass jede App jemanden zu Benachrichtigungen zwingt. Es geht darum, dass Kunden für ganz normale Alltagsrabatte erst einmal in ein App-System gelockt werden sollen. Daten, Konto, Bindung an den Anbieter, all das gehört eben dazu. Man kann das akzeptieren. Man muss es aber nicht gut finden.
Und beim Argument der „freien Entscheidung“ wird es mir ehrlich gesagt zu bequem. Natürlich kann jeder sagen: Dann nutze die App eben nicht. Aber genau so kann man zu fast jeder Hürde sagen: Dann mach halt nicht mit. Damit ist noch nichts darüber gesagt, ob die Hürde sinnvoll, fair oder verbraucherfreundlich ist.
Besonders schief finde ich deinen Satz, man müsse „nicht jede Minderheit an die Hand nehmen“. Darum geht es gar nicht. Es geht schlicht darum, ob ein Discounter seine günstigen Preise für alle sichtbar und einfach zugänglich macht oder ob er sie an digitale Bedingungen knüpft. Das kann man für harmlos halten. Ich halte es für einen schlechten Trend.
Und nur nebenbei: Nicht jeder Mensch, der kein Smartphone nutzt oder nutzen möchte, ist hilflos, rückständig oder auf Begleitung angewiesen. Diese Gleichsetzung ist ziemlich daneben. Man kann technikaffin sein und App-Rabatte trotzdem kritisieren. Genau das tue ich.
Wu wirfst hier eklatant Dinge durcheinander, nur um irgendwie für dich zu untermauern, dass Du die Apps simpel gesagt nicht OK findest.
Bleiben wir bei den Fakten. Du hast mit Push-Mitteilungen argumentiert, also werfe ich Dir das auch ganz klar vor. Niemand wird dazu gezwungen, sich mit Werbung bombardieren zu lassen, nur weil er einen App-Rabatt möchte.
Der nächste Punkt: Wenn ein Angebot klar und transparent so beworben wird, dass es nur für App-Nutzer gilt, dann ist das völlig legitim. Du wirst ja nicht hinters Licht geführt. Du weißt, das Angebot gilt dann eben nicht für dich und das eben nicht erst im Laden an der Kasse. Damit sind wir wieder bei DEINER Wahl, ob Du dich für, oder gegen die App-Nutzung entscheidest.
Weißt Du was das Hauptproblem ist, bei der ganzen Argumentation? Kein Discounter ist dazu verpflichtet, überhaupt besondere Rabatte einzuräumen. Es ist dabei völlig egal, ob es um Wochenangebote im Prospekt geht, oder um spezielle Angebote für App-Nutzer. Es gibt KEINEN Anspruch auf Rabatte, deshalb haben Penny und zuvor auch Netto vor Gericht gewonnen. Sie müssen gar nicht „Rabatte für Alle.“ einräumen.
Du kannst diesen Trend ja gerne kritisieren. Ich will Dir auch gar nicht widersprechen, dass das sehr nervig ist mit den Apps. Ich profitiere aber nun mal davon und das nicht zu knapp.
Am Ende muss man einfach ehrlich sein, es geht im Kern nicht um Leute, die durch die App „ausgegrenzt“ werden, weil die Gesundheit, oder andere persönliche Einschränkungen eine App-Nutzung nicht zulassen. Es geht um vorgeschobene Argumentationen und die haben vor Gericht schlicht nicht funktioniert. So ist das eben, wenn man die falschen Esel vor den Karren spannt.
Du wirfst mir hier Positionen vor, die ich so gar nicht vertrete. Ich habe nie behauptet, dass Nutzer für App-Rabatte zu Push-Mitteilungen gezwungen werden. Mein Punkt war und ist, dass solche Modelle an zusätzliche digitale Bedingungen geknüpft sind, die man als Kunde akzeptieren kann, aber nicht automatisch gut finden muss. Das ist ein Unterschied.
Auch beim Thema Transparenz reden wir ein Stück weit aneinander vorbei. Natürlich ist ein Hinweis „nur mit App“ formal transparent. Daraus folgt aber noch nicht, dass die Praxis deshalb automatisch verbraucherfreundlich oder unproblematisch ist. Etwas kann klar ausgewiesen und trotzdem kritikwürdig sein. Genau das ist mein Punkt die ganze Zeit.
Dass kein Discounter verpflichtet ist, Rabatte für alle einzuräumen, bestreite ich überhaupt nicht. Nur ist das auch nicht die spannende Frage. Die Frage ist doch, ob es ein guter Trend ist, gerade bei Alltagsprodukten immer mehr Preise an Apps und digitale Teilnahme zu knüpfen. Rechtlich zulässig und inhaltlich kritikwürdig schließen sich nun einmal nicht aus.
Und auch den letzten Punkt finde ich zu leichtfertig abgeräumt. Dass ein Gericht die vorgebrachte Argumentation nicht übernommen hat, heißt noch lange nicht, dass die dahinterliegende Kritik komplett vorgeschoben war. Es heißt nur, dass sie in diesem Fall rechtlich nicht durchgedrungen ist. Das ist ein Unterschied, den man sauber benennen sollte.
Im Kern bleibe ich deshalb bei meiner Haltung: Du kannst von dem Modell profitieren und es für dich gut finden. Ich kann es trotzdem für einen nervigen und falschen Trend halten. Beides ist legitim. Aber mir zu unterstellen, ich würde absichtlich Dinge vermischen, nur weil ich zu einer anderen Bewertung komme, ist eher Polemik als Argument.
Dümmste Begründung ever!
Für mich ist das ein Stück weit Aufregen um des Aufregens willen, und ich frage mich, ob das außerhalb Deutschlands auch so wäre.
