Google Mobile Services: App-Paket kostet Hersteller wohl bis zu 40 Dollar/Gerät

Google plant eine App-Gebühr für Android-Hersteller, doch eigentlich will man diese gar nicht erheben. Man will, dass alles wie bisher weiter läuft.

Doch der EU passt das nicht und daher gab es auch eine Rekordstrafe für Google. Die haben diese Woche reagiert und angekündigt, dass es dann wohl eine Gebühr für die Android-Hersteller geben wird, wenn sie den Play Store und andere Dinge wie Maps nutzen wollen. Android selbst bleibt natürlich kostenlos, aber mit Android selbst verdient Google eben auch kein Geld.

Das Ziel von Google ist nur eins: Viele Nutzer für Android zu begeistern und danach so viele Nutzer wie möglich zu den Diensten zu locken. In erster Linie bitte zu Chrome und der Suche, damit man die Nutzer kennenlernt.

Doch da genau das der EU ein Dorn im Auge ist und sie nicht will, dass Google den Herstellern den Chrome-Browser aufdrängt, müssen sie Android auch ohne diesen anbieten. Google hat sich da nun eine gerissene Lösung ausgedacht.

Google: Play Store und Co kosten bis zu 40 Dollar

Wie man bei The Verge exklusiv erfahren hat, wird die Gebühr für die „Google Mobile Services“ ab Februar 2019 kommen und bis zu 40 Dollar pro Gerät betragen. Ein ordentlicher Preis – vor allem mit Hinblick auf die vielen neuen Budget-Flaggschiffe. Da machen 40 Dollar mal eben einen Unterschied.

Google bietet die „Google Mobile Services“ übrigens ohne Chrome und die Suche an, die gibt es als Extra und freiwillig. Doch nun kommt der Clou, Google hatte nämlich eine Idee: Hersteller, die Chrome und die Google Suche auf den Geräten installieren, müssen keine, oder eine sehr geringe Gebühr zahlen.

Google will also gar nicht, dass sich etwas ändert. Man versucht nun aber mit dem besten Druckmittel die Hersteller weiterhin dazu zu „zwingen“. Entweder ihr installiert die Suche, oder es gibt keinen Play Store und kein Maps. Dinge, die nicht jeder Hersteller selbst besitzt und die jeder Android-Nutzer will.

Google: Preise nach Pixeldichte gestaffelt

Mit diesem Schritt wäre das Vorgehen aber nun eben freiwillig. Immerhin hätte man als Hersteller die Wahl, ob man zahlt, nichts von Google nutzt, oder wie im Moment weiter macht und wenig/nichts zahlt. Die meisten werden sich da sicher für die Variante mit Chrome und der Google Suche entscheiden.

Die Gebühr ist übrigens nach Land und Pixeldichte gestaffelt. In Deutschland beträgt sie zum Beispiel 40 Dollar, wenn man ein Gerät mit 500+ ppi verkauft. Es gibt aber auch Länder, wo man für ein Modell mit unter 400 ppi nur 2,50 Dollar zahlt. Doch auch das sind 2,50 Dollar weniger in der Tasche.

Nimmt man mal ein günstiges Xiaomi-Modell, dann können hier schon mal Summen in Millionenhöhe „verloren“ gehen. Egal wie hoch die Gebühr ist, am Ende wird sicher kein Hersteller freiwillig etwas bezahlen wollen.

Ich bin gespannt, wie das nun weiter geht. Der Schritt kommt schneller, als ich erwartet hätte. Entweder die Hersteller werden die Kosten umlagern und an uns Nutzer weiterleiten (zum Beispiel mit 40 Euro Aufpreis für ein OnePlus 7), oder die Situation bleibt wie sie ist. Ich denke sie wird erst mal so bleiben.

Doch Hersteller wie Huawei oder Samsung sind groß genug, um parallel an Alternativen zu arbeiten. Das wäre sicher nicht im Interesse von Google, denn die 40 Dollar pro Gerät sind ihnen vielleicht nicht egal, aber nicht so wichtig wie die Masse an Daten, die man mit Android sammeln kann.

Das wird sicher ein spannendes Thema 2019.

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