Dieser Elektroantrieb soll Mercedes in die Zukunft führen
Der Autobauer Mercedes-Benz hat in Berlin-Marienfelde die Großserienproduktion eines neuen Elektromotors gestartet.
Mercedes-Benz fertigt seinen neuen Axial-Fluss-Motor künftig im Werk Berlin-Marienfelde. Der Antrieb kommt laut Unternehmensangaben erstmals im neuen Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé zum Einsatz. Der traditionsreiche Standort soll damit zusätzlich als Kompetenzzentrum für Hochleistungs-Elektromotoren ausgebaut werden.
Für die Produktion stehen rund 30.000 Quadratmeter Fläche mit drei Hallen und sieben Fertigungslinien zur Verfügung. Nach Angaben des Unternehmens umfasst die Herstellung 98 Prozessschritte. Davon seien 65 neu für Mercedes-Benz und 35 weltweit erstmals umgesetzt worden. Zudem habe die Entwicklung zu mehr als 30 Patentanmeldungen geführt.
Neue Fertigungstechnologien für den Elektromotor
Die kompakte Bauweise des Axial-Fluss-Motors erfordert spezielle Produktionsverfahren. Laut Mercedes-Benz kommen unter anderem Lasertechnik, automatisierte Abläufe sowie KI-gestützte Qualitätskontrollen zum Einsatz. Besonders anspruchsvoll seien die Herstellung der Kupferspulen sowie die präzise Endmontage der Bauteile.
Wichtige Eckdaten:
- Produktion in Berlin-Marienfelde
- Drei Hallen und sieben Fertigungslinien
- Mehr als 30 Patentanmeldungen
- Einsatz im Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé
Mercedes-Benz verweist darauf, dass die Technologie auf Entwicklungen des britischen Tochterunternehmens YASA aufbaut. Durch die spezielle Bauweise sollen hohe Leistungsdichte und kompakte Abmessungen erreicht werden. Der Standort Berlin-Marienfelde ist zudem seit 2022 Sitz des Digital Factory Campus, an dem digitale Produktionsverfahren entwickelt und getestet werden.
Unterschied zwischen Axial-Fluss-Motor und Radial-Fluss-Motor
- Verlauf des Magnetfelds: Beim herkömmlichen Radial-Fluss-Motor verläuft der elektromagnetische Fluss von innen nach außen. Beim Axial-Fluss-Motor verläuft er parallel zur Drehachse.
- Aufbau: Radial-Fluss-Motoren besitzen einen zylindrischen Aufbau. Beim Axial-Fluss-Motor sind die Bauteile scheibenförmig angeordnet. Der Stator liegt zwischen zwei Rotoren und wird von ihnen wie ein Sandwich eingeschlossen.
- Baugröße: Ein Axial-Fluss-Motor ist bei vergleichbarer Leistung deutlich kürzer und kompakter. Dadurch benötigt er weniger Bauraum im Fahrzeug.
- Leistungsdichte: Axial-Fluss-Motoren erreichen eine sehr hohe Leistungs- und Drehmomentdichte. Sie können mehr Leistung auf kleinerem Raum bereitstellen.
- Gewicht: Durch die kompakte Bauweise kann das Gewicht geringer ausfallen, was insbesondere bei Sportwagen und leistungsstarken Elektroautos Vorteile bietet.
- Fertigung: Radial-Fluss-Motoren sind seit Jahrzehnten etabliert und vergleichsweise einfach herzustellen. Axial-Fluss-Motoren gelten als deutlich komplexer und stellen höhere Anforderungen an Präzision und Produktionstechnik.
- Einsatzgebiete: Radial-Fluss-Motoren sind heute der Standard in den meisten Elektroautos. Axial-Fluss-Motoren werden vor allem dort eingesetzt, wo hohe Leistung und kompakte Abmessungen besonders wichtig sind.
Vereinfacht gesagt: Axial-Fluss-Motor könnte die Zukunft sein
Der klassische Radial-Fluss-Motor ähnelt einer länglichen Walze. Ein Axial-Fluss-Motor erinnert eher an mehrere übereinanderliegende Scheiben. Dadurch lässt sich bei gleichem Platzbedarf mehr Leistung unterbringen, allerdings ist die Herstellung wesentlich aufwendiger.
Ich sehe darin für Mercedes-Benz einen wichtigen Technologieschritt, weil das Unternehmen die bislang nur begrenzt genutzte Axial-Fluss-Technologie nun in die Großserienfertigung überführt.
Gleichzeitig könnte die Entwicklung auch für die Elektromobilität insgesamt von Bedeutung sein, da kompaktere und leistungsstärkere Antriebe neue Möglichkeiten beim Fahrzeugdesign und bei der Effizienz eröffnen.
Ob sich diese Bauweise langfristig neben den etablierten Radial-Fluss-Motoren durchsetzt, wird sich allerdings erst in den kommenden Jahren zeigen.
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Interessant wäre noch, wie es bei der Effizienz aussieht.
Radialfluss-Motoren sind heute extrem ausgereift und liefern sehr stabile hohe Wirkungsgrade über ein breites Last- und Drehzahlband. Deshalb dominieren sie im Serien-EV-Markt.
Axialfluss-Motoren können in der Spitze genauso effizient oder sogar effizienter sein, aber ihr Vorteil liegt weniger im absoluten Maximalwirkungsgrad, sondern in der Leistungsdichte. Die Effizienz wird im Fahrzeugkontext oft dadurch „eingekauft“, dass man kleiner, leichter und kompakter bauen kann.
Beim ersten Überlesen:
Flux Kompensator – Zurück in die Zukunft 🤣
Mercedes, Mercedes … 😅
Völliges Over-Engineering für minimale Vorteile. So wird es gemacht…
Das kann man so sehen. Andererseits galten auch Turbolader, Direkteinspritzung oder moderne Automatikgetriebe anfangs als unnötig kompliziert. Ob sich die Axial-Fluss-Technik durchsetzt, wird sich zeigen. Dass ein Hersteller wie Mercedes-Benz sie nun in die Großserie bringt, spricht aber dafür, dass man sich davon mehr als nur minimale Vorteile verspricht.
Könnte man über aktuelle Verbrenner auch sagen.
Ich fahr hin und wieder einen Oldtimer.
Fährt auch und die Kilometer sind vor ein paar Monaten wieder auf null gesprungen.
Also diese neumodischen Motoren die keine 100 000 km halten … pfff braucht kein Mensch. Mein Motor sagt wir könnten auch noch Motoren wie vor 45 Jahren bauen.