Fitbit Blaze Testbericht

In den letzten Tagen hat mich mit dem Fitbit Blaze ein neuer Fitness-Tracker am Arm begleitet und es wird Zeit, dass ich euch ein Fazit zu diesem liefere.

Das Unternehmen Fitbit hat sich in den letzten Monaten zum Marktführer bei den Fitness-Trackern entwickelt und sich auch ein durchaus großes Portfolio an Trackern angelegt. Einer davon ist das Fitbit Blaze, eine Fitness-Uhr, die zu Beginn des Jahres vorgestellt wurde und sich anscheinend auch gar nicht so schlecht verkauft.

Bei Fitbit hat man daher nachgelegt und ein schwarzes Modell ins Rennen geschickt. Dieses habe ich mir in den letzten Tagen angeschaut. Das Fitbit Blaze hat mich im Alltag und Sport begleitet. Und ja, ich habe für ein paar Tage zwei Uhren an meinem Handgelenkt getragen, links die Apple Watch, rechts das Fitbit Blaze.

Fitbit Blaze Test8

Die Eckpunkte

Das Fitbit Blaze ist wie eine Uhr aufgebaut, im Grunde ist es aber ein viereckiger Kasten, den man in ein Gehäuse steckt. Dieses ist aus Edelstahl, in meinem Fall aus mattschwarzem Edelstahl (es gibt auch eine silberne Version), der Kasten in der Mitte ist aber aus Plastik. Das Standardband ist ein typisches Gummiband.

Das Blaze ist in 1-2 Stunden aufgeladen und hält dann 5 Tage durch. So behauptet man es zumindest auf der Produktseite. Ich habe ein hohe Helligkeit gewählt, da das LC-Display erst dann gut lesbar war, und kam auf ordentliche 4 Tage. Das Display ist übrigens ein Touchscreen, darüber wird das Blaze unter anderem bedient.

Fitbit Blaze Test1

Warum unter anderem? Es gibt auch insgesamt drei Tasten, eine links, zwei rechts. Zu den Sensoren gehören ein 3-Achsen-Beschleunigungsmesser, ein optischer Herzfrequenzmesser, ein Höhenmesser, ein Umgebungslichtsensor und ein Vibrationsmotor. Der Speicher kann die Bewegungsdaten mehrere Tage speichern und das Blaze ist wasserabweisend, aber nicht wasserdicht. Also nicht damit ins Schwimmbecken springen. Weitere Details gibt es auf der Webseite von Fitbit.

Verarbeitung und Tragekomfort

Das Fibit Blaze trägt sich durchaus angenehm. Anfangs empfand ich das Gummi etwas unangenehmer, als bei meiner Apple Watch, das hat sich dann aber doch gelegt. Die Verarbeitung geht in Ordnung, die Tasten wackeln zwar etwas, aber der Gesamteindruck ist super. Das Blaze ist aber auch etwas größer, als andere und vergleichbare Tracker, das sollte man bedenken. Ich würde es vorher anprobieren.

Fitbit Blaze Test4

Optik

Die Optik gefällt mir, zumindest von der schwarzen Version, durchaus gut. Genau genommen ist es ein schwarzer Rahmen. Wer am Abend gerne das Lederarmband anlegen möchte, kann auch den silbernen Rahmen wählen. Man kann die Bänder am Rahmen übrigens auch entfernen und ein anderes Band anlegen. Ich habe mal geschaut und es gibt mittlerweile sogar ein paar Drittanbieter-Armbänder.

Mir gefällt das Blaze äußerst gut. Es ist kantig und ich mag mattes Schwarz. Schade, dass der Tracker selbst, also das Gerät im Rahmen, aus Plastik ist. Das ist aber wohl günstiger und auch leichter. Das Gewicht des Blaze ist jedenfalls angenehm.

Ein Punkt hat mich aber etwas gestört: An der Stelle wo das Band beginnt, ist eine etwas große Lücke. Also zwischen Tracker, Armband und Handgelenk. Das Armband hätte ruhig etwas weiter unten am Rahmen angebracht werden können.

Fitbit Blaze Test5

Mehr als nur ein Fitness-Tracker

Das Display des Blaze ist 1,25 Zoll groß, löst mit 240 x 180 Pixel auf und ist durch Gorilla Glas 3 geschützt. Es lässt sich, auch bei Sonnenlicht, ganz gut ablesen. Ich habe mich jedoch für die hellste Stufe entschieden. Das kostet etwas Akku, doch die Akkulaufzeit ist ja keine Schwäche des Fitbit Blaze.

Das Blaze wird als Fitness-Uhr vermarktet und es ist auch mehr als nur ein simpler Fitness-Tracker. Es gibt zum Beispiel Zifferblätter und es werden Nachrichten und eingehende Anrufe angezeigt. Eine Smartwatch ist das Blaze nicht, davon ist es dann doch weit entfernt, es ist aber ein durchaus smarter Fitness-Tracker.

Fitbit Blaze Test3

Zum Glück hat Fitbit dem Gerät daher auch ein größeres Display spendiert, als den normalen Trackern. Dieses ist farbig und kann über Touch bedient werden. Die Touch-Eingabe ist ok, könnte besser sein, doch der Rand rund um das Display ist für meinen Geschmack dann doch etwas zu groß geraten.

Hinzu kommt, dass man diesen dank LCD-Technologie erkennt. Bei der Apple Watch ist zum Beispiel ein OLED-Display verbaut, hier erkennt man kaum, wo der Rand beginnt. Das Display des Blaze ist wesentlich besser, als das von vielen anderen Trackern, aber eben nicht so gut, wie das von den meisten Smartwatches.

