„Bargeld muss bleiben!“ – Verbände fordern gesetzlichen Schutz für Bargeld

Geld Bargeld Streik

Zahlreiche Verbände warnen davor, dass Bargeld in Deutschland zunehmend verdrängt wird und fordern gesetzliche Schutzmaßnahmen.

Mehrere Verbraucherschutz-, Sozial-, Wohlfahrts- und Wirtschaftsverbände haben sich in einem gemeinsamen Appell an die Bundesregierung gewandt. „Bargeld muss bleiben!“, heißt es.

Nach ihren Angaben wird es für Verbraucher immer schwieriger, im Alltag bar zu bezahlen oder überhaupt an Bargeld zu gelangen. An Selbstbedienungskassen sei häufig nur Kartenzahlung möglich, einzelne Geschäfte lehnten Bargeld vollständig ab. Auch der Erwerb von Leistungen wie Bahnfahrkarten oder Schwimmbadtickets sei teilweise nur noch eingeschränkt bar möglich.

Gleichzeitig werde der Zugang zu Bargeld laut den Verbänden zunehmend aufwendiger. Das Abheben und Einzahlen von Bargeld erfordere längere Wege oder verursache zusätzliche Kosten.

Besonders betroffen seien Menschen ohne Zugang zu digitalen Zahlungsmitteln, etwa wegen fehlender Konten oder negativer Bonität. Obwohl ein Anspruch auf ein Basiskonto bestehe, werde dieser nach Darstellung der Verbände in der Praxis nicht immer umgesetzt.

Mitzeichner des Appells:

Mitzeichner

Rückgang der Bargeldinfrastruktur und gesellschaftliche Folgen

Als zentrale Ursache nennen die Organisationen den Abbau von Bankfilialen und Geldautomaten. Die Zahl der Bankfilialen habe sich in den vergangenen Jahrzehnten mehr als halbiert, auch Geldautomaten würden kontinuierlich reduziert. Alternative Angebote über den Einzelhandel seien nicht flächendeckend verfügbar. In ländlichen Regionen verschärfe sich die Situation zusätzlich.

Problematisch sei zudem, dass Sozialleistungen teilweise nicht mehr per Scheck bar ausgezahlt werden können, was laut den Verbänden vor allem armutsbetroffene Menschen ohne Konto treffe.

Genannte Funktionen von Bargeld laut Appell:

Die Verbände fordern daher ein Gesetz zum Schutz des Bargelds. Dieses soll sicherstellen, dass Bargeld grundsätzlich akzeptiert wird und Verbraucher einen kostenfreien und barrierefreien Zugang zu Bargeld haben.

Aus meiner Sicht zeigt der Appell nachvollziehbar auf, dass der Rückgang von Bargeldangeboten nicht nur technische, sondern auch soziale Auswirkungen haben kann, die in politischen Entscheidungen stärker berücksichtigt werden sollten.

Grundsätzlich plädiere ich nach wie vor dafür, dass Akzeptanzstellen möglichst viele verschiedene Zahlungsmöglichkeiten anbieten, neben Kartenzahlung natürlich auch Bargeld. Denn nur diese Wahlfreiheit definiert für mich eine echte Freiheit beim Bezahlen.

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