Staatlich unterstützte Hacker haben laut EU-Cybersicherheitsexperten gezielt die Messenger-Konten hochrangiger EU-Vertreter angegriffen.
Das geht laut Politico aus einer internen Präsentation der EU-Cybereinheit hervor. Die Angreifer nutzten demnach gezieltes Spearphishing und individuell zugeschnittene Nachrichten, um ihre Opfer zur Preisgabe von Zugangsdaten oder zum Öffnen schädlicher Inhalte zu bewegen.
Bereits im März hatten mindestens fünf nationale Cyber- und Nachrichtendienste vor Angriffen auf WhatsApp und Signal gewarnt. Niederländische Geheimdienste brachten die Kampagne mit Russland in Verbindung. Deutsche Behörden warnten vor Angriffen auf hochrangige Personen aus Politik, Militär und Diplomatie sowie auf investigative Journalisten.
EU verzeichnet acht bedeutende Cybervorfälle
Die interne Präsentation nennt mehrere auffällige Details:
- 2026 registrierten die EU-Institutionen bislang acht bedeutende Cybervorfälle.
- Angreifer gaben sich unter anderem als Signal-Support-Chatbot aus.
- Erbeutete Codes konnten zur Übernahme von Konten und zum Mitlesen von Gruppenchats dienen.
- EU-Institutionen nutzen weiterhin unterschiedliche technische Sicherheitslösungen.
Die EU verfügt zudem laut Präsentation noch über keine einheitliche Lösung zum Austausch sensibler und klassifizierter Dokumente. Die EU-Kommission wollte Details zu ihren internen Sicherheitsmaßnahmen nicht nennen.
WhatsApp führt indes neue Sicherheitsfunktionen ein und ersetzt die bisherige sechsstellige PIN durch ein stärkeres Passwort.
Ich halte vor allem die gezielte Manipulation einzelner Personen für bemerkenswert. Selbst sichere Messenger helfen nur begrenzt, wenn Angreifer Zugangsdaten durch überzeugendes „Social Engineering“ erbeuten. Für Behörden dürfte deshalb neben der Technik auch die Schulung ihrer Mitarbeiter entscheidend bleiben.
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