Keine Smartwatch

Das Betriebssystem ist simpel und einfach aufgebaut. Eigentlich braucht man keine große Eingewöhnungszeit und kann direkt loslegen. Neben dem Watchface gibt es noch eine Heute-Übersicht, einen Alarm, eine Stoppuhr, FitStar und einen Modus, in dem man ein gezieltes Training, zum Beispiel Laufen, wählen kann.

Nicht vergleichbar mit watchOS oder Android Wear, aber es ist ja auch keine Smartwatch, sondern eine Fitness-Uhr und in dieser Kategorie geht dieses OS für mich durchaus klar. Weniger ist da meistens mehr. Wobei ich mir noch ein paar zusätzliche Zifferblätter (es gibt nur 4) gewünscht hätte.

Das Blaze wird als „intelligent“ vermarktet, am Ende des Tages kann man aber nur Nachrichten sehen und Anrufe annehmen/ablehnen. Kein Facebook, kein Twitter, kein Instagram und noch nicht mal Mails. Das geht, das haben andere Hersteller gezeigt und das wäre für mich ein Muss für den Funktionsumfang des Blaze.

Fitbit Blaze Test2

Dafür bekommt man eine der besten Apps bei Fitness-Trackern, ich finde hier hat sich einiges getan. Vor allem die neue Benutzeroberfläche gefällt mir gut. Leider bewegt man sich aber auch nur im Fitbit-Universum. Wer seine Daten auch mal zu Apple Health rüberschubsen möchte, der ist hier an der falschen Stelle.

Anmerkung: Es gibt Apps, die die Fitbit-Daten zu Apple Health übertragen, doch für mich zählt hier die offizielle Lösung und eine solche gibt es leider nicht. Außerdem kosten viele Lösungen Geld. Ich würde mir wünschen, dass sich Fitbit hier in Zukunft nicht weiter engstirnig zeigt und die Daten an Health und Google Fit weitergibt.

Nicht günstig

Etwas kritisch wird es beim Preis. 240 Euro will Fitbit haben. Zumindest für das schwarze Modell, das silberne ist 10 Euro günstiger. Diesen Preis muss man nicht zahlen, auf Amazon bekommt man es auch günstiger. Aber, wenn man nicht gerade die Farbe Pflaume in der Größe S haben will, werden auch hier immer über 200 Euro fällig. In den meisten Fällen zahlt man knapp 210-220 Euro für das Blaze.

Das ist wesentlich mehr, als für einen normalen Fitness-Tracker, aber auch etwas weniger, als für eine Smartwatch. Auch hier gibt es natürlich Ausnahmen. Doch im Schnitt liegt das Blaze irgendwo zwischen diesen beiden Kategorien.

Fitbit Blaze Test6

Ein persönliches Fazit

Für meinen persönlichen Geschmack liegt der Preis allerdings zu nah an der Kategorie der Smartwatches. Diese sind heutzutage alle mit Fitness-Funktionen ausgestattet und bieten ein umfangreicheres OS mit Apps. Als Android-Nutzer gibt es da zum Beispiel die Moto 360 Sport für nur 20 Euro mehr. Und für eine Apple Watch Sport zahlt man mit dem entsprechenden Angebot auch keine 300 Euro.

Die große Frage, die ich mir also gestellt habe: Warum sollte ich mir ein Fitbit Blaze kaufen, wenn ich eine Smartwatch mit den gleichen sportlichen Funktionen für ein paar Euro mehr bekomme? Gut, da wäre der Punkt Akkulaufzeit. Das Blaze hält länger als eine Smartwatch durch. Oder die Fitbit-Community. Das war es dann aber irgendwie auch schon. Weitere Vorteile sehe ich leider nicht.

Dafür sehe ich zahlreiche Vorteile bei einer Smartwatch. Eine Apple Watch zeigt mir zum Beispiel nicht nur Nachrichten an, ich kann sie auch direkt beantworten. Oder einen Anruf direkt auf der Uhr annehmen. Oder Apps installieren. Das sind Dinge, die ein Blaze nicht kann und die es auch nicht können wird.

Fitbit Blaze Header

Der Punkt ist also der folgende: Für den vollen Preis von 240 Euro ist das Blaze für mich persönlich keine sinnvolle Investition. Optik und Akkulaufzeit mal hin oder her, da bevorzuge ich lieber einen größeren Funktionsumfang. Vor allem da es viele Smartwatches auf dem Markt gibt, die mit den Fitness-Funktionen des Blaze locker mithalten können und preislich gesehen auf einem Level sind.

Meine persönliche Meinung: Das Fitbit Blaze ist ein Produkt, welches ich ab einem Preis von 150 Euro empfehlen würde. Maximal 170 Euro. Da muss einem aber auch schon die Fitbit-Community wichtig sein. Mehr würde ich nicht ausgeben. Das liegt aber wie gesagt daran, dass ich von einem smarten Gadget an meinem Handgelenk mehr erwarte. Fitness ist mir wichtig, aber nicht das einzige Kriterium.

tl;dr Das Fitbit Blaze ist eine tolle Fitness-Uhr, die eine akzeptable Laufzeit, jedoch einen etwas zu großen Rand um das Display besitzt und preislich gesehen auf dem Level einer Smartwatch ist, mit der sie meiner Meinung nach nicht mithalten kann. Es ist am Ende nur ein normaler Fitbit-Tracker mit einem größeren Display, der ein paar Benachrichtigungen anzeigen kann und großen Wert auf Stil legt.

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