Apple iOS Karten: Künstliche Fehler in den Medien?

Apple musste bereits viel Kritik für die neuen iOS Karten einstecken und äußerte sich bereits zu den Fehlern, welche in der App noch vorhanden sind. Seit heute wissen wir auch, dass Google erstmal keine offizielle Maps-App für iOS in der Timeline hat, die Nutzer müssen also wohl oder übel mit den Apple Karten erstmal klar kommen, oder auf kostenpflichtige bzw freie (z.B. OSM) Alternativen setzen. Klingt unschön. Wie bereits gestern erwähnt teste ich aktuell das iPhone 5 und in diesem Zusammenhang auch die Navigation.

Zumindest in Thüringen konnte ich am Wochenende keine Fehler bei der Navigation feststellen. Ich habe die gleichen Routen über Google Maps Navigation, ein Windows Phone mit Nokia Navigation und über die iOS Karten Navigation geplant und es gab keinerlei Unterschiede. Alle drei führten mich direkt zum Ziel. Das heißt noch nichts, schon gar nicht für die Qualität des Kartenmaterials, der Satellitenbilder oder zum Thema Fehler in den Karten, denn Thüringen ist eben nur ein kleiner Ausschnitt.

Nachdem der Hype und der Spott um das Thema, wenn auch nur leicht, abgeklungen ist, haben sich einige Nutzer die Mühe gemacht, und mal genauer hingeschaut. Dabei ist nicht nur rausgekommen, dass iOS Karten teilweise die gleichen Satellitenbilder wie Google Maps nutzt, sondern auch, dass viele der durch die Medien dargestellten Fehler keine sind, sondern durch verschiedene Zoomstufen entstanden sind. Während nämlich z.B. Google Maps bei geringer Zoomstufe bereits diverse Details einblendet, muss man bei den iOS Karten näher ranzoomen.

Besonders bei Focus Online und bei Spiegel Online ist man diesem Umstand aufgesessen und prangerte dort an, dass bei iOS Karten der Kölner Dom fehlt, Straßen am Flughafen Kopenhagen falsch dargestellt seien, Göttingens historisches Stadtzentrum kaum Details aufweise, Bromsgrove England nur verpixelt dargestellt sei oder beim Flughafen Teneriffa die Zufahrtsstraße fehle. Dies alles stimmt nicht, wurde aber oftmals als Paradebeispiel von anderen Medien ungeprüft übernommen.

Fast alle gefunden Fehler in iOS Karten wurden bei Beschreibungen, Ortsangaben von Sonderzielen und bei der Darstellung in der 3D-Ansicht ausgemacht. Bei der Navigation aber konnten so gut wie keine relevanten Fehler festgestellt werden. Es liegt also nahe, dass wie von TomTom bereits bestätigt, die Fehler bei den Anpassungen der Oberfläche durch Apple und nicht im Routenmaterial an sich liegen. Wer Fehler findet, kann diese natürlich dennoch direkt über die App an Apple melden.

Die Qualitätskontrolle hatte bei iOS Karten deutliche Lücken, was nicht zu dem Image passt, welches sich Apple gerne in der Öffentlichkeit gibt. Dass Apple nicht zaubern kann ist wohl keine Überraschung, das sieht man an Fehlern bei neuen Geräten, bei Bugs im System oder eben jetzt bei Lücken in der Karten-App. Dennoch lohnt es sich abseits von vom alltäglichen Fanboy-Clash genauer hinzuschauen, denn nur so kann man Dinge sachlich beurteilen.

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