HTC Desire HD und die Gründe für das abgesagte Android 4.0 Update

Wie wir inzwischen alle wissen, hat HTC das langerwartete Update auf Android 4.0 für das Desire HD endgültig abgesagt. Nach dem langen hin und her ist das natürlich eine arge Enttäuschung für alle Besitzer des DHD und ich persönlich, als ehemaliger Besitzer eines DHD, kann da gewissermaßen wirklich mitfühlen.

Nun hat sich HTC auf dem hauseigenen Blog zu den Beweggründen geäußert, wegen der man das Update nicht anbieten wird. Demnach wäre es zunächst einmal eine komplett neue Partitionierung des Speichers nötig gewesen, um das Update auszuführen, was alle Nutzerdaten gelöscht hätte. Ebenfalls seien Maßnahmen zur Verringerung der Installationsgröße des ICS-Update fehlgeschlagen und in den Testphasen seien weitere verschiedene technische Probleme aufgetreten, die man allerdings nicht näher benannt hat.

Während ein Factory Reset des DHD tatsächlich überaus unschön gewesen und für die „normalen“ Nutzer wahrscheinlich ein No-Go wäre, frage ich mich persönlich, warum das überhaupt so sein soll. Das beste Beispiel dürfte hier das HTC One V sein, welches mit weniger Speicher daherkommt und trotzdem Ice Cream Sandwich als Android-Version mit einer abgespeckten Variante der Sense UI installiert hat.

Diese ganze Kontroverse zeigt nur noch deutlicher, was eigentlich schon lange ein offenes Geheimnis ist: Als rund zwei Jahre altes Gerät bringt das DHD keine Gewinne mehr für HTC ein. Und da HTC als Unternehmen in erster Linie Gewinne einfahren will und muss, ist es nur naheliegend, nicht allzu viele Ressourcen in diese älteren Geräte zu investieren.

Auch eine Veröffentlichung als optionales und experimentelles Update via HTCDev.com wäre denkbar und naheliegend. Damit wären zumindest fortgeschrittene Nutzer wohl zufrieden und die Entwickler-Community hätte weitere Quellen, mit denen gearbeitet werden kann.

Wie seht ihr das? Sind die Gründe eurer Meinung nach nachvollziehbar und daher legitim?

Update

Mit zwei Tagen Verspätung hat es auch HTC Deutschland geschafft, die Begründung zu übersetzen. Via Facebook heißt es:

Liebe Kunden,

Wir haben Eure Reaktionen zu unserer Entscheidung, kein Android 4.0 Update für das HTC Desire HD bereitzustellen, zur Kenntnis genommen. Wir verstehen absolut, dass diese Entscheidung umstritten ist. Aus diesem Grund möchten wir Euch die Hintergründe näher erläutern: Aufgrund der Tatsache, wie der Speicher auf dem Desire HD aufgeteilt ist und aufgrund der größeren Größe von Android 4.0 wäre es erforderlich, den Speicher des Gerätes neu zu unterteilen und die Nutzerdaten zu überschreiben, um das Update installieren zu können. Auch wenn technisch versierte User diese Lösung möglicherweise für akzeptabel halten, wäre dies bei dem Großteil unserer Kunden nicht der Fall. Wir haben auch alternative Lösungswege zur Reduzierung der Größe des Software-Updates in Betracht gezogen, aber das hätte Auswirkungen auf Features und Funktionen gehabt, die momentan von den Kunden genutzt werden. Selbst nach Installation des Updates gäbe es andere technische Begrenzungen, die unserer Einschätzung nach einen negativen Effekt auf die User Experience hätten. Wir sind davon überzeugt, dass Updates immer die User Experience verbessern sollten. Basierend auf dieser Überzeugung beurteilt HTC bei jedem Update sorgfältig die weitere Vorgehensweise. Wir sind uns der großen Enttäuschung, die unsere Entscheidung ausgelöst hat, bewusst. Gleichzeitig glauben wir, dass die negativen Auswirkungen auf die User Experience zu groß gewesen wären. Wir wissen, dass dieses Statement im Gegensatz zu einer früheren Aussage steht. Dafür möchten wir uns in aller Form entschuldigen.

Liebe Grüße,
HTC

Quelle: HTC-Blog / via AndroidNext

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