Netflix unter Druck: Sprecherverband schaltet Behörden ein

Netflix (KI)

Der „Verband Deutscher Sprecher:innen“ lässt die KI-Regelungen von Netflix nun von deutschen Behörden prüfen.

Der VDS hat nach eigenen Angaben beim Bundeskartellamt Beschwerde eingereicht. Geprüft werden soll, ob Netflix seine Marktstellung gegenüber Synchronsprechern missbraucht. Parallel unterstützt der Verband eine Datenschutzbeschwerde mehrerer Sprecher bei der Berliner Datenschutzaufsicht.

Hintergrund ist die sogenannte AOR-Vereinbarung von Netflix. Sie räumt dem Streaminganbieter laut VDS weitreichende Rechte an Stimmaufnahmen ein. Dazu gehört auch deren Nutzung für das Training von KI-Systemen. Der Verband kritisiert insbesondere, dass eine Zustimmung für viele Sprecher faktisch Voraussetzung für weitere Aufträge sei.

VDS kritisiert Netflix-Verträge für KI-Training

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen mehrere Punkte:

Nach Darstellung des VDS haben einige Sprecher die Vereinbarung unterschrieben, während andere sie ablehnen und deshalb nicht mehr für Netflix arbeiten. Der Verband sieht darin ein mögliches Machtgefälle. Ob daraus tatsächlich Verstöße gegen Wettbewerbs- oder Datenschutzrecht folgen, müssen nun die zuständigen Behörden bewerten.

Ich halte die behördliche Prüfung für sinnvoll. Gerade beim Training von KI mit unverwechselbaren Stimmen braucht die Branche klare Regeln. Eine unabhängige rechtliche Bewertung könnte hier mehr Klarheit schaffen als der bisherige Streit zwischen Netflix und den beteiligten Verbänden.

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