Amazon: Von sicheren Arbeitsplätzen und einer Streik-Aktion

Über Amazon wird derzeit viel geschrieben. Das Unternehmen kann auf der einen Seite einen Rekord nach dem anderen knacken, auch in Deutschland. Auf der anderen Seite aber steht es in der Kritik und wird bestreikt.

Das führt dann zu Situationen, in denen Amazon per Pressemeldung stolz verkündet, dass man hierzulande über 1000 Arbeitsplätze in der Logistik geschafft hat und die Gewerkschaft Verdi gleichzeitig zu einer ungewöhnlichen Streik-Aktion aufruft.

Amazon gibt an, in den neun deutschen Logistikzentren mehr als 10.000 Menschen sichere Arbeitsplätze zu bieten. Mit Einstiegslöhnen ab mindestens zehn Euro brutto pro Stunde. Zusammen mit Aktien, Boni und jährlichen Sonderzahlungen wie dem Weihnachtsgeld erhält ein Mitarbeiter laut Amazon nach zwei Jahren einen durchschnittlichen Monatslohn von 2.311 Euro. Was ich so aus der Branche höre, ist das nicht das Schlechteste, nachprüfen lässt sich das für mich aber auch schwer.

Verdi hält dagegen: Der Erfolg von Amazon basiert auf der Ausbeutung der Angestellten und ihren schlechten Arbeitsbedingungen. Der Krankenstand würde bei Amazon permanent bei etwa 20 Prozent liegen. Belastbare Quellen liefert man hierzu keine. Ich gehe davon aus, dass die Gewerkschaftsmitglieder sich dahingehend geäußert haben. Man ruft nun Amazon-Kunden dazu auf, das Unternehmen „unnötig“ zu belasten und so seinen Unmut und seine Solidarität mit den Mitarbeitern zu äußern.

Der Aufruf des Streik Soli-Bündnis Leipzig schaut wie folgt aus:

  1. Kaufe etwas für mindestens 40 €, aber beschädige die Verpackung nicht!
  2. Lege eine Solidaritätsbotschaft an die Streikenden in das Paket.
  3. Drucke das Retour-Formular aus und klebe es auf das Paket.
  4. Schicke das Paket innerhalb von 14 Tagen zurück und sende ein Foto von deiner Grußbotschaft an uns.

Man verfolgt mit diesem Aufruf folgenden Zweck:

Die unprofitable Mehrarbeit verstärkt den ökonomischen Druck auf den Konzern. Aber vor allem geht es darum, den Streikenden in diesem zähen Kampf den Rücken zu stärken

konsumstreik

Ob das wirklich eine signifikante Anzahl an Menschen macht und Amazon so wirklich zu irgendetwas bewegen kann? Ich habe da ehrlich gesagt meine Zweifel dran. Am 14. Dezember 2015 wurden auf Amazon.de mehr als 5,4 Millionen Produkte verkauft, so viele wie nie zuvor in der Geschichte des Unternehmens. Klingt nicht danach, als ob die deutschen Kunden besonders kritisch gegenüber Amazon wären, oder?

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