Ford hat in den letzten Monaten viele Modelle in Europa eingestellt, der Focus war das letzte Beispiel der Marke, dieser lief in diesem Jahr das letzte Mal vom Band.
Doch es zählt nicht nur das, was man gerade macht, es zählt auch das, was man für die Zukunft geplant hat. Und da sieht es nicht besser aus. In Köln beginnt der Stellenabbau und die zwei neuen und preiswerten Elektroautos baut Ford nicht selbst, man hat sich dazu entschieden, dass sie bei Renault vom Band rollen sollen.
Beim Explorer und Capri hat man zwar auch die Technik eingekauft (bei VW), aber immerhin entschied sich Ford dazu, dass man ein eigenes Werk (in Köln) nutzt.
Moment, dabei hat Ford doch eine neue und eigene Plattform für Elektroautos in Entwicklung, mit der man intensiv wirbt? Richtig, aber laut Jim Baumbick würde es „signifikante“ Anpassungen benötigen, damit man sie in Europa nutzen könnte.
Ford investiert kaum in Europa
Übersetzt bedeutet das, dass Ford kein Risiko eingehen möchte. Würde man die Werke in Köln oder Saarlouis umbauen und neue Modelle mit dieser Plattform für diese Standorte entwickeln, dann wären das hohe Kosten. Diese will Ford aber nicht in Europa tätigen, stattdessen nutzt man die Technik von Volkswagen und Renault.
Jeder hat aus der „ersten Runde der Elektroautos gelernt“, so der Europa-Chef in einem Call, an dem Automotive News Europe dabei war, bei Ford war das Learning, dass man noch mehr auf Partner und deren Plattformen in Europa setzen möchte.
Bei Ford schließt man nicht aus, dass die eigene Plattform irgendwann für Europa angepasst wird, aber das wird dauern, denn zunächst steht der Test in den USA an.
Es würde mich nicht wundern, wenn sich Ford auf eine mögliche Exit-Strategie aus dem europäischen Markt vorbereitet. Eingestellte Bestseller, eingestellte Werke, massiver Abbau von Arbeitsplätzen, fremde Plattformen, man könnte sich zur Not schneller aus Europa verabschieden. Eine große Zukunft sieht jedenfalls anders aus.
Jetzt mobiFlip kostenlos auf WhatsApp folgen und informiert bleiben!