Wir reden hier von einem Bonusprogramm, das manchen Kunden günstigere Preise verschafft. So etwas gab und gibt es auch vor Apps doch schon, oder nicht? Manche gehen Zeitungen durch und schneiden mit einer Schere Rabattmarken aus und freuen sich darüber – wer das nicht tut, bekommt keinen Rabatt (vielleicht in den USA üblicher).
Wenn jemand die Möglichkeit habe, Vielfliegermeilen zu sammeln, zahlt er irgendwann für Flüge weniger. Wenn er immer zum selben Friseur oder Dönerladen gehe, hat er vielleicht eine Stempelkarte und beim 10. Besuch bekommt er etwas gratis. Wenn jemand in einem Laden arbeite, bekommt er vielleicht 20 Prozent Mitarbeiterrabatt. Wenn jemand ein Abo mit Monatsgebühr bei einem Ladesäulenanbieter abschließt, bezahlt er an der Ladesäule weniger als jemand ohne das Abo.
Fühle ich mich deswegen ungerecht behandelt, weil ich die Rabatte nicht bekomme, weil ich kein Mitarbeiter bin oder das Monatsabo nicht abgeschlossen habe? Nein.
So gesehen sind die Rabatte per Kunden-App sehr viel fairer, denn es kann sie technisch gesehen erst mal fast jeder nutzen, so lange er ein Smartphone hat – er muss sich nicht erst im Laden anstellen lassen oder ein Abo kaufen. Ggf. zahlt er ein Stück weit mit seinen Daten, das ist richtig, aber so ist es eben.
Ich verstehe den Vergleich mit Stempelkarten oder Meilenprogrammen, ganz stimmig ist er hier für mich aber nicht. Bei Penny geht es nicht um Treue oder Sonderstatus, sondern um ganz normale Alltagsprodukte, deren Preis plötzlich an eine App geknüpft wird. Genau das nervt. Der App-Preis wirkt damit schnell wie der eigentliche Preis und der normale Preis wie eine kleine Strafe für alle, die bei dem Spiel nicht mitmachen wollen.
Formal kann man sagen: Niemand wird gezwungen. Praktisch entsteht trotzdem Druck, die App zu nutzen, wenn man nicht mehr zahlen will als andere. Das ist rechtlich vielleicht noch keine Diskriminierung, aber verbraucherfreundlich ist es eben auch nicht. Genau deshalb finde ich die Kritik daran berechtigt.
Das Gericht hat das juristisch anders bewertet, und das kann man akzeptieren. Gut oder fair macht es die Praxis trotzdem nicht.
Das ist bei Rossmann nicht anders. Hast du die app zahlst du auf alles 10 Prozent weniger. Hagebau 3 Prizent mit ihrer App.
Nur das du bei Rossmann die Gutscheine auch noch in Papierform bekommst. Zumindest bei mir ist das so.
Bekommst du nicht. Bei unseren Rossmann bekommst nur noch 10 Prozent mit App oder gar nichts
Ein pauschaler Rabatt auf alles ist aber schon noch ein bisschen was anderes, auch wenn diese Methode auch nicht schön ist
Das Problem ist, speziell auf dieser Seite, die Leute scheinen irgendwie „geil“ auf REWE zu sein und vor allem die REWE Bonus App zu nutzen, wenn sie sie denn nutzen…
Da liegt natürlich schon das Problem, bei REWE kaufen nicht die Leute ein, die auf ihr Geld achten wollen und die Bonus-Rabatte in der App… na ja… ist jetzt nicht das Gelbe vom Ei…
Man zahlt mit seinen Daten, aber dafür kriegt man bei anderen Läden nicht selten dann ab einem gewissen Punkt individuelle Coupons und Angebote. Das macht die Sache erst richtig interessant. Die Preis, die man nämlich in dem Moment bezahlen muss sind nämlich mitunter erheblich niedriger, als irgend ein guter Angebotspreis.
Fazit: Ich glaub hier wissen einige Leute gar nicht, wovon sie überhaupt reden.
Gleiches Thema mit den Ladesäulen und den ganzen Abos. Absolut grausam.
Aldi kommt noch ohne so einen Schwachsinn aus. Ich befürchte aber nicht mehr lange. Ich wollte kürzlich im Osterurlaub spontan zu einem Netto Marken Discount und musste dann im Laden noch einen Account in der App erstellen, sonst hätte ich locker 20 % mehr bezahlt. Das ist schon irre. 🤯
In Deutschland traut man sich Gerichte nicht zu kritisieren. Was falsch ist. Richter sind keine Götter in Robe und Rechtsauffassungen können durchaus bei gleichen Sachverhalten divergieren.
Und hier hat das Gericht klar eine Fehlentscheidung getroffen, die in der nächsten Instanz durchaus anders beurteilt werden kann. Alte Leute haben statistisch nun mal weniger Smartphones und man ist mittelbar als ältere Mensch diskriminiert.
Kritik an Gerichten ist völlig legitim. Aber nur weil man ein Urteil kritisiert, ist es noch keine klare Fehlentscheidung.
Der Punkt ist doch: Dass ältere Menschen statistisch seltener Smartphones nutzen, reicht nicht automatisch, um rechtlich von Diskriminierung zu sprechen. Penny unterscheidet nicht nach Alter, sondern danach, ob jemand die App nutzt. Das kann man mies, nervig und verbraucherunfreundlich finden. Ich finde es auch nervig. Juristisch ist das aber noch mal etwas anderes.
Genau deshalb kann das Urteil vertretbar sein, auch wenn das Modell für viele Kunden trotzdem unerquicklich bleibt.
Darf ich mal fragen wie du auf so eine Behauptung kommst? Aber Hauptsache mal wieder Zweifel am Rechtsstaat säen.