Neue Abgaben für Elektroautos: Diese Modelle könnten Fahrer treffen

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Der wachsende Anteil von Elektroautos könnte langfristig neue Abgaben für deren Fahrer notwendig machen.

Deutschland nahm zuletzt rund 9,6 Milliarden Euro über die Kfz-Steuer ein. Diese Einnahmen könnten jedoch zunehmend unter Druck geraten. Im Juli entfielen bereits 29,3 Prozent der Pkw-Neuzulassungen auf Elektroautos. Reine Elektroautos, die bis Ende 2030 erstmals zugelassen werden, bleiben weiterhin von der Kfz-Steuer befreit. Die Befreiung gilt längstens bis Ende 2035.

Hinzu kommt ein zweiter Effekt. Mit jedem Elektroauto sinken langfristig auch die Einnahmen aus der Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Beim Strom fallen zwar ebenfalls Steuern an, die Belastung ist jedoch deutlich niedriger. Bei einem Verbrauch von 18 kWh je 100 Kilometer und einem Strompreis von 30 Cent entstehen aktuell nur rund 37 Cent Stromsteuer. Ein Benziner mit sechs Litern Verbrauch zahlt auf derselben Strecke fast vier Euro Energiesteuer.

Ladestromsteuer oder Kilometerabgabe für Elektroautos

Andere Länder beschäftigen sich deshalb bereits mit nutzungsabhängigen Abgaben, die wir in Zukunft ziemlich sicher in ähnlicher Form auch hierzulande sehen werden. Zwei Modelle stehen dabei besonders häufig im Mittelpunkt: eine zusätzliche Steuer auf Ladestrom und eine Abgabe je gefahrenem Kilometer.

Die internationalen Beispiele zeigen große Unterschiede:

Bei einer deutschen Kilometerabgabe in dieser Größenordnung würden, wie vom „Focus“ berechnet, bei 10.000 Kilometern Fahrleistung rund 540 bis 650 Euro pro Jahr zusammenkommen. Zum Vergleich: In Neuseeland werden für Elektroautos umgerechnet etwa 37 Euro je 1.000 Kilometer fällig. Bei 10.000 Kilometern wären das 370 Euro.

Auch eine Ladestromsteuer hätte ihre Tücken. Würde Deutschland beispielsweise eine zusätzliche Belastung von rund 13 Cent je kWh einführen, könnten bei einem Verbrauch von 18 kWh etwa 2,40 Euro zusätzliche Kosten pro 100 Kilometer entstehen. Schwieriger wäre allerdings die Erfassung von selbst erzeugtem Solarstrom. Während dieser in einigen US-Modellen außen vor bleibt, möchte die Schweiz auch privat erzeugten Ladestrom berücksichtigen.

Beschlossen ist für Deutschland bislang keines dieser Modelle. Vorschläge für Kilometerabgaben gab es jedoch bereits vom Wissenschaftlichen Beirat des Verkehrsministeriums, vom Umweltbundesamt und von Agora Verkehrswende. Gleichzeitig müsste die Politik abwägen, ob zusätzliche Kosten den gewünschten Umstieg auf Elektroautos bremsen.

Ich halte es für durchaus wahrscheinlich, dass dieses Thema mit steigenden E-Auto-Zahlen noch deutlich wichtiger wird. Dauerhaft dürfte der Staat kaum darauf verzichten können, wegfallende Einnahmen aus Kfz- und Kraftstoffsteuern zumindest teilweise zu ersetzen. Für Fahrer wird deshalb vor allem entscheidend sein, wie hoch eine mögliche Abgabe ausfällt und ob sie Elektroautos gegenüber Verbrennern weiterhin finanziell attraktiv lässt.

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