Das Deutschlandticket erhält künftig eine automatische Preisberechnung statt politischer Festlegung.
Bund und Länder wollen den Preis der Nahverkehrsflatrate künftig nicht mehr direkt festlegen. Stattdessen soll ab dem kommenden Jahr ein Index greifen, der Kostenentwicklungen berücksichtigt. Der Ticketpreis lag zunächst bei 9 Euro, später bei 49 Euro und wurde inzwischen auf 63 Euro erhöht.
Die Verkehrsminister beschlossen die Umstellung auf ihrer Konferenz in Lindau. Der Preis für 2027 soll laut Angaben bis Ende September feststehen. Einzelne Minister erklärten, dass starke Preissprünge vermieden werden sollen und das Angebot weiterhin attraktiv bleiben solle.
Neue Preisformel und Kritik am Deutschlandticket
Die Berechnung basiert laut Beschluss auf einem Kostenindex, der unter anderem Personal und Energie einbezieht. Ein zusätzlicher Faktor soll steigende Nutzerzahlen dämpfend berücksichtigen. Theoretisch sind auch Jahre ohne Preisanpassung möglich.
Kritik kommt vom Verkehrsclub Deutschland, der steigende Preise im öffentlichen Verkehr bemängelt. Laut Verband träfen höhere Kosten besonders Menschen ohne Auto. Hintergrund sind auch steigende Energiepreise, die zusätzliche Belastungen erwarten lassen.
Das Deutschlandticket existiert seit Mai 2023 und zählt über 14 Millionen Nutzer. Bund und Länder gleichen Einnahmeverluste der Verkehrsunternehmen mit jeweils 1,5 Milliarden Euro jährlich aus. Diese Zuschüsse sollen bis 2030 unverändert bleiben, wodurch Mehrkosten künftig stärker auf Fahrgäste übergehen könnten.
Ich halte die automatische Preisformel für nachvollziehbar, sehe aber das Risiko, dass steigende Kosten schneller bei den Nutzern ankommen. Es könnte die Attraktivität des Tickets deutlich schmälern.
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