Der Stand der Software bei Volkswagen (am Beispiel von Porsche)

Mit der „Premium Platform Electric“ entschied sich der Volkswagen-Konzern dazu, dass man doch auf Android Automotive setzt, allerdings ohne Google-Dienste. Es gibt zwar Apps von Google, wie YouTube, aber man geht die Sache anders an.

Die VW-Marken, aktuell übrigens nur Audi und Porsche, nutzen nicht den Google Play Store für ihre Apps, sondern einen hauseigenen Store der Cariad (Organisation für die Software im Konzern). Doch wie sieht das Angebot an Apps darin aus?

Ich habe mir das im Porsche Macan mit der aktuellen Software für 2026 mal etwas genauer angeschaut. An dieser Stelle sei jedoch angemerkt, dass die VW-Marken gewisse Freiheiten haben und auch exklusive App-Deals abschließen können.

Das Angebot an Apps könnte sich also hier und da minimal unterscheiden.

Solide Auswahl an Android-Apps

Wie sieht es beim Musikstreaming aus? Sehr gut. Spotify, Amazon Music, Deezer und Tidal sind mit im Store dabei, Apple Music ist nativ integriert bei Porsche, da sind also alle wichtigen Anbieter abgedeckt. Und wer gerne Podcasts hört, der findet Pocket Casts im Store und mit Vivaldi gibt es auch einen Android-Browser.

Dazu kommen diverse Radio-Anbieter, auch TuneIn, zwei bekannte Wetter-Apps mit WetterOnline und AccuWeather und lokale Anbieter wie Spiegel, Sportschau und Zattoo. Ein paar Spiele wie Cut The Rope, Farm Factory, Formula Rush und Rally Champ sind auch dabei, doch die Qualität an Spielen ist „überschaubar“.

Und was ist mit Google selbst? Hier findet man nur YouTube bei Porsche, aber kein YouTube Music, kein Google Maps, kein Google Gemini und eben allgemein keine Google-Dienste. Die VW-Marken nutzen wie gesagt AAOS ohne Google und damit fehlt auch der Google Play Store, der ein eigenes Angebot an Apps mitbringt.

Bei Google findet man noch mehr Auswahl an Android-Apps, wie Plugshare, iHeart, F1 TV oder Plex. Das Angebot an Apps wächst immer wieder und auch hier muss man anmerken, dass es sich minimal von Marke zu Marke unterscheiden kann.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Auswahl an Apps bei Porsche und Audi durchaus solide ist, die Entwickler aber natürlich das Original (den Google Play Store) noch besser unterstützen. Und wenn sich etwas sehr schnell entwickelt, wie Gemini bei den KI-Chatbots, dann ist die Lösung von Google oft der bessere Weg.

Volumenmarken ziehen bald nach

Der Volkswagen-Konzern muss die Entwickler also überzeugen, dass sie ihre Apps auch im hauseigenen Store anbieten. Das ist kein großer Aufwand, oft gibt es die App sowieso, aber aktuell ist die Basis an Autos eben noch sehr überschaubar.

Es ist unklar, ob diese Entscheidung langfristig negative Konsequenzen haben wird, bei den Smartphones haben wir am Beispiel von Huawei gesehen, dass es ohne die Google-Dienste nicht bei uns geht, bei Autos ist die Lage etwas anders. Hier gibt es weniger „relevante“ Dienste und das macht es für die deutschen Marken leichter.

BMW und Mercedes setzen auch auf Android Automotive ohne Google. Dort nutzt man aber in beiden Fällen einen Store von einem Drittanbieter (Faurecia Aptoide).

Doch der VW-Konzern hat noch ein Ass im Ärmel, denn nach Porsche und Audi wird man Android Automotive auch bei den Volumenmarken einführen, es geht in diesem Jahr mit MEB+ los. Der neue VW ID Polo, der komplett erneuerte VW ID.3 oder der mögliche VW ID Tiguan werden also auch dieses App-Angebot bieten.

Mit diesem Schritt wird der Store dann auch deutlich attraktiver für Entwickler, die nicht nur ein paar Porsche-Kunden mit einem teuren Macan erreichen, die Lage der Apps kann und wird in einem Jahr also vermutlich schon wieder anders aussehen.

tl;dr Die Volkswagen AG setzt jetzt ebenfalls auf Android Automotive im Auto, aber nicht mit „Google built-in“, es fehlen also gewisse Apps und der Google Play Store. Das gleicht man mit einem eigenen Store aus, um den sich die Cariad kümmert. Im Moment gibt es die Android-Apps bei Porsche und Audi, weitere Marken folgen.

